{"id":85,"date":"2019-09-19T01:24:51","date_gmt":"2019-09-18T23:24:51","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nibelungenlied-gesellschaft.de\/wordpress\/?page_id=85"},"modified":"2019-09-19T01:26:27","modified_gmt":"2019-09-18T23:26:27","slug":"feridun-zaimoglu-biografisches-von-magdalen-frank","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.nibelungenlied-gesellschaft.de\/nlg\/beitraege\/feridun-zaimoglu-biografisches-von-magdalen-frank\/","title":{"rendered":"Feridun Zaimoglu \u2013 Biografisches von Magdalen Frank"},"content":{"rendered":"\n<h3 class=\"wp-block-heading\">\u201eSiegfrieds\nErben\u201c<\/h3>\n\n\n\n<p>F\u00fcr\ndie Wormser Nibelungen-Festspiele 2018 verfassten Feridun Zaimoglu\nund G\u00fcnter Senkel die Textvorlage. Mit ihrem St\u00fcck \u201eSiegfrieds\nErben\u201c bieten sie eine Fortsetzung des alten Nibelungenliedes und\nzeigen, wie die zehn Personen weiterleben, die das gro\u00dfe Morden an\nEtzels Hof \u00fcberstanden haben. Ute, Brunhild und ihr Sohn waren in\nWorms geblieben und leben dort zusammen mit dem Priester, der den Weg\nins Hunnenland nicht geschafft hatte und zur\u00fcckkehren musste. In\nXanten gibt es Siegfrieds Eltern und deren zwei Enkel. Bei den Hunnen\n\u00fcberlebten K\u00f6nig Etzel mit Dietrich von Bern und dessen\nWaffenmeister Hildebrand das Inferno auf seiner Burg.<\/p>\n\n\n\n<p>Alle\nParteien betrachten sich als berechtigte Erben des Wormser\nK\u00f6nigshofs, und insbesondere Kriemhilds Witwer Etzel m\u00f6chte an den\nim Rhein versenkten Nibelungenschatz. Um ihre Anspr\u00fcche anzumelden,\nziehen sowohl Etzel mit seinem Gefolge als auch das Xantener\nK\u00f6nigspaar mit seinen Enkeln nach Worms.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" width=\"980\" height=\"489\" src=\"https:\/\/www.nibelungenlied-gesellschaft.de\/nlg\/wp-content\/uploads\/2019\/09\/Magdalen-Frank.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-86\" srcset=\"https:\/\/www.nibelungenlied-gesellschaft.de\/nlg\/wp-content\/uploads\/2019\/09\/Magdalen-Frank.jpg 980w, https:\/\/www.nibelungenlied-gesellschaft.de\/nlg\/wp-content\/uploads\/2019\/09\/Magdalen-Frank-300x150.jpg 300w, https:\/\/www.nibelungenlied-gesellschaft.de\/nlg\/wp-content\/uploads\/2019\/09\/Magdalen-Frank-768x383.jpg 768w\" sizes=\"(max-width: 980px) 100vw, 980px\" \/><figcaption>Feridun Zaimoglu @ Arne List \/ wikimedia<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Neben\nihrer Machtgier werden alle Akteure von Rachegedanken beherrscht.\nJeder von ihnen hat noch mindestens eine Rechnung bei den Anderen\noffen. Eine Fortsetzung des Mordens ist vorprogrammiert: F\u00fcr den\nHeiden Etzel, von seiner unumschr\u00e4nkten Herrschaft \u00fcberzeugt, fast\neine Selbstverst\u00e4ndlichkeit, aber auch f\u00fcr die christliche Welt,\ndie Etzel in Worms vorfindet. Dar\u00fcber staunt der Heide: Das\naggressive Verhalten der Burgunden und Niederl\u00e4nder entspricht nicht\ndem, was er selbst von der Botschaft des Neuen Testaments wei\u00df.