{"id":880,"date":"2025-03-24T14:57:44","date_gmt":"2025-03-24T13:57:44","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nibelungenlied-gesellschaft.de\/nlg\/?page_id=880"},"modified":"2025-03-24T15:42:58","modified_gmt":"2025-03-24T14:42:58","slug":"swie-gern-ichz-vriden-wolde-etzel-als-friedenskoenig-im-weltengewitter-2","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.nibelungenlied-gesellschaft.de\/nlg\/swie-gern-ichz-vriden-wolde-etzel-als-friedenskoenig-im-weltengewitter-2\/","title":{"rendered":"Swie gern ichz vriden wolde! Etzel als Friedensk\u00f6nig im Weltengewitter"},"content":{"rendered":"\n<p>Prof. Dr. Amelie Bendheim<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Prolog: Diplomatisches im Nibelungenlied?<\/strong><a href=\"https:\/\/www.nibelungenlied-gesellschaft.de\/nlg\/swie-gern-ichz-vriden-wolde-etzel-als-friedenskoenig-im-weltengewitter\/#_edn1\"><sup>[1]<\/sup><\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Selbst wer das&nbsp;<em>Nibelungenlied<\/em>&nbsp;(NL) nur vom H\u00f6rensagen kennt, d\u00fcrfte \u00fcber den Titel des von dem Autorenduo Zaimoglu\/Senkel 2024 neu erz\u00e4hlten St\u00fccks,&nbsp;<em>Der Diplomat,&nbsp;<\/em>verwundert gewesen sein.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" width=\"980\" height=\"489\" src=\"https:\/\/www.nibelungenlied-gesellschaft.de\/nlg\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/nlg24_header_980x490p_diplomat.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-793\" srcset=\"https:\/\/www.nibelungenlied-gesellschaft.de\/nlg\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/nlg24_header_980x490p_diplomat.jpg 980w, https:\/\/www.nibelungenlied-gesellschaft.de\/nlg\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/nlg24_header_980x490p_diplomat-300x150.jpg 300w, https:\/\/www.nibelungenlied-gesellschaft.de\/nlg\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/nlg24_header_980x490p_diplomat-768x383.jpg 768w\" sizes=\"(max-width: 980px) 100vw, 980px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Abb. Cover der Nibelungen-Festspiele 2024<a href=\"https:\/\/www.nibelungenlied-gesellschaft.de\/nlg\/swie-gern-ichz-vriden-wolde-etzel-als-friedenskoenig-im-weltengewitter\/#_edn2\"><sup>[2]<\/sup><\/a><\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Und auch die publizistische Ank\u00fcndigung, es gehe in diesem Jahr \u201cnicht um die Intrigen und R\u00e4nkespiele rund um Siegfried, Hagen [und]&nbsp;die Burgunder\u201d, sondern \u201cum die Frage, wie sich ein Krieg verhindern l\u00e4sst, den eigentlich keiner will und der trotzdem unvermeidbar scheint\u201d,<a href=\"https:\/\/www.nibelungenlied-gesellschaft.de\/nlg\/swie-gern-ichz-vriden-wolde-etzel-als-friedenskoenig-im-weltengewitter\/#_edn3\"><sup>[3]<\/sup><\/a>&nbsp;schien gezielt auf \u2018nibelungische Erwartungen\u2019 zu reagieren, indem genau das verneint wurde, was das Nibelungenepos im kulturellen Ged\u00e4chtnis bis dato doch wesentlich gepr\u00e4gt hatte. Faszinierte es als Erz\u00e4hlzeugnis einer vergangenen \u2013 vermeintlich \u00fcberwundenen \u2013 Zeit nicht gerade aufgrund der darin schonungslos zur Schau gestellten archaischen Rohheit und Gewalt? Waren es nicht vor allem Heldentum, Rache und Verrat, weshalb \u2018wir\u2019 dieses Werk bisher \u2018liebten\u2019?<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Figuren diesseits und jenseits des Rheins<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Dabei geht mit der thematischen Entscheidung zugunsten der Diplomatie zugleich eine bewusste Fokussierung auf den zweiten \u2013 in der Rezeption nicht selten weniger beachteten \u2013&nbsp;Handlungsteil und damit auf den Schauplatz jenseits des Rheinlandes, jenseits des Burgundenreiches einher. Sind hier, in der Hunnenwelt, die m\u00f6glicherweise \u2018untersch\u00e4tzten Figuren\u2019 Etzel und Dietrich beheimatet, werden die meisten das&nbsp;<em>Nibelungenlied<\/em>&nbsp;wohl eher mit den machtvollen K\u00f6niginnen Kriemhild und Br\u00fcnhild, dem unverwundbaren Drachenbezwinger und Tarnkappenverwalter Siegfried<em>,&nbsp;<\/em>dendrei G-Herrscherbr\u00fcdern aus Burgund (Gunter, Gernot und Giselher) oder Hagen von Tronje, dem hinterh\u00e4ltigen M\u00f6rder Siegfrieds und treuen Gefolgsmann der Burgunden verbinden. Im filmischen und literarischen Fortleben im 19. und 20. Jahrhundert ist eine Pr\u00e4ferenz zun\u00e4chst f\u00fcr Siegfried und Gunther auszumachen, zwischen den Weltkriegen dann insbesondere f\u00fcr Hagen, den seine \u201cunbedingte Gefolgsmannentreue\u201d, der \u201cunbeirrte Willen, das Notwendige zu tun\u201d und seine \u201ctotale Hingabe an die Sache, auch in der Bereitschaft, Schuld auf sich zu nehmen\u201d<a href=\"https:\/\/www.nibelungenlied-gesellschaft.de\/nlg\/swie-gern-ichz-vriden-wolde-etzel-als-friedenskoenig-im-weltengewitter\/#_edn4\"><sup>[4]<\/sup><\/a>&nbsp;zu einem Vorbild f\u00fcr die SS-Ideologie avancieren lie\u00df. Mit dem Ende des Nationalsozialismus 1945 wird die Idee der Gefolgsmannentreue dann zwar obsolet und die \u201cGlanzstunde\u201d<a href=\"https:\/\/www.nibelungenlied-gesellschaft.de\/nlg\/swie-gern-ichz-vriden-wolde-etzel-als-friedenskoenig-im-weltengewitter\/#_edn5\"><sup>[5]<\/sup><\/a>&nbsp;Hagens ist damit auch schon wieder vor\u00fcber, neue Rezeptions-Helden scheinen daraus gleichwohl nicht hervorgegangen zu sein.<\/p>\n\n\n\n<p>Eine bevorzugte Wahrnehmung der Burgunden motiviert zudem auch der Handlungsgang und das dar\u00fcber aufgebaute N\u00e4heverh\u00e4ltnis: Denn das Epos gew\u00e4hrt dem Publikum direkt zu Beginn ein&nbsp;<em>Close-up<\/em>&nbsp;ihrer Lebenswelt, verortet sie geographisch pr\u00e4zise am Rhein um Worms (<em>ze Wormez b\u00ee dem R\u00eene<\/em>, NL 6,1 \/&nbsp;<em>Burgonden s\u00f4 was ir lant genant<\/em>, NL 5,3), in einer Gegend, die der K\u00fcchenmeister Rumolt im modernen Nibelungenroman von Felicitas Hoppe (2021) als sch\u00f6nste Gegend \u00fcberhaupt preist, wenn er die Gef\u00e4hrten vor dem Aufbruch ins Hunnenreich daran erinnert: \u201cAngenehmer als hier k\u00f6nnt ihr nirgendwo leben, in sch\u00f6nen Kleidern vor euren Feinden geborgen. Trinkt den rheinischen Wein und liebt eure rheinischen Frauen, anstatt t\u00f6richt euer Leben aufs Spiel zu setzen. Ihr Herren bleibt hier, das ist Rumolts Rat.