\n\u201eDies Christenland bleibt mir eine ferne Gegend: Ihr liebt euren\nGott, aber nicht eure Kinder\u201c, bemerkt Etzel in der vierten Szene.\nDie Frage nach der fehlenden Mutterliebe leitet das St\u00fcck ein &#8211; und\nbeendet es. \n<\/p>\n\n\n\n<p>Das\nGrauen, das schon im mittelhochdeutschen Epos gezeigt wird, geht nun\nweiter. Die Alten infizieren die junge Generation mit ihrem Gift:\n\u201eSie spinnen uns ein in ihre alte Welt\u201c, sagt der junge Burkhardt\nzu seiner Kusine Swanhild. Diese gibt vergiftete Speisen an die\nhunnischen Feinde weiter \u2013 und vergiftet, ohne es zu ahnen, auch\nihr eigenes Heer. Eine Feuersbrunst vernichtet wie zu Beginn des\nSt\u00fccks die  Leichenberge. \n<\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fcnf\nMenschen \u00fcberleben diesmal das Fiasko: Etzel, seine zwei\nGefolgsm\u00e4nner Dietrich und Hildebrand (der jedoch irre geworden ist)\nund Etzels Schamanin. Auf christlicher Seite bleibt nur Burkhardt am\nLeben, Brunhilds Sohn. Wegen seines Mutes und seiner Klarsicht wird\ner von Etzel zu seinem Nachfolger erkl\u00e4rt. \n<\/p>\n\n\n\n<p>Durch\nalle Szenen zieht sich als Zentrum der Machtfrage die Kontroverse\nzwischen Heidentum und Christentum. In der Erfahrung eines fehlenden\nGottes wird die Kontroverse jedoch wieder neutralisiert. Alle &#8211; bis\nauf den von sich selbst absehen k\u00f6nnende Burkhardt \u2013 sind b\u00f6se.\nDer Zerst\u00f6rungsprozess wird anhand emotionaler Kr\u00e4fte und\nVerhaltensweisen der einzelnen Figuren wie Missachtung, Trauer,\nAngst, Wut, Verrat, Rache, Gier, Mord gezeigt. Mit Schillers Don\nCarlos m\u00f6chte man ausrufen: \u201eGibt es keinen Gott? Was? D\u00fcrfen in\nseiner Sch\u00f6pfung K\u00f6nige so hausen?\u201c (\u201eDon Carlos\u201c, 5. Akt, 4.\nAuftritt) \n<\/p>\n\n\n\n<p>Ein\nweiterer Schwerpunkt von \u201eSiegfrieds Erben\u201c liegt auf den\nVorstellungen von Sippe, Treue, Mut. Dies wurde ebenfalls schon im\nNibelungenlied in \u00e4hnlichen Bildern dargestellt.<\/p>\n\n\n\n<p>G\u00fcnter\nSenkel studierte Germanistik und war Buchh\u00e4ndler. Von seiner\nAusbildung her ist es naheliegend, dass er sich mit deutscher\nLiteratur befasst. Nicht aber so bei Feridun Zaimoglu, einem im\nanatolischen Bolu 1964 geborenen Gastarbeitersohn, der seit 1984 in\nKiel wohnt. Was hat ihn dazu gef\u00fchrt, sich deutschen Dichtungen wie\ndem Nibelungenlied anzunehmen, und das \u201emit gro\u00dfer Lust\u201c, wie er\nsagt? Ein Blick auf seine Biografie kann Antworten geben. \n<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Identit\u00e4t und\nHerkunft<\/h4>\n\n\n\n<p>Will\nman dem Autor Zaimoglu gerecht werden, empfiehlt es sich, sich von\ngewissen Denkschablonen zu l\u00f6sen. Spekulationen \u00fcber eine\neventuelle Nationalit\u00e4ts- oder Religionszugeh\u00f6rigkeit helfen im\nFall Zaimoglu nicht weiter: Er selbst denkt und handelt nicht nach\nfestgelegten Kategorien.<\/p>\n\n\n\n<p>Feridun\nZaimoglu ist, was er betont, ein Deutscher, auch wenn er in Anatolien\ngeboren und als Kind immer wieder von der T\u00fcrkei nach Deutschland\nund zur\u00fcckverfrachtet wurde. \u201eIch bin ein etwas sp\u00e4ter\nhinzugekommener Deutscher\u201c, sagt er. \u201eHier bleibe ich, hier will\nich begraben werden.\u201c Und: \u201eIch kann einfach sagen, Deutschland\nist meine geliebte Heimat. Vor allem der Norden. Ich will hier nicht\nweg. Ich liebe den d\u00fcsteren Himmel, das fahle Licht und die etwas\nherben Menschen. Ich liebe auch die Sprache. Meine Dichtung, meine\nQuellen, ja meine D\u00fcsternis ist deutsch.\u201c \n<\/p>\n\n\n\n<p>Seinen\nFamiliennamen m\u00f6chte er deutsch ausgesprochen haben, also so, wie\nman ihn schreibt und nicht \u201eSeimohlu\u201c, wie er auf T\u00fcrkisch\nhei\u00dfen w\u00fcrde. \u201eMeckerer an der deutschen Aussprache meines Namens\nsind Herkunftsspie\u00dfer\u201c, meint er.<\/p>\n\n\n\n<p>Die\nFrage nach einer Identit\u00e4t stellt sich f\u00fcr Zaimoglu nicht:\n\u201eIdentit\u00e4t ist der Tofu der Lemminge.\u201c Oder: \u201eAuf die Ethnie\nbeziehen sich die Ausgebremsten.\u201c Er verwahrt sich gegen\nFestlegungen von au\u00dfen: \u201eIch bin nun mal keine starre Kreatur mit\neiner ewig gleichen Sprechblase \u00fcberm Haupt.\u201c \u2013 \u201eIch bin ein\naltmodischer Geschichtenerz\u00e4hler, ein Unterhalter. Ich schreibe \u00fcber\nEmpfindsamkeit, \u00fcber Romantik, \u00fcber das brennende Verlangen, die\nLiebe.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>\u00dcber\nseine Herkunft berichtet er in \u201eKopf und Kragen\u201c: \u201eMeine Mutter\nist Tscherkessin und kommt aus dem Kaukasus. Ihre Sippe entkam nur\nknapp der Deportation nach Sibirien(\u2026). Mein Vater wiederum geh\u00f6rte\nder dritten Generation der Balkanfl\u00fcchtlinge an, die sich nach der\nWeltkriegsniederlage und dem Zusammenbruch des Osmanischen Reiches in\ndas t\u00fcrkische Kernland aufgemacht hatten. Ich bin im anatolischen\nBolu geboren, meine achtzehn Monate j\u00fcngere Schwester ist geb\u00fcrtige\nBerlinerin.\u201c Und er fragt: \u201eKann man vor solch immensen\nZeitz\u00e4suren und biografischen Br\u00fcchen noch von einer einzigen\nIdentit\u00e4t sprechen, die alle Altersklassen in der Geschlechterfolge\nin Haft nimmt?\u201c So bezeichnet er sich hinsichtlich seiner Herkunft\nals \u201eSchlammblut\u201c. \n<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Ausbildung und\nErziehung<\/h4>\n\n\n\n<p>Feridun\nZaimoglu ist in einem Hin und Her zwischen der t\u00fcrkischen und der\ndeutschen Kultur aufgewachsen. 