\u201d (FH, 130)<a href=\"https:\/\/www.nibelungenlied-gesellschaft.de\/nlg\/swie-gern-ichz-vriden-wolde-etzel-als-friedenskoenig-im-weltengewitter\/#_edn6\"><sup>[6]<\/sup><\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Dass der burgundische Patriotismus sich in exkludierender Abgrenzung und gewaltsamer (Selbst-)Behauptung manifestiert, wird sp\u00e4testens in der 4. Aventiure ersichtlich, die mit dem Sachsenkrieg ein erstes Bedrohungsszenario erz\u00e4hlt: Im germanischen Stammeskrieg setzen die Burgunden auf kriegerische Verteidigung, w\u00e4hrend das diplomatische Verhandlungangebot \u2013&nbsp;<em>werlt ir mit in dingen<\/em>&nbsp;(NL 146, \u2018wenn ihr mit ihnen verhandeln wollt\u2019) \u2013 als M\u00f6glichkeit der Konfliktl\u00f6sung verworfen, stattdessen dem heroischen Ethos folgend der heldenhafte Kampf favorisiert wird. Die Reaktion Gernots auf die Nachricht der feindlichen Boten lautet entsprechend, man werde sich allein mit Waffengewalt zur Wehr setzen:&nbsp;<em>daz wer et wir mit swerten&nbsp;<\/em>(NL 150). Der Krieg gegen die Sachsen und D\u00e4nen dient nicht nur als spannungsreiches Zwischenspiel, um die Kraft des Helden Siegfried, der den Burgunden im Kampf beistehen wird, auszustellen,<a href=\"https:\/\/www.nibelungenlied-gesellschaft.de\/nlg\/swie-gern-ichz-vriden-wolde-etzel-als-friedenskoenig-im-weltengewitter\/#_edn7\"><sup>[7]<\/sup><\/a>&nbsp;sondern l\u00e4sst auch die Funktionsmechanismen eines burgundischen Herrschaftsmodells hervortreten, das auf Erbk\u00f6nigtum basiert und sich exkludierend auf die gewaltsame Bewahrung, Verteidigung und Durchsetzung der eigenen Machtposition verpflichtet.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Handlungsentw\u00fcrfe jener Helden, die der archaischen Gewalt, Machtgier und Gnadenlosigkeit so unvermindert zusprechen, scheinen heute vor allem aufgrund ihrer Alterit\u00e4t eine besondere Faszination auszu\u00fcben. Zugleich fordern sie ein (christlich-ethisches) Gerechtigkeitsempfinden konstant heraus, evozieren ein moralisches Unbehagen und lassen uns \u2013 in einer als post-heroisch zu bezeichnenden Gesellschaft<a href=\"https:\/\/www.nibelungenlied-gesellschaft.de\/nlg\/swie-gern-ichz-vriden-wolde-etzel-als-friedenskoenig-im-weltengewitter\/#_edn8\"><sup>[8]<\/sup><\/a>&nbsp;\u2013 keine rechte Sympathie mit ihnen empfinden.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" width=\"227\" height=\"189\" src=\"https:\/\/www.nibelungenlied-gesellschaft.de\/nlg\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/Pic2-Samson-.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-781\"\/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Abb. Die Statue von Samson in Ashdod<a href=\"https:\/\/www.nibelungenlied-gesellschaft.de\/nlg\/swie-gern-ichz-vriden-wolde-etzel-als-friedenskoenig-im-weltengewitter\/#_edn9\"><sup>[9]<\/sup><\/a><\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Auch die den heroischen Helden charakteristisch auszeichnende Exorbitanz (von lat.&nbsp;<em>exorbitare<\/em>&nbsp;\u2018von der Bahn abweichen\u2019), die sich in der Transgression gesellschaftlicher Normen und Ordnungsmuster ausdr\u00fcckt, geh\u00f6rt zu diesem Fremdheitsmoment. Der Held muss selbst ungeheuerlich sein, um seinen ungeheuerlichen Gegner zu bezwingen und verfolgt dabei ein Krisen-Bew\u00e4ltigungs-Schema, das in einem \u201aHauptsache weitermachen\u2018 besteht. Entsprechend sind die meisten Figuren in der narrativen Nibelungenwelt Player, die gewisserma\u00dfen \u201aall in\u2018 gehen und sich dadurch auszeichnen, dass sie sich im Untergang k\u00e4mpferisch bis zum Letzten \u2013 bis in den Tod \u2013 bew\u00e4hren; eine Gewaltbereitschaft, wie sie insbesondere im finalen Kampfgeschehen ungesch\u00f6nt hervortritt.<a href=\"https:\/\/www.nibelungenlied-gesellschaft.de\/nlg\/swie-gern-ichz-vriden-wolde-etzel-als-friedenskoenig-im-weltengewitter\/#_edn10\"><sup>[10]<\/sup><\/a>&nbsp;Und doch gibt es auch im&nbsp;<em>Nibelungenlied<\/em>&nbsp;ein \u2018Anderes\u2019. Zu finden ist es insbesondere im Etzel-Land (und den diesem zugeordneten Akteuren), das im Folgenden als&nbsp;<em>diplomatisches Zentrum&nbsp;<\/em>des Epos in den Fokus treten soll. Es bildet erst im zweiten Teil den zentralen Handlungs- und Aktionsort, wird dem Burgunden-Land als zuk\u00fcnftiger Bew\u00e4hrungsraum aber bereits in den ersten Strophen kontrastiv beigestellt (<em>ir lant<\/em>, NL 5,3 vs.&nbsp;<em>Etzelen lant<\/em>, NL 5,4), die Rezipierenden damit fr\u00fchzeitiig auf die bevorstehende Grenz\u00fcberschreitung vorbereitet.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Etzel hei\u00dfen \u2013 Attila erinnern<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>In heldenepischen Texten wie dem&nbsp;<em>Nibelungenlied<\/em>, die historische Ereignisgeschichte fiktional verweben, gestaltet sich der Rezeptionsprozess als Anreicherung eines Textwissens durch (historisches) Vor- und Weltwissen. Das h\u00f6fische Publikum der Stauferzeit d\u00fcrfte dieses bereits im Fall der Burgunden aktiviert haben, wobei insbesondere der Eigenname \u2018Etzel\u2019 ein historisches Substrat hervorspielt. In etymologischer Ableitung von Attila referiert der Name auf den m\u00e4chtigen Hunnenk\u00f6nig, dessen Bild im Laufe der Zeit \u201csagenhafte Umformungen\u201d<a href=\"https:\/\/www.nibelungenlied-gesellschaft.de\/nlg\/swie-gern-ichz-vriden-wolde-etzel-als-friedenskoenig-im-weltengewitter\/#_edn11\"><sup>[11]<\/sup><\/a>&nbsp;erfuhr und der als ambivalente Gestalt in verschiedenen Kultursph\u00e4ren (in Geschichten, Legenden und heroischer Dichtung) unterschiedlich, mitunter ganz gegens\u00e4tzlich gezeichnet wurde. Die Vorstellung eines nordischen Atli\/Attila, der als grausamer Schrecken Europas galt, und die sich nach wie vor einige Fu\u00dfall-Hooligans einverleiben, wenn sie sich stolz als \u2018Hunnen\u2019 bezeichnen, steht einem deutschen Etzel entgegen, der als \u201cmilde, freundlich und \u2013 unt\u00e4tig\u201d (de Boor) wahrgenommen wird. In der Oper&nbsp;<em>Der Held des Nordens<\/em>&nbsp;von Friedrich de La Motte Fouqu\u00e9 wird das Bild eines hinterh\u00e4ltigen Atli der eddischen Dichtung entworfen, in George R.R. Martins Romanreihe&nbsp;<em>A Song of Ice and Fire&nbsp;<\/em>(1996) sowie deren TV-Serien-Adaption<em>&nbsp;Game of Thrones<\/em>&nbsp;(2011) erscheint Attila in der Figur des Khal Drogo als \u201cPseudo-Hunne mit Sexappeal\u201d (D\u00e4umer).<a href=\"https:\/\/www.nibelungenlied-gesellschaft.de\/nlg\/swie-gern-ichz-vriden-wolde-etzel-als-friedenskoenig-im-weltengewitter\/#_edn12\"><sup>[12]<\/sup><\/a>&nbsp;Weder l\u00e4sst sich \u00fcber dieRezeption also&nbsp;<em>ein<\/em>&nbsp;Etzel greifen, noch ist mit einem Etzel offenbar \u2018Geschichte zu machen\u2019: Wenige Rezeptionen befassen sich eing\u00e4ngiger mit dem Charakter, ihre Nachwirkungen sind zumeist nur von geringer Reichweite.<a href=\"https:\/\/www.nibelungenlied-gesellschaft.de\/nlg\/swie-gern-ichz-vriden-wolde-etzel-als-friedenskoenig-im-weltengewitter\/#_edn13\"><sup>[13]<\/sup><\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Das \u00e4ndert wiederum nichts daran, dass Attila als narrative Gestalt durchgehend ausgesprochen popul\u00e4r war. Die \u2018Grandesse\u2019 des Namens, der die Vorstellung eines \u2018gro\u00dfen Herrschers im Osten\u2019 aufruft, fungiert hier gewisserma\u00dfen als Passepartout: Indem der&nbsp;<em>historische<\/em>&nbsp;Attila als&nbsp;<em>literarischer&nbsp;<\/em>Etzel ins&nbsp;<em>Nibelungenlied<\/em>&nbsp;eingespeist wird, erh\u00e4lt er eine spezifische symbolische Codierung und lebt nun \u2013 in der f\u00fcr die Heldenepik gattungstypischen, ahistorischen Synchronisation von Ereignissen \u2013 unter (historischen) Gestalten, mit denen ein lebensweltlicher Kontakt ausgeschlossen oder zumindest unwahrscheinlich war.