26 mal ist er mit seinen Eltern\numgezogen, was f\u00fcr den Jungen einen turbulenten Bildungsweg mit sich\nbrachte: Einschulung in Ankara, nach vier Schuljahren Umzug nach\nM\u00fcnchen-Moosach, wo Zaimoglu intensiv Deutsch lernt. Als er 13 Jahre\nalt ist, kehrt die Familie nach Ankara zur\u00fcck, Zaimoglu besucht dort\nzwei Jahre lang die Schule der Deutschen Botschaft. Mit 15 macht er\nsich alleine auf nach Nienburg, wohnt dort bei Verwandten des Vaters\nund absolviert die zehnte Klasse. Als 16-J\u00e4hriger geht er zur\nFamilie zur\u00fcck nach Istanbul und dort in ein privates\n\u00f6sterreichisches Gymnasium. Er schw\u00e4nzt die Schule und droht zu\nscheitern. Beruflich geht es dem Vater nicht gut, die ganze Familie\nzieht wieder nach Deutschland, jetzt nach Bonn. \u201eMein Vater\ner\u00f6ffnete dort ein \u00dcbersetzungsb\u00fcro und hat damit auch sein\nAuskommen gefunden. Ich ging wieder in die Schule \u2013 und diesmal\nhabe ich richtig Gas gegeben, das Abitur wie ein Streber mit der\nBestnote gemacht.\u201c Notendurchschnitt: 1,0. Eine Tat, die Zaimoglu\nheute so bewertet: \u201eDiese Note war meine eigene Bl\u00f6dheit, meiner\nMutter zuliebe.\u201c Denn: \u201eWas n\u00fctzt das Streberhafte, wenn man\nsonst keinen blassen Dunst hat?\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Als\nKind war er sch\u00fcchtern, stumm, ja, er stand kurz davor, in eine\nSonderschule eingewiesen zu werden. \u201eIch war ein evakuiertes,\nzungenbet\u00e4ubtes Kind in einem Wunderland. Alles um mich herum war\nSpielfilm\u201c, erinnert sich der Autor an seine ersten Jahre in\nDeutschland. Er beschreibt, wie er Deutsch lernte: \u201eNicht Adams\nAprikose, nicht Adams Birne \u2013 Adams Hals beulte ein kleiner Apfel\naus, und also starrte ich auf die vier Apfelschnitze auf dem\nNachtischteller, und ich stellte mir vor, wie sich diese Schnitze zum\nganzen Apfel f\u00fcgten und wie Herrn Adam ebendieser Apfel knapp\nunterhalb der Kinnlade herauswuchs.\u201c Diese Erinnerung zeigt das\nDenken und Empfinden des achtj\u00e4hrigen Kindes und seinen ganz\neigenwilligen Umgang mit der neuen deutschen Sprache.<\/p>\n\n\n\n<p>Wenn\nsich Feridun Zaimoglu heute in Integrationsdebatten einmischt, dann\nstellt er an die Fremden, die in Deutschland bleiben wollen, nur eine\neinzige Forderung: \u201eLernt die deutsche Sprache.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Die\nEltern Zaimoglu taten alles, damit ihren beiden Kindern die\nIntegration in Deutschland gelingen m\u00f6ge. Obwohl zuhause T\u00fcrkisch\ngesprochen wurde, verboten die Eltern ihren Kindern den Umgang mit\nanderen t\u00fcrkischst\u00e4mmigen Altersgenossen. Erzogen wurden Feridun\nund Belhe allerdings nach streng osmanischer Sitte, was bedeutete,\ndass die Kinder ihre Eltern mit \u201eSie\u201c ansprachen, dass sie in\nGegenwart der Eltern die Beine nicht \u00fcbereinander schlugen und immer\naufstanden, sobald die Eltern den Raum betraten. Kam eine Frau ins\nZimmer, erhob man sich. Und: \u201eSchl\u00e4gt ein Mann eine Frau, so geh\nhin und brich ihm die Hand.\u201c Feridun Zaimoglu gesteht, dass er\ndiese drakonische Strafe schon selbst angewandt hat.