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Etzel als interessanteste Figur? Nibelungenkrise als Zeitdiagnose und die Frage, wie man w\u00fcrdevoll scheitert. &nbsp;<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Dass Fritz-Lang in seinem Stummfilm (1924), der bis heute eine der wirkm\u00e4chtigsten Stoffadaptionen bildet, einen brutalen, unzivilisierten und barbarischen Etzel inszeniert, f\u00e4llt freilich in den Bereich k\u00fcnstlerischer Freiheit, zeugt aber gleichwohl von einer gewissen Ignoranz gegen\u00fcber der Charakterzeichnung im mittelhochdeutschen Werk, der es lohnt im Folgenden n\u00e4her nachzusp\u00fcren.<a href=\"https:\/\/www.nibelungenlied-gesellschaft.de\/nlg\/swie-gern-ichz-vriden-wolde-etzel-als-friedenskoenig-im-weltengewitter\/#_edn14\"><sup>[14]<\/sup><\/a>&nbsp;Denn jenseits des Rheins begegnet ein Modell interkultureller Hofhaltung sowie ein Herrschaftsverbund, der st\u00e4rker auf&nbsp;<em>vriuntschaft<\/em>&nbsp;und Vasallit\u00e4t, denn auf Sippentreue und Blutsverwandtschaft gr\u00fcndet, und sich dadurch beachtlich von dem der heimatverbundenen, h\u00f6fisch-glatten Burgunden unterscheidet.<a href=\"https:\/\/www.nibelungenlied-gesellschaft.de\/nlg\/swie-gern-ichz-vriden-wolde-etzel-als-friedenskoenig-im-weltengewitter\/#_edn15\"><sup>[15]<\/sup><\/a>&nbsp;Vor allem in ihrer Reaktion und Geisteshaltung angesichts einer in besonderer Weise krisenhaften politischen Gegenwart scheint sich die hunnische Gefolgschaft auszuzeichnen, angesichts einer Krise, die sich als endg\u00fcltige erweist und den Figuren keinerlei Fluchtpunkt, keine Hoffnung auf Rettung gew\u00e4hrt. Ist die Krise an sich quasi notwendiger Bestandteil narrativer Plotkonstruktionen, Voraussetzung also, um spannungsreich zu erz\u00e4hlen, begegnen vergleichbare, den Helden bzw. seine Welt&nbsp;<em>existenziell<\/em>&nbsp;ersch\u00fctternde Krisen abseits der Heldenepen in der Literatur nur selten: Die klassische antike Trag\u00f6die kennt sie ebenfalls \u2013 sie resultieren hier zumeist aus der Uneinsichtigkeit der Charaktere, deren Schicksal (man denke an Antigone, \u00d6dipus oder Medea) dann in der Regel tragisch endet \u2013 im&nbsp;<em>Nibelungenlied<\/em>&nbsp;wiederum versinkt eine ganze Erz\u00e4hlwelt.<\/p>\n\n\n\n<p>Die narratologisch frequentere und popul\u00e4rere Krise, die hier lediglich als Vergleichspunkt aufgerufen wird und sich mit Blick auf die moderne Filmindustrie als \u2018<em>Hollywood-Krise\u2019<\/em>&nbsp;bezeichnen lie\u00dfe, ist eingebettet in ein Handlungsmuster, dessen Vorl\u00e4ufer ebenfalls bis ins vormoderne Erz\u00e4hlen zur\u00fcckreichen. So ist im Artusroman Hartmann\u2019scher Pr\u00e4gung das krisenhafte Scheitern des Protagonisten integraler Bestandteil seines Bew\u00e4hrungswegs und konstitutives Handlungsmoment, tritt hier allerdings (im Gegensatz zur heldenepischen Konstellation) in Bezug auf das individuelle und im Ausgang stets positive Figurenschicksal als Teil des Strukturschemas von Krise und Restitution hervor: Die Krise stellt sich in diesen Erz\u00e4hlkontexten folglich als eine vom (ritterlichen) Helden selbst zu bestehende und bestehbare Herausforderung dar. Er nimmt sie als Bew\u00e4hrungsaventiure an, sucht sie mitunter selbst auf, w\u00e4hrend Figuren wie Etzel oder Dietrich im&nbsp;<em>Nibelungenlied<\/em>&nbsp;sicherlich auch gern auf eine Krise verzichtet h\u00e4tten. Das Erz\u00e4hlmodell erweist sich damit offen f\u00fcr Lekt\u00fcren, die darauf abstellen und mit einem kathartischen Anspruch erwarten vorgef\u00fchrt zu bekommen, wie andere die Krise \u00fcberwinden, um selbst gest\u00e4rkt aus ihr hervorzugehen. Es ist jenes feel-good- bzw. fail better-Muster, das Joseph Campbell (<em>Der Heros in tausend Gestalten<\/em>) als Erz\u00e4hlschema der Heldenreise identifiziert hat und das nach wie vor zahlreiche Mainstream-Filme pr\u00e4gt.<\/p>\n\n\n\n<p>Dass die mittelalterliche Textwelt auch narrative Ans\u00e4tze zum Umgang mit Krise jenseits dieser m\u00f6glicherweise eher \u201aeinfachen\u2018 Bew\u00e4ltigungsschemata bietet, belegt u.a. die Lekt\u00fcre des&nbsp;<em>Nibelungenliedes<\/em>. Der Text formuliert in der poetischen Simulation eine&nbsp;<em>existentielle<\/em>&nbsp;Krisenerfahrung, an der gescheitert wird, f\u00fchrt vor, dass Krise schiefgehen kann und wie darauf auf Figurenebene reagiert wird. Gerade darin erweist sich das&nbsp;<em>Nibelungenlied<\/em>&nbsp;m\u00f6glicherweise als reflektierteres, vielleicht sogar ehrlicheres Modelle der Krisenkonfrontation, das zur Auseinandersetzung mit moralischen und ethischen Fragen herausfordert.<\/p>\n\n\n\n<p>Die zahlreichen (expliziten) Vorausdeutungen vermitteln dem Publikum bereits in der zweiten Strophe die Einsicht und Gewissheit, dass die gewaltsame Eskalation unvermeidbar ist, werden ihretwegen doch, wie es hei\u00dft, viele Krieger ihr Leben verlieren (<em>darumbe muosen degene vil verliesen den l\u00eep<\/em>, NL 2,4). Und auch die intradiegetischen Figuren sind mit diesem d\u00fcsteren Vorwissen ausgestattet: Hagen von Tronje, der als Vasall des burgundischen K\u00f6nigs die F\u00fchrung ins Etzelreich \u00fcbernimmt, wird das unausweichliche Schicksal bei der Fluss\u00fcberquerung ins Hunnenland von den Meerfrauen prognostiziert, f\u00fcr die M\u00e4nner am Hunnenhof ist es ebenfalls absehbar: So erweist sich Dietrich von Bern, ein Gefolgsmann des Hunnenk\u00f6nigs Etzel, als Akteur mit besonderen Fr\u00fchwarnkapazit\u00e4ten, wenn er bereits die Ankunft der Burgunden betrauert. Er sieht dadurch den Frieden in Gefahr, schlie\u00dflich habe Kriemhild den Schmerz \u00fcber ihren ermordeten Gatten Siegfried und die damit verbundene Racheabsicht noch l\u00e4ngst nicht \u00fcberwunden:&nbsp;<em>Kriemhild noch s\u00eare weinet den helt von Nibelunge lant<\/em>&nbsp;(\u2018Kriemhild beweint noch immer den Helden aus dem Land der Nibelungen\u2019, NL 1724, 3\u20134). Volker nennt die Katastrophe&nbsp;<em>unerwendet<\/em>&nbsp;(\u2018unvermeidbar\u2019, NL 1731,1), auf verschiedenen symbolischen Zeichenebenen (sprachlich wie gestisch-visuell) wird der Konflikt weiter eskaliert: Kriemhild empf\u00e4ngt die G\u00e4ste mit&nbsp;<em>valschem muot<\/em>&nbsp;(\u2018in hinterh\u00e4ltiger Absicht\u2019, NL 1737,2) und verletzt das h\u00f6fische Protokoll, indem sie nur einem der drei burgundischen Gast-K\u00f6nige, die ja zugleich auch ihre Br\u00fcder sind, einen Begr\u00fc\u00dfungskuss gibt (NL 1737,4); ein Zeichen, das Hagen unmittelbar zu lesen wei\u00df und seinen Helm enger schn\u00fcrt.<\/p>\n\n\n\n<p>Die nibelungische Erz\u00e4hlwelt ist damit von einer Krisenhaftigkeit betroffen, die f\u00fcr die &nbsp;Figuren eine besondere seelische Belastung darstellt \u2013 gerade weil sie die sonst \u00fcbliche Entwicklungsoffenheit der Krise hin zum Guten&nbsp;<em>oder<\/em>&nbsp;Schlechten negiert.<a href=\"https:\/\/www.nibelungenlied-gesellschaft.de\/nlg\/swie-gern-ichz-vriden-wolde-etzel-als-friedenskoenig-im-weltengewitter\/#_edn16\"><sup>[16]<\/sup><\/a>&nbsp;Eine dem nicht un\u00e4hnliche Krisenkonstellation diagnostiziert der Philosoph Thomas Metzinger in Bezug auf die die heutige Gegenwart pr\u00e4gende planetare Krise, die sich insbesondere im Klimawandel, der damit verbundenen Ressourcenknappheit und Massenmigration manifestiere: \u201eWir m\u00fcssen uns ehrlich machen: Die planetare Krise rollt, die Klimakatastrophe ist in vollem Gange. Es sieht nicht gut aus. Die Menschheit ist bereits in die Phase der Schadensbegrenzung und des Katastrophenmanagements eingetreten.\u201c (Metzinger, 169)<a href=\"https:\/\/www.nibelungenlied-gesellschaft.de\/nlg\/swie-gern-ichz-vriden-wolde-etzel-als-friedenskoenig-im-weltengewitter\/#_edn17\"><sup>[17]<\/sup><\/a>&nbsp;Metzinger fordert angesichts dieses Szenarios die Ausbildung einer so genannten \u201cBewusstseinskultur\u201d, d.h. letztlich eine Art der Auseinandersetzung mit der Krise, die ihr nicht nur analytisch, sondern vor allem auch ethisch begegnet. Es geht dabei um die St\u00e4rkung einer inneren Haltung, die \u2018w\u00fcrdevoll\u2019 genannt wird, und die vor allem in einer wachen, realistischen und geistig klaren Einstellung angesichts eines unvermeidbaren gesellschaftlichen Scheiterns besteht. Sie fordert dazu auf, sich von Strategien der \u2018Verschleierung\u2019 zu distanzieren und ein Verh\u00e4ltnis zur Katastrophe auszubilden, das weder Zweckoptimismus noch Fortschrittsglaube, weder Phlegmatismus noch Ignoranz ist: \u201eSollte die planetare Krise weitere eskalieren, muss&nbsp;<em>Bewusstseinskultur<\/em>&nbsp;zumindest einzelnen Menschen dabei helfen k\u00f6nnen, ihre W\u00fcrde aufrechtzuerhalten.\u201c (Metzinger, 106f.) Der philosophische Ansatz Metzingers, der hier nicht weiter kritisch diskutiert werden soll, legt nahe, Krise nicht nur als Gegenstand rationaler, praktischer L\u00f6sungsfindung und Ursachenforschung zu begreifen, sondern auch mit der geistigen Haltungdes Subjekts in der Welt zu verbinden. Als kulturelles Artefakt stellt das&nbsp;<em>Nibelungenlied<\/em>&nbsp;Problemlagen aus, macht sie dadurch diskursf\u00e4hig und schafft eine Reibungsfl\u00e4che, die auch anregen kann \u00fcber bewusstseinskulturelle Haltungen nachzudenken.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Haltungen einfangen: Nibelungische Beispiel-Szenen<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Der Plot der Nibelungensage ist grobmaschig schnell nacherz\u00e4hlt: Siegfried, K\u00f6nigssohn aus Xanten, heiratet Kriemhild, die Schwester der Burgundenk\u00f6nige Gunther, Gernot und Giselher zu Worms am Rhein. F\u00fcr Gunther gewinnt Siegfried mittels T\u00e4uschung, und zwar im Schutz der unsichtbaren Tarnkappe, die Braut Br\u00fcnhild von Island. Als der Skandal \u00f6ffentlich wird, stiftet Br\u00fcnhild, gedem\u00fctigt und voll Eifersucht, Hagen von Tronje, Gunters Vasall, an, Siegfried zu t\u00f6ten. Kriemhild verm\u00e4hlt sich erneut mit dem Hunnenk\u00f6nig Etzel, sinnt dabei auf Rache an den Burgunden und l\u00e4dt diese dazu ins Hunnenland ein. Dort fallen alle hunnischen und burgundischen Krieger in einem blutigen Gemetzel.<a href=\"https:\/\/www.nibelungenlied-gesellschaft.de\/nlg\/swie-gern-ichz-vriden-wolde-etzel-als-friedenskoenig-im-weltengewitter\/#_edn18\"><sup>[18]<\/sup><\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Etzel und Dietrich kommen in dieser gerafften Handlungs\u00fcbersicht nicht vor, und doch als einzige physisch-integer aus dem Geschehen heraus \u2013 beide \u00fcberleben bekanntlich das finale Massaker. Zu ihnen \u2013 und eben nicht nur zu den Helden, die sich in blinder Kampfeswut ins Gefecht st\u00fcrzen \u2013 baut der Text in der Krise eine interessante N\u00e4he auf, nimmt ihre Reaktionen auf das unumg\u00e4ngliche Scheitern in den Blick und verweist damit auf die Bedeutsamkeit, die den Figuren im Umgang mit der Krise zukommt.<\/p>\n\n\n\n<p>Etzel und die Seinen empfangen die burgundischen G\u00e4ste am Hunnenhof mit Respekt und in freundschaftlicher Gesinnung:&nbsp;<em>Si gruozten minnecl\u00eechen die von Burgonden land&nbsp;<\/em>(NL 1722,4).Trotz der best\u00e4ndig zunehmenden Eskalation h\u00e4lt Etzel daran fest, das Gastrecht zu wahren und gemahnt, den Hunnen friedlich zu begegnen:&nbsp;<em>Ir m\u00fcezet m\u00eene geste vride l\u00e2zen h\u00e2n<\/em>&nbsp;(NL 1897, 1). Sich entz\u00fcndende Konflikte versucht er zun\u00e4chst zu deeskalieren, entschuldigt dazu den eruptiven Gewaltakt Volkers, der einen Hunnen erschl\u00e4gt, als fahrl\u00e4ssige T\u00f6tung und sinnt nicht etwa, dem archaischen Rechtsprinzip der Talion folgend, auf direkte, gleichwertige Vergeltung:&nbsp;<em>Das w\u00e6re missetan<\/em>, sagt er,&nbsp;<em>ich sach vil wol s\u00een r\u00eeten, d\u00f4 er den Hiunen stach, \/ daz es \u00e2ne s\u00eene schulde von einem str\u00fbche geschach<\/em>&nbsp;(\u2018Ich habe sehr wohl gesehen, dass es ohne seine Schuld geschehen ist, dadurch, dass das Pferd ins Straucheln geriet, NL 1896, 2\u20134). Lange h\u00e4lt der K\u00f6nig einen guten Ausgang zumindest in Teilen f\u00fcr denkbar, wenn er darauf vertraut, R\u00fcdiger werde den Kampf \u00fcberleben:&nbsp;<em>ouch tr\u00fbwe ich m\u00eenem heile, daz du maht selbe wol genesen<\/em>&nbsp;(\u201aAuch vertraue ich meinem Heil, dass Du selbst am Leben bleiben wirst\u2018, NL 2165,4). Etzels Gefolgsleute, allen voran Dietrich von Bern, offenbaren eine \u00e4hnliche Einstellung: Um eine Eskalation im&nbsp;<em>buhurt<\/em>&nbsp;(beim Kampfspiel) zu vermeiden, verbietet Dietrich seinem Gefolge die Teilnahme.<a href=\"https:\/\/www.nibelungenlied-gesellschaft.de\/nlg\/swie-gern-ichz-vriden-wolde-etzel-als-friedenskoenig-im-weltengewitter\/#_edn19\"><sup>[19]<\/sup><\/a><\/p>\n\n\n\n<p><em>\u00dbf den b\u00fbhurt k\u00f4men sehs hundert degene<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>der Dietr\u00eeches recken den gesten ze gegene.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>si wolden kurzew\u00eele mit den Burgonden h\u00e2n.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>het ers in gegunnen, si hetenz gerne get\u00e2n.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>mit Guntheres mannen daz spil er in verb\u00f4t.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>er vorhte s\u00eener manne, des gie im sicherl\u00eechen n\u00f4t<\/em>&nbsp;(NL 1873,1\u20134\/1874,3\u20134)<\/p>\n\n\n\n<p><em>Zum Buhurt kamen sechshundert Ritter von den Kriegern Dietrichs den G\u00e4sten entgegengeritten. Sie wollten sich mit den Burgundern die Zeit vertreiben. Wenn Dietrich es ihnen gestattet h\u00e4tte, so h\u00e4tten sie das gern getan. \/ Er [Dietrich] verbot ihnen Turniere gegen Gunthers Leute zu reiten. Denn er war \u2013 und zwar mit Recht \u2013 um seine M\u00e4nner besorgt.<\/em><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" width=\"996\" height=\"934\" src=\"https:\/\/www.nibelungenlied-gesellschaft.de\/nlg\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/Pic3-Codec-Manesse-Turnier-.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-785\" srcset=\"https:\/\/www.nibelungenlied-gesellschaft.de\/nlg\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/Pic3-Codec-Manesse-Turnier-.jpg 996w, https:\/\/www.nibelungenlied-gesellschaft.de\/nlg\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/Pic3-Codec-Manesse-Turnier--300x281.jpg 300w, https:\/\/www.nibelungenlied-gesellschaft.de\/nlg\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/Pic3-Codec-Manesse-Turnier--768x720.jpg 768w\" sizes=\"(max-width: 996px) 100vw, 996px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Abb. Turnierszene im&nbsp;<em>Codex Manesse<\/em>, UB Heidelberg, fol. 17r<a href=\"https:\/\/www.nibelungenlied-gesellschaft.de\/nlg\/wp-admin\/post.php?post=755&amp;action=edit#_edn20\"><sup>[20]<\/sup><\/a><\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Das Rachegesuch Kriemhilds, die eine Belohnung auf Hagens Kopf aussetzt und die hunnischen Streiter in den Kampf dr\u00e4ngt, weist Dietrich zun\u00e4chst zur\u00fcck, warnt vor den Folgen und betont, dass die Burgunden ihnen kein Leid zugef\u00fcgt h\u00e4tten, das einen Krieg rechtfertige:<\/p>\n\n\n\n<p><em>die bete l\u00e2 bel\u00eeben, k\u00fcniginne r\u00eech.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>ir habent d\u00eene m\u00e2ge der leide niht get\u00e2n,<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>daz ich die degene k\u00fcene mit str\u00eete welle best\u00e2n.<\/em>&nbsp;(NL 1901,2\u20134)<\/p>\n\n\n\n<p><em>M\u00e4chtige K\u00f6nigin, unterlass diese Bitte. Deine Verwandten haben mir keinen Schaden zugef\u00fcgt, dass ich die mutigen Ritter angreifen m\u00fcsste.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Aus einem solchen T\u00f6tungsgesuch entspringe keine Ehre, betont Dietrich im Fortgang, vielmehr bringe es die K\u00f6nigin moralisch in Verruf:<\/p>\n\n\n\n<p><em>Diu bete dich l\u00fctzel \u00earet, vil edeles f\u00fcrsten w\u00eep,<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>daz du d\u00eenen m\u00e2gen r\u00e6test an den l\u00eep.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>Si k\u00f4men \u00fbf gen\u00e2de her in diz lant.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>S\u00eefrit ist ungerochen von der Dietr\u00eeches hant<\/em>&nbsp;(NL 1902,1\u20134).<\/p>\n\n\n\n<p><em>Es dient deinem Ansehen nicht, edle Gemahlin eines hochgeborenen F\u00fcrsten, dass du deinen Verwandten das Leben nehmen willst. Sie sind vertrauensvoll hierher ins Land gekommen. Siegfried beliebt unger\u00e4cht von Dietrichs Hand.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Selbst als das Kriegsgeschehen bereits in vollem Gange ist und zahlreiche Opfer gefordert hat, verlangt Dietrich von Kriemhild, Gunther und Hagen den Status von Geiseln zu gew\u00e4hren und damit ihren Rechtsschutz sicherzustellen:&nbsp;<em>nu sult ir die ellenden m\u00een vil wol geniezen l\u00e2n<\/em>&nbsp;(\u201aNun sollt ihr die Fremden mir zuliebe schonen\u2018, NL 2364,4). Dass Dietrich auf die Zusicherung Kriemhilds mit Tr\u00e4nen reagiert (NL 2365,2), zeugt dann wiederum von der vorahnungsvollen Gewissheit, dass das Unheil nicht aufzuhalten ist:&nbsp;<em>s\u00eet rach sich grimmecl\u00eechen daz Etzelen w\u00eep.&nbsp;<\/em>\/&nbsp;<em>den \u00fbz erwelten degenen nam si beiden den l\u00eep<\/em>&nbsp;(\u201aSp\u00e4ter r\u00e4chte sich Etzels Gemahlin furchtbar. Sie nahm den beiden ausgezeichneten Helden das Leben\u2018, NL 2365,3\u20134).<\/p>\n\n\n\n<p>Im fachwissenschaftlichen wie popul\u00e4r-kulturellen Diskurs des Nibelungen-Stoffes kommt die Figur des Hunnenk\u00f6nigs zumeist \u201anicht gut weg\u2018. Etzel wird kritisiert f\u00fcr seine Ohnmacht und Handlungslosigkeit im Moment der Katastrophe, er befinde sich als Herrscher in einer Opferrolle, sei fremdbestimmt, passiv und antriebslos den Ereignissen um ihn herum ausgeliefert. Nicht er, sondern andere lenkten das Geschehen, allen voran Kriemhild, die nach Siegfrieds Tod dreizehn Jahre auf einen Werber wartet, um dann ihren Wunsch nach Rache am M\u00f6rder ihres Gatten umzusetzen. Felicitas Hoppe schlie\u00dft sich dieser Bewertungstendenz in ihrer Nibelungen-Adaption an, indem sie Etzel als \u201egr\u00f6\u00dfte und einzige Null\u201c (FH, 210) betitelt: So wie es kein Kartenspiel gibt, in dem die Null auftritt, beteilige sich auch Etzel nicht am Machtspiel der weltlichen K\u00f6nige, wirke diesem gleichsam entr\u00fcckt. \u201eHaben Sie jemals einen K\u00f6nig erlebt, der in eine tiefere Grube f\u00e4llt? Shakespeare und Co in allen Ehren, aber Etzels Schicksal ist auf dem Theater unerreicht.\u201c (FH, 213)<\/p>\n\n\n\n<p>Dass Etzel und Dietrich von Bern im Sinne eines archaischen Heldenverst\u00e4ndnisses, eines heroischen Mindsets, nicht heldenhaft sein k\u00f6nnen, scheint offenkundig; zumal \u201eein geschlagener Held [nicht] \u00fcberlebt\u201c, sich keiner st\u00e4rkeren Macht freiwillig unterwirft,<a href=\"https:\/\/www.nibelungenlied-gesellschaft.de\/nlg\/swie-gern-ichz-vriden-wolde-etzel-als-friedenskoenig-im-weltengewitter\/#_edn21\"><sup>[21]<\/sup><\/a>&nbsp;das ist sozusagen die vorderste Pr\u00e4misse heldischen Seins. Etzel und Dietrich verbleiben zwar als einzige in jammervoller Pose in der erz\u00e4hlten Welt, damit aber offenbar nicht im heroischen Ged\u00e4chtnis.<\/p>\n\n\n\n<p>Wenngleich, wie Hoppe konstatiert, Etzels Schicksal ein tragisches ist, lie\u00dfe sich im Anschluss an Thomas Metzinger (und damit aus einer modernen Perspektive) konstatieren, dass \u00fcber die Figur Etzels und das Hunnenreich zugleich ein anderes \u201astatement\u2018 zur Krise in den Vordergrund gespielt wird, eines, das sich doch grundlegend von dem der Burgunden unterscheidet. Unbeteiligt zu sein, eine Distanz zum Geschehen aufzubauen, mitunter \u00fcber der Sache (der Krise) zu stehen, ist ein Charakterzug, der insbesondere die Figuren dieser erz\u00e4hlten Anderwelt auszeichnet \u2013 ob das \u201aw\u00fcrdevoller\u2018 ist als das aus neuzeitlicher Perspektive vielleicht starrsinnige, vielleicht sogar fatalistisch-d\u00e4mlich wirkende Verhalten der Burgunden, bleibt zur Diskussion offen. Man mag Etzel sein Nicht-Wissen vorwerfen, sich als heutiges Publikum irritiert dar\u00fcber zeigen, dass er als Ehemann Kriemhilds von ihren Motiven und ihrer Rachegesinnung anscheinend nichts mitbekommt \u2013 der Text legt damit aber doch vor allem nahe, dass das (Nicht-)Wissen die charakterliche Pr\u00e4gung der Figuren nicht tangiert. Dietrich von Bern etwa, der seinerseits der fatalen Entwicklung absolut gewahr ist, ver\u00e4ndert seine Haltung nicht, greift ebenfalls nicht freiwillig in Form kriegerischer Beteiligung in das Geschehen ein. Mit ihrer Einstellung, die dem heroischen Handlungsethos (wie es die sie umgebenden Helden verk\u00f6rpern) eine auf Frieden bzw. als dieser nicht m\u00f6glich scheint, vor allem eine auf Gerechtigkeit ausgerichtete, politische (Welt-)Haltung entgegensetzen,<a href=\"https:\/\/www.nibelungenlied-gesellschaft.de\/nlg\/swie-gern-ichz-vriden-wolde-etzel-als-friedenskoenig-im-weltengewitter\/#_edn22\"><sup>[22]<\/sup><\/a>&nbsp;erweisen sich Dietrich und Etzel als Au\u00dfenseiterfiguren in der sie umgebenden Nibelungenwelt.