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Scheitern<\/h4>\n\n\n\n<p>\u201eWer\nin einer Klimazone der Unterschichtskr\u00e4fte aufw\u00e4chst, hat sich f\u00fcr\nsein sp\u00e4teres Leben eins vorgenommen: Er will und wird nicht auf\nhalber Strecke verrecken, um Gottes Willen, nein\u201c, schreibt\nZaimoglu 2001 in seinem \u201eKanak-Kultur-Kompendium\u201c \u201eKopf und\nKragen\u201c. Doch genau zu einem solchen \u201eVerrecken auf halber\nStrecke\u201c ist es bei ihm gekommen. Trotz Einser-Abitur, trotz guter\nNoten im Medizinstudium, das er zugunsten eines Kunststudiums nach\ndem Physikum abbrach, er landete, nachdem ihn die Kieler\nKunstakademie zweimal hinausgeworfen hatte, im Abseits.<\/p>\n\n\n\n<p>Mit\nEnde 20 hatte er nichts. Keine Aufenthaltserlaubnis, kein Einkommen,\nnur ein paar Freunde, die ihn einluden, wenn sie mit ihm einen Kaffee\ntrinken wollten. Mit diversen Jobs hielt er sich notd\u00fcrftig \u00fcber\nWasser: Als Leichenw\u00e4scher in einer Moschee, als Sch\u00e4chter im\nSchlachthof, als Pfannen- und Tellerw\u00e4scher und als Landvermesser.\nSeine bisherigen Anstrengungen, die Anstrengungen seiner Eltern \u2013\nalles hatte er in den Sand gesetzt: \u201eMeine Eltern wollten immer,\ndass es uns eines Tages nicht nur besser, sondern viel besser gehen\nsollte als ihnen selbst. Deshalb hatten sie alles Geld in unsere\nBildung investiert. Nun f\u00fchlte ich mich wie ein undankbares Schwein,\ndas alles zunichte gemacht hat. Es war furchtbar. Aber es ging nicht\nanders\u201c, sagt Zaimoglu.<\/p>\n\n\n\n<p>Dabei\nhatten es die Eltern vorgemacht, wie es geht, rauszukommen aus dem\nPferch: Die Mutter war anfangs Putzfrau und am Ende Angestellte bei\nWoolworth, der Vater begann als Gerber in einer Lederfabrik und\narbeitete sp\u00e4ter als \u00dcbersetzer f\u00fcr die t\u00fcrkische Botschaft.<\/p>\n\n\n\n<p>Feridun\nZaimoglu teilt seiner Umwelt indirekt schon recht fr\u00fch mit, was ihn\nwirklich interessiert: Es ist das Lesen, es sind die B\u00fccher: \u201eOhne\nB\u00fccher w\u00fcrde ich mir die Kugel geben. Die B\u00fccher waren meine\nRettung. Bei uns herrschten Arme-Leute-Verh\u00e4ltnisse. Die Realit\u00e4t\nwar f\u00fcrn Arsch. Man ver\u00e4tzte, wenn man sich der Realit\u00e4t\naussetzte. Meine Eltern waren verwundert \u00fcber meine Leserei. Doch\nsie lie\u00dfen mich machen\u201c, sagt er.<\/p>\n\n\n\n<p>Heute\nliest er meistens Gedichte, weniger Prosatexte, da aber deutsche\nM\u00e4rchen, Sagen und Legenden besonders gern. Als Lieblingsdichter\nnennt er: Alfred D\u00f6blin, Franz Kafka, Josef Roth, Gottfried Benn,\nPatrick Roth, Friedrich D\u00fcrrenmatt, Johannes Bobrowski, Ingeborg\nBachmann, Paul Celan, Rainer Maria Rilke, Stefan George, Anne Sexton,\nSylvia Plath \u2013 und: Hans Jakob Christoph von Grimmelshausen. Seinen\n\u201eSimplicissimus\u201c habe er \u201eintraven\u00f6s\u201c in sich aufgenommen.\nIn dieser Geschichte aus der Zeit des 30-j\u00e4hrigen Krieges hat er\nsich selbst verorten k\u00f6nnen, sich selbst und die \u201ever\u00e4tzte\nRealit\u00e4t\u201c ringsum.  \n<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Wut und Mut<\/h4>\n\n\n\n<p>Um\n1994 herum beginnt der \u201edoppelte Studienabbrecher\u201c, \u201eder\nzweifach ausgewiesene Versager\u201c, wie sich Feridun Zaimoglu als\nGastprofessor an der FU Berlin 2007 seinen Studenten vorstellt, mit\ndem Schreiben. In den Jahren davor h\u00e4tte er ab und zu mal ein paar\nLiebesgedichte geschrieben, die seien aber schlecht gewesen und\nweggeworfen worden. Nun schreibt er Prosa, doch auch hier folgt er,\nwie in den Liebesgedichten,<\/p>\n\n\n\n<p>seinem\nGef\u00fchl: Jetzt ist es die Wut, die sein Schreiben bestimmt. Schon die\nTitel seiner ersten Ver\u00f6ffentlichungen lassen dies erahnen: \n<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eKanak Sprak. Mi\u00dft\u00f6ne vom Rande der Gesellschaft\u201c  <br>\u201eAbschaum. Die Geschichte von Ertan O.\u201c<br>\u201eKoppstoff\u201c<br>\u201eLiebesmale, scharlachrot\u201c<br>\u201eKopf und Kragen\u201c<br>\u201eGerman Amok\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>All\ndas sind \u201eGro\u00dfgedichte der Wut und der Selbstvergewisserung\u201c,\nwie Volker Weidermann in seiner \u201eGeschichte der deutschen Literatur\nseit 1945\u201c schreibt.<\/p>\n\n\n\n<p>Die\nWut Zaimoglus geht so weit, dass auch die geliebte deutsche Sprache\nverhackst\u00fcckt und verst\u00fcmmelt wird und sowas wie eine\nRap-Kunstsprache entsteht: \u201eWas soll \u00fcberhaupt dies pomadenschi\u00df\nvon deutsch-is-nummer-eins-was-gibt!\u201c (\u201eKanak Sprak\u201c) \n<\/p>\n\n\n\n<p>Seelische\nVerst\u00fcmmelungen bei jungen Deutscht\u00fcrken sind das Thema des\nBriefromans \u201eLiebesmale, scharlachrot\u201c. Bei einem der\nBriefschreiber haben die seelischen Verletzungen eine sexuelle\nImpotenz zur Folge.<\/p>\n\n\n\n<p>Heute,\nwo die Schmerzen von damals nachgelassen haben, kann der Autor diese\nfr\u00fche Phase seines Schreibens von einer l\u00e4ssig-heiteren Seite\nbetrachten: \u201eIch zog los, einen wunderbar misch-maschigen\nHalbstarkenradau anzuzetteln, getrieben von der Unrast der Bastarde,\ngepeitscht vom Schalkd\u00e4mon im Busen, fein- und feschgemacht im\nprunkigen Halunkenlook.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Zaimoglu\nbeginnt seine Laufbahn als Schriftsteller mit einer \u00dcbertretung\neines Verbots: Er tut genau das, was schon fr\u00fch von den Eltern\nverhindert worden war, er geht zu den jungen T\u00fcrken, zu den\nGastarbeiterkindern, er spricht mit ihnen. Er findet bei ihnen die\nWut, die auch er in sich tr\u00e4gt. Er ver\u00f6ffentlicht in k\u00fcnstlerisch\nabgewandelter Form, was ihm seine t\u00fcrkischst\u00e4mmigen Altersgenossen\nberichten. Indem er dieses alte Verbot \u00fcbertritt, zeigt er Mut \u2013\nauch wenn dieser aus der Verzweiflung geboren ist. Und er hat, zu\nseinem eigenen Erstaunen, Erfolg mit seinen B\u00fcchern, obwohl sich die\ndeutsche \u00d6ffentlichkeit zun\u00e4chst entsetzt zeigt. Die Eltern\nZaimoglu sind es wirklich. \u201eMutter, ich habe dich entt\u00e4uscht\u201c,\nbetitelt der zeichnende Autor sp\u00e4ter ein Portrait seiner Mutter.