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Krieg, \u201aden keiner will\u2018, ist in der Anlage der Sage nicht aufzuhalten, eine Revision nicht vorgesehen. Beachtlich ist dennoch, dass die&nbsp;<em>M\u00f6glichkeit<\/em>&nbsp;der Revision in die Logik einzelner Figuren geh\u00f6rt: Auch die Hunnen glauben nicht an eine Rettung, halten aber best\u00e4ndig an der Option einer w\u00fcrdigen L\u00f6sung fest und vertreten dieses Gerechtigkeitsempfinden bis zum Schluss. Der Status eines&nbsp;<em>role models&nbsp;<\/em>f\u00fcr einerechte oder ethisch vorbildliche Haltung zur Krise wird Etzel im Epos daf\u00fcr nicht zuerkannt. Eher schreibt die Sage explizit dagegen an, wenn sie ihn und Dietrich weinend im Erz\u00e4hlraum zur\u00fcckl\u00e4sst.<\/p>\n\n\n\n<p><em>Dietr\u00eech unde Etzel weinen d\u00f4 began,<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>si klageten innecl\u00eeche beide m\u00e2ge unde man<\/em>&nbsp;(2377,3\u20134).<\/p>\n\n\n\n<p><em>Die beiden weinten, sie klagten von Herzen um Verwandte und Gefolgsleute.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Sie als rein bemitleidenswerte Figuren zu verstehen, w\u00e4re aber sicherlich genauso verfehlt. Denn bemitleidenswert sind letztlich nicht die Figuren, sondern die \u201akranke\u2018 Welt um sie herum, die bedingt, dass sie mit ihrer Position isoliert dastehen, die insbesondere dadurch zum Scheitern verurteilt ist. Etzel wie Dietrich pr\u00e4sentieren alternative Haltungen in der bzw. zur Krise, regen einen Blick auf das Gesamtepos an, der dieses nicht nur von Gewalt, sondern auch von ethischen und psychologischen Einsichten durchdrungen erscheinen l\u00e4sst. Einem Votum f\u00fcr Etzel als \u201cinteressanteste Figur in der ganzen Geschichte\u201d (FH 2021, 213), wie es Hoppe formuliert, lie\u00dfe sich daher zustimmen, aber nicht, weil der Hunnenk\u00f6nig eine tragische, anti-heroische Figur ist, weil er in die tiefste Grube f\u00e4llt, sondern weil er sich in anderer Weise (heroisch?) zur Krise verh\u00e4lt, weil er (um den Wortlaut Metzingers zu gebrauchen) wom\u00f6glich gar \u2018in W\u00fcrde scheitert\u2019 \u2013 wobei zu fragen w\u00e4re, ob nicht gerade das eigentlich mehr noch anr\u00fchrt als das \u201asichtbare Unbehagen\u2018 der Gewalteskalation im finalen Kampf.<\/p>\n\n\n\n<p>Etzel ist ein Friedensk\u00f6nig, der keinen Frieden etablieren kann, der mephistophelisch Gutes will und B\u00f6ses schafft bzw. nicht zu verhindern vermag. Der aber, entgegen Mephisto, trotzdem eine Figur der Hoffnung bleibt. Wird der Erz\u00e4hler des&nbsp;<em>Nibelungenliedes<\/em>&nbsp;mitunter daf\u00fcr kritisiert, dass er \u201emit so sichtlichem Vergn\u00fcgen Massenabschlachtungen [schildert]\u201c und dem Werk das \u201echristlich humanit\u00e4re Weltbild [fehle]\u201c, das andere Dichter der Zeit, wie Wolfram von Eschenbach, bereits pr\u00e4sentierten,<a href=\"https:\/\/www.nibelungenlied-gesellschaft.de\/nlg\/swie-gern-ichz-vriden-wolde-etzel-als-friedenskoenig-im-weltengewitter\/#_edn1\"><sup>[23]<\/sup><\/a>&nbsp;scheinen Figuren wie Etzel und Dietrich doch nur ungen\u00fcgend ber\u00fccksichtigt. Mit ihnen wird ein anderes Weltbild zumindest einbezogen, wenn auch zugleich in Frage gestellt. Der Hunnenk\u00f6nig erscheint als abstrakte Handlungsmacht, die sozusagen aus dem Off neue Spielregeln definiert, die als mhd.&nbsp;<em>w\u00e2n<\/em>&nbsp;hervortritt, als positive Hoffnung, Vision, Glaube. Etzel-sein als neue Haltung, Lebens- und Herrschaftsform quasi. Dass die Welt letztlich untergeht, dekonstruiert diese positive Hoffnung freilich radikal. Zugleich erweist sich die Etzelwelt auch als&nbsp;<em>liminaler Raum<\/em>&nbsp;(Victor Turner), als Zwischen- und \u00dcbergangs-Welt, die dazu beitr\u00e4gt, das&nbsp;<em>Denken wie \u00dcblich<\/em>&nbsp;(Alfred Sch\u00fctz) zu ersch\u00fcttern, dazu anregt, Krisenkonstellationen, vertraute Konfigurationen, Strukturen der Macht- und Herrschaft, aber auch etablierte moralische Werte zu hinterfragen. &nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Das Potenzial im k\u00fcnstlerischen Ansatz der 2024er Nibelungenfestspiele lie\u00dfe sich genau daran anschlie\u00dfen: Denn der Blick auf die Krise aus der Perspektive diplomatischer Bem\u00fchungen und von Figuren wie Etzel und Dietrich, erm\u00f6glicht es nicht nur, das Werk von anderer Seite zu erschlie\u00dfen, sondern es auch von eindimensionalen Lesarten zu befreien, die mitunter zu dessen politischer Instrumentalisierung beigetragen haben. Unter dem Titelschlagwort der Diplomatie wird eine Adaptionsrichtung gew\u00e4hlt, die das Heroische ein St\u00fcck weit \u201akaputtdenkt\u2019 und dadurch einer \u201aEntheroisierung\u2018 des Stoffes den Weg bereiten k\u00f6nnte.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/www.nibelungenlied-gesellschaft.de\/nlg\/swie-gern-ichz-vriden-wolde-etzel-als-friedenskoenig-im-weltengewitter\/#_ednref1\">[1]<\/a><em>&nbsp;<\/em>Bei dem vorliegenden Beitrag handelt es sich um eine gek\u00fcrzte und \u00fcberarbeitete Fassung des Vortrags, der am 25. Juni 2024 im Rahmen der Nibelungenfestspiele in Worms gehalten wurde. F\u00fcr die Einladung und die Organisation m\u00f6chte ich mich herzlich bei Dr. Ellen Bender bedanken.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/www.nibelungenlied-gesellschaft.de\/nlg\/swie-gern-ichz-vriden-wolde-etzel-als-friedenskoenig-im-weltengewitter\/#_ednref2\">[<\/a><a href=\"https:\/\/www.nibelungenlied-gesellschaft.de\/nlg\/swie-gern-ichz-vriden-wolde-etzel-als-friedenskoenig-im-weltengewitter\/#_ednref3\">2<\/a><a href=\"https:\/\/www.nibelungenlied-gesellschaft.de\/nlg\/swie-gern-ichz-vriden-wolde-etzel-als-friedenskoenig-im-weltengewitter\/#_ednref2\">]<\/a>&nbsp;https:\/\/www.nibelungenfestspiele.de\/nibelungenfestspiele\/2024\/Programm\/ (Zugriff 24.07.2024).<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/www.nibelungenlied-gesellschaft.de\/nlg\/swie-gern-ichz-vriden-wolde-etzel-als-friedenskoenig-im-weltengewitter\/#_ednref3\">[3]<\/a>&nbsp;Ebd.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/www.nibelungenlied-gesellschaft.de\/nlg\/swie-gern-ichz-vriden-wolde-etzel-als-friedenskoenig-im-weltengewitter\/#_ednref4\">[4]<\/a>&nbsp;Klaus von See,&nbsp;<em>Das Nibelungenlied. Ein Nationalepos?<\/em>, in: Joachim Heinzle\/Klaus Klein\/Ute Obhof (Hg.),&nbsp;<em>Das Nibelungenlied. Sage \u2013 Epos \u2013 Mythos<\/em>, Wiesbaden 2003, S. 309\u2013343, hier S. 333. Zur politischen Instrumentalisierung vgl. Seraine Plotke\/Robert Sch\u00f6ller\/Lysander B\u00fcchli (Hg.), Das&nbsp;<em>Nibelungische und der Nationalsozialismus. Popul\u00e4re und wissenschaftliche Diskurse im Dritten Reich<\/em>, Bielefeld 2023.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/www.nibelungenlied-gesellschaft.de\/nlg\/swie-gern-ichz-vriden-wolde-etzel-als-friedenskoenig-im-weltengewitter\/#_ednref5\">[5]<\/a>&nbsp;Victor Millet (<em>Siegfried, der Schatz und Br\u00fcnhild<\/em>, in: Amelie Bendheim\/Dennis Disselhoff,&nbsp;<em>Mittelalter im Medientransfer. Rezeptionswege vormoderner Literatur<\/em>, Bielefeld 2025, S. 159, Anm. 4) nennt als Ausnahme das Theaterst\u00fcck&nbsp;<em>Unser Lied<\/em>&nbsp;von Helmut Krausser (2003), das Hagen noch einmal in den Mittelpunkt stellt. Vgl. zur Rezeption des Siegfriedfigur auch Heinz Sieburg,&nbsp;<em>Die Siegfried-Figur der Nibelungen\u00fcberlieferung in interkultureller Perspektive<\/em>, in: Renata Cornejo\/Gesine Lenore Schiewer\/Manfred Weinberg (Hg.),&nbsp;<em>Konzepte der Interkulturalit\u00e4t in der Germanistik weltweit<\/em>, Bielefeld 2020, S. 331\u2013344.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/www.nibelungenlied-gesellschaft.de\/nlg\/swie-gern-ichz-vriden-wolde-etzel-als-friedenskoenig-im-weltengewitter\/#_ednref6\">[6]<\/a>&nbsp;Felicitas Hoppe,&nbsp;<em>Die Nibelungen. Ein deutscher Stummfilm<\/em>, Frankfurt 2021; folgend zit. unter der Sigle FH.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/www.nibelungenlied-gesellschaft.de\/nlg\/swie-gern-ichz-vriden-wolde-etzel-als-friedenskoenig-im-weltengewitter\/#_ednref7\">[7]<\/a>&nbsp;Vgl. Andreas Heusler,&nbsp;<em>Nibelungensage und Nibelungenlied<\/em>.&nbsp;<em>Die Stoffgeschichte des deutschen Heldenepos<\/em>, Darmstadt 1991 [Erstausgabe 1905], S. 72.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/www.nibelungenlied-gesellschaft.de\/nlg\/swie-gern-ichz-vriden-wolde-etzel-als-friedenskoenig-im-weltengewitter\/#_ednref8\">[8]<\/a>&nbsp;Mit der These, wir lebten in \u201cpostheroischen Zeiten\u201d verbinde sich, so Ulrich Br\u00f6ckling, \u201cdie Illusion einer befriedeten, nivellierten Gesellschaft, die keine Heroen ben\u00f6tigt und erschafft, weil sie individuelle Gr\u00f6\u00dfe f\u00fcr Anma\u00dfung h\u00e4lt\u201d (Br\u00f6ckling,&nbsp;<em>Postheroische Helden. Ein Zeitbild<\/em>, Berlin 2020, S. 10).&nbsp;&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/www.nibelungenlied-gesellschaft.de\/nlg\/swie-gern-ichz-vriden-wolde-etzel-als-friedenskoenig-im-weltengewitter\/#_ednref9\">[9]<\/a>&nbsp;PikiWiki, the statue of samson in ashdod (onliner unter&nbsp;<a href=\"https:\/\/commons.wikimedia.org\/wiki\/File:PikiWiki_Israel_85128_the_statue_of_samson_in_ashdod.jpg#\/media\/File:PikiWiki_Israel_85128_the_statue_of_samson_in_ashdod.jpg\">https:\/\/commons.wikimedia.org\/wiki\/File:PikiWiki_Israel_85128_the_statue_of_samson_in_ashdod.jpg#\/media\/File:PikiWiki_Israel_85128_the_statue_of_samson_in_ashdod.jpg<\/a>)<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/www.nibelungenlied-gesellschaft.de\/nlg\/swie-gern-ichz-vriden-wolde-etzel-als-friedenskoenig-im-weltengewitter\/#_ednref10\">[10]<\/a>&nbsp;Walter Haug,&nbsp;<em>Szenarien des heroischen Untergangs<\/em>, in: Ders.,&nbsp;<em>Positivierung von Negativit\u00e4t<\/em>, T\u00fcbingen 2008, S. 399\u2013411, hier S. 403. Dass das Gewaltpotenzial zentraler Faktor (m\u00e4nnlicher) Bew\u00e4hrung des Helden ist, betont auch Friedrich: \u201eDer Heros konstituiert seine Handlungen zuallererst im Kampf: Schlachten und Zweik\u00e4mpfe pr\u00e4gen seine Geschichte\u201c (Udo Friedrich,&nbsp;<em>Held und Narrativ. Zur narrativen Funktion des Heros in der mittelalterlichen Literatur<\/em>, in: Victor Millet\/Heike Sahm (Hg.), Narrati<em>on und hero.&nbsp;<\/em><em>Recounting the deeds of heroes in literature and art<\/em>, Berlin 2014, S. 175-194, hier S. 187).<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/www.nibelungenlied-gesellschaft.de\/nlg\/swie-gern-ichz-vriden-wolde-etzel-als-friedenskoenig-im-weltengewitter\/#_ednref11\">[11]<\/a>&nbsp;Ursula Schulze, Etzel\/Atli, in:&nbsp;<em>Lexikon des Mittelalters<\/em>. Bd. 10, Sp. 61\u201362. Zu den Konzeptualisierungen von Idealfiguren in der mittelalterlichen Gesellschaft vgl. Andreas Hammer,&nbsp;<em>Helden und Heilige. Kulturelle und literarische Integrationsfiguren des europ\u00e4ischen Mittelalters<\/em>, Heidelberg 2010.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/www.nibelungenlied-gesellschaft.de\/nlg\/swie-gern-ichz-vriden-wolde-etzel-als-friedenskoenig-im-weltengewitter\/#_ednref12\">[12]<\/a>&nbsp;Helmut de Boor,&nbsp;<em>Das Attilabild in Geschichte, Legende und heroischer Dichtung<\/em>, Darmstadt 1962 (Zitat S. 11), Klaus Rosen fokussiert das entgegengesetzte Bild (<em>Attila. Der Schrecken der Welt<\/em>, M\u00fcnchen 2006). Zur Vorstellung der Hunnen im alltagssprachlichen Gebrauch vgl. Ders.:&nbsp;<em>Attila \u2013 Europas Unvergesslicher<\/em>, in: Peter Geiss\/Konrad V\u00f6ssing (Hg.),&nbsp;<em>Die V\u00f6lkerwanderung: Mythos \u2013 Forschung \u2013 Vermittlung<\/em>, G\u00f6ttingen 2021, S. 151-183, hier S. 176. Zum Attila-Bild in der modernen Rezeption Matthias D\u00e4umer, Vom Sexappeal des Pseudo-Hunnen. George R.R. Martins Khal Drogo-Figur im Spiegel der Attila\/Etzel-Rezeption, in: Hans Rudolf Velten\/Nathanael Busch (Hg.),&nbsp;<em>Die Literatur des Mittelalters im Fantasyroman,&nbsp;<\/em>Heidelberg 2018, S. 45\u201364, Zitat S. 45.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/www.nibelungenlied-gesellschaft.de\/nlg\/swie-gern-ichz-vriden-wolde-etzel-als-friedenskoenig-im-weltengewitter\/#_ednref13\">[13]<\/a>&nbsp;Die Verdi-Oper&nbsp;<em>Attila<\/em>&nbsp;(UA: Venedig 1846), die auf dem Drama von Zacharias Werner (1808):&nbsp;<em>Attila, K\u00f6nig der Hunnen<\/em>&nbsp;basiert, wurde zwar zum Verdi-Jubil\u00e4um 1963 in Bremerhaven \u201cwiederentdeckt\u201d (&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.zeit.de\/1964\/50\/attila\">https:\/\/www.zeit.de\/1964\/50\/attila<\/a>) ist seitdem an Opernh\u00e4usern (auch im Vergleich zu anderen Verdi-Klassikern) selten auf dem Spielplan (Ausnahmen bilden z.B. die Auff\u00fchrung 2023 in der Semper Oper und beim Verdi Festival di Parma 2024). Dass der Herrscher selbst nicht als handlungsf\u00fchrend gezeigt wird, entspricht dem generellen narrativen Bild gro\u00dfer Herrscher, das auch Artus im Artusroman verk\u00f6rpert: \u201cJe m\u00e4chtiger ein Herrscher ist, desto weniger ziemt ihm der aktive Kampf\u201d (Herman Reichert,&nbsp;<em>Das Nibelungenlied. Text und Einf\u00fchrung<\/em>. Nach der St. Haller Handschrift, 2.durchg. u. erg. Auflage, Berlin\/Boston 2017, S. 442).<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/www.nibelungenlied-gesellschaft.de\/nlg\/swie-gern-ichz-vriden-wolde-etzel-als-friedenskoenig-im-weltengewitter\/#_ednref14\">[14]<\/a>&nbsp;Elke Br\u00fcggen\/Franz-Josef Holznagel,&nbsp;<em>Des k\u00fcnic Etzelen man: The Huns and their King in Fritz Langs Classic Silent Film \u2018Die Nibelungen and the Nibelungenlied\u2019<\/em>, in:&nbsp;<em>Barbarism Revisited. New Perspectives on an Old Concept<\/em>, Leiden\/Boston 2015, S. 223\u2013254. Zur filmisch konstruierten Fremdheit des Hunnenhofes bei Fritz Lang auch: Susanne Schul,&nbsp;<em>HeldenGeschlechtNarrationen, Gender, Intersektionalit\u00e4t und Transformation im Nibelungenlied und in Nibelungen-Adaptionen<\/em>, Frankfurt 2014, S. 432ff.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/www.nibelungenlied-gesellschaft.de\/nlg\/swie-gern-ichz-vriden-wolde-etzel-als-friedenskoenig-im-weltengewitter\/#_ednref15\">[15]<\/a>&nbsp;Trotz der unterschiedlichen Herrschaftsstrukturen am Wormser und am Hunnenhof, verweisen Schul und Br\u00fcggen darauf, dass sie in Bezug auf ihre kulturellen Standards \u201chomogenisiert\u201d (Schul,&nbsp;<em>HeldenGeschlechtNarrationen<\/em>, S. 425) und als gleichwertig betrachtet werden (\u201cThere is no question of inferiority\u201d, Br\u00fcggen\/Holznagel,&nbsp;<em>Des k\u00fcnic Etzelen man<\/em>, S. 235).<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/www.nibelungenlied-gesellschaft.de\/nlg\/swie-gern-ichz-vriden-wolde-etzel-als-friedenskoenig-im-weltengewitter\/#_ednref16\">[16]<\/a>&nbsp;Brunner sieht daher das Epos trotz seiner h\u00f6fischen Gestaltung durch einen \u201cradikal desillusionierenden Realismus\u201d gekennzeichnet (Horst Brunner,&nbsp;<em>Geschichte der deutschen Literatur des Mittelalters und der Fr\u00fchen Neuzeit<\/em>, Stuttgart 2013, S. 204).<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/www.nibelungenlied-gesellschaft.de\/nlg\/swie-gern-ichz-vriden-wolde-etzel-als-friedenskoenig-im-weltengewitter\/#_ednref17\">[17]<\/a>&nbsp;Thomas Metzinger,&nbsp;<em>Bewusstseinskultur<\/em>, M\u00fcnchen 2024. Metzinger verweist zudem auf weitere gegenw\u00e4rtige Krisen der Zeit, wie die Demokratiekrise, den Technologiewandel und die Pandemie.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/www.nibelungenlied-gesellschaft.de\/nlg\/swie-gern-ichz-vriden-wolde-etzel-als-friedenskoenig-im-weltengewitter\/#_ednref18\">[18]<\/a>&nbsp;Vgl. Horst Brunner,&nbsp;<em>Geschichte der deutschen Literatur des Mittelalters und der Fr\u00fchen Neuzeit im \u00dcberblick<\/em>, Stuttgart 2019, S. 197\u2013204.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/www.nibelungenlied-gesellschaft.de\/nlg\/swie-gern-ichz-vriden-wolde-etzel-als-friedenskoenig-im-weltengewitter\/#_ednref19\">[19]<\/a>&nbsp;Bereits die Brautwerbung um Kriemhild verl\u00e4uft ungew\u00f6hnlich friedlich, wird mit \u201e\u00e4u\u00dferster zeremonieller Sensibilit\u00e4t durchgespielt\u201c (Walter Haug,&nbsp;<em>Szenarien des heroischen Untergangs<\/em>, S. 410). Es gibt keinen Konflikt, kein gewaltsames Einverleiben, wie sie die produktiven Formen des Brautraubs oder der Brautentf\u00fchrung erz\u00e4hlen. Etzel betitelt die Burgunden als&nbsp;<em>vriunde<\/em>&nbsp;(NL 1402,4) und verwendet diese Bezeichnung durchg\u00e4ngig, wenn er sich auf die Verwandten Kriemhilds bezieht. Im Text-Kommentar von Grosse hei\u00dft es, die Einladung von Kriemhilds Verwandten stelle den Charakter Etzels als \u201cgermanenfreundlichen, toleranten Herrscher\u201d aus (Siegfried Grosse,&nbsp;<em>Kommentar<\/em>, in:&nbsp;<em>Das Nibelungenlied<\/em>. Nach dem Text von Karl Bartsch und Helmut de Boor, Stuttgart 2007, S. 719\u2013935, hier S. 869).&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/www.nibelungenlied-gesellschaft.de\/nlg\/swie-gern-ichz-vriden-wolde-etzel-als-friedenskoenig-im-weltengewitter\/#_ednref20\">[20]<\/a>&nbsp;Zugriff auf den&nbsp;<em>Codex Manesse<\/em>&nbsp;online unter:&nbsp;<a href=\"http:\/\/digi.ub.uni-heidelberg.de\/diglit\/cpg848\/0029\">http:\/\/digi.ub.uni-heidelberg.de\/diglit\/cpg848\/0029<\/a>&nbsp;(Zugriff 05.02.2025)<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/www.nibelungenlied-gesellschaft.de\/nlg\/swie-gern-ichz-vriden-wolde-etzel-als-friedenskoenig-im-weltengewitter\/#_ednref21\">[21]<\/a>&nbsp;Hilkert Weddige,&nbsp;<em>Einf\u00fchrung in die germanistische Medi\u00e4vistik<\/em>, M\u00fcnchen: 2006, S. 213.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/www.nibelungenlied-gesellschaft.de\/nlg\/swie-gern-ichz-vriden-wolde-etzel-als-friedenskoenig-im-weltengewitter\/#_ednref22\">[22]<\/a>&nbsp;\u2018Politisch\u2019 verstehe ich hier mit Burkhard Hasebrink (im Anschluss an die politische Theorie von Ernst Vollrath) als einen \u201cvon Optionalit\u00e4t, Zweiseitigkeit, Verhandlung und Revision\u201d bestimmten Handlungsmodus (Hasebrink,&nbsp;<em>Aporie, Dialog, Destruktion. Eine textanalytische Studie zur 37. Aventiure des Nibelungenliedes<\/em>, in: Nikolaus Hengel (Hg.),&nbsp;<em>Dialoge. Sprachliche Kommunikation in und zwischen Texten im deutschen Mittelalter<\/em>, T\u00fcbingen 2003, S. 7\u201320, hier S. 11).<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/www.nibelungenlied-gesellschaft.de\/nlg\/swie-gern-ichz-vriden-wolde-etzel-als-friedenskoenig-im-weltengewitter\/#_ednref1\">[23]<\/a>&nbsp;Hermann Reichert,&nbsp;<em>Das Nibelungenlied. Text und Einf\u00fchrung<\/em>, Berlin\/Boston 2017, S. 523. Regina Toepfer konstatiert im Anschluss an Elisabeth Lienert zur Figur Dietrich von Bern bereits, dass sich hier ein neues Heldenideal festmachen l\u00e4sst, das sich durch die Ablehnung von Gewalt und heroischem Heldentum definiere. Dietrich k\u00f6nne seine \u201eSpielregeln f\u00fcr das \u00dcberleben\u201c aber aus Mangel an \u201eMitspielern\u201c nicht umsetzen (Regina Toepfer,&nbsp;<em>Spielregeln f\u00fcr das \u00dcberleben. Dietrich von Bern im Nibelungenlied und in der Nibelungenklage<\/em>, in: ZfdA 141\/3 (2012), S. 310\u2013334, hier S. 332). Elisabeth Lienert,&nbsp;<em>Die historische Dietrichepik. Untersuchungen zu Dietrichs Flucht, Rabenschlacht und Alpharts Tod<\/em>, Berlin\/New York, bes. S. 40.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Prof. Dr. Amelie Bendheim Prolog: Diplomatisches im Nibelungenlied?[1] Selbst wer das&nbsp;Nibelungenlied&nbsp;(NL) nur vom H\u00f6rensagen kennt, d\u00fcrfte \u00fcber den Titel des von dem Autorenduo Zaimoglu\/Senkel 2024 neu erz\u00e4hlten St\u00fccks,&nbsp;Der Diplomat,&nbsp;verwundert gewesen sein. Und auch die publizistische Ank\u00fcndigung, es gehe in diesem Jahr \u201cnicht um die Intrigen und R\u00e4nkespiele rund um Siegfried, Hagen [und]&nbsp;die Burgunder\u201d, sondern \u201cum &#8230; <span class=\"more\"><a class=\"more-link\" href=\"https:\/\/www.nibelungenlied-gesellschaft.de\/nlg\/swie-gern-ichz-vriden-wolde-etzel-als-friedenskoenig-im-weltengewitter-2\/\">[Read more&#8230;]<\/a><\/span><\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":893,"parent":0,"menu_order":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":{"footnotes":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nibelungenlied-gesellschaft.de\/nlg\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/880"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nibelungenlied-gesellschaft.de\/nlg\/wp-json\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nibelungenlied-gesellschaft.de\/nlg\/wp-json\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nibelungenlied-gesellschaft.de\/nlg\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nibelungenlied-gesellschaft.de\/nlg\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=880"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.nibelungenlied-gesellschaft.de\/nlg\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/880\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":881,"href":"https:\/\/www.nibelungenlied-gesellschaft.de\/nlg\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/880\/revisions\/881"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nibelungenlied-gesellschaft.de\/nlg\/wp-json\/wp\/v2\/media\/893"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nibelungenlied-gesellschaft.de\/nlg\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=880"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}