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Sehnsucht,\nAushalten der Wahrheit, Liebe<\/h4>\n\n\n\n<p>Feridun\nZaimoglu kann nun mit seinem Schreiben seinen Lebensunterhalt\nverdienen. Er \u00f6ffnet sich der Poesie, er verfasst Erz\u00e4hlungen \u00fcber\ndie Sehnsucht nach dem Urspr\u00fcnglichen, nach dem Einfachen inmitten\neiner kapitalisierten Bed\u00fcrfnisbefriedigung. Mit der Erz\u00e4hlung\n\u201eH\u00e4ute\u201c reist er 2003 nach Klagenfurt und gewinnt den Preis der\nJury des Ingeborg-Bachmann-Wettbewerbs. Kritiker sind begeistert:\n\u201eSchon bald wird es erste Dissertationen \u00fcber sein Werk geben\u201c,\nmeint Nils Minkmar in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Die\npreisgekr\u00f6nte Erz\u00e4hlung ist eine von zw\u00f6lf Geschichten des Bandes\n\u201eZw\u00f6lf Gramm Gl\u00fcck\u201c. Sieben davon spielen in Deutschland, f\u00fcnf\nin der T\u00fcrkei: Feridun Zaimoglu n\u00e4hert sich dem Land seiner Ahnen.<\/p>\n\n\n\n<p>Nach\nseinem Erfolg in Klagenfurt fragt die Mutter ihren Sohn, ob er denn\ngl\u00fccklich sei als Schriftsteller. Zaimoglu: \u201eWas konnte ich ihr\nantworten? Ich war Gott dankbar, dass ich B\u00fccher schreiben konnte.\u201c\nNach einer Pause sagt die Mutter dann nur diesen einen Satz: \u201eIch\nm\u00f6chte, dass du mein Leben aufschreibst.\u201c Der Mut des Sohnes, der\nsich ihr in seinem Schreiben gezeigt hat, \u00fcbertr\u00e4gt sich auf sie.\nDie Mutter entwickelt die Kraft, hinzusehen auf die Wahrheit, auf\nihre Kindheit und Jugend in der T\u00fcrkei, die aus einer Kette von\nVerrat, Betrug und Gewalt bestanden. Aber auch aus einer gro\u00dfen\nLiebesf\u00e4higkeit und Liebessehnsucht. Sie bespricht unz\u00e4hlige\nTonb\u00e4nder mit ihren Erinnerungen f\u00fcr ihren Sohn.<\/p>\n\n\n\n<p>Daraus\nentsteht 2006 der Roman \u201eLeyla\u201c, ein Buch, in dem der\nSippengedanke und eine unheilvolle Treue ebenfalls eine Rolle\nspielen. \u201eIch habe zwei Monate gebraucht, um mich von der Arbeit an\n`Leyla\u00b4 wieder zu erholen, ich war bis an die Grenze der\nBelastbarkeit gegangen\u201c, erinnert sich der Autor. \u201eIch bin mit\nall diesen Schauerm\u00e4rchen aufgewachsen, auch ich bin infiziert, auch\nich bin versengt und verbrannt\u201c, betont er. Diese \u201eSchauerm\u00e4rchen\u201c\nbestehen in unvorstellbaren Gr\u00e4ueltaten  in der Familie der Mutter:\nZaimoglus Gro\u00dfmutter wurde vor ihrer Flucht aus dem Kaukasus als\njunge Frau von russischen Soldaten mehrfach vergewaltigt. Sie bekommt\nein Kind, eine Tochter. Sp\u00e4ter wird diese von ihrem gewaltt\u00e4tigen\n\u201eZiehvater\u201c, Zaimoglus Gro\u00dfvater, selbst missbraucht. Auch sie\nbringt ein Kind zur Welt, das aber kurz nach der Geburt von seinem\nErzeuger get\u00f6tet wird. \u201eVon diesen L\u00fcgen war die Mutter\nfortgekommen, sie hatte sich dem Zugriff der bluts\u00fcchtigen\nBluts\u00e4ufer entzogen, sie hatte die Familie verlassen\u201c, sagt\nFeridun Zaimoglu und spricht hier \u00fcber seine eigenen Vorfahren.<\/p>\n\n\n\n<p>Es\nwird klar, dass sich die Familie Zaimoglu nicht nur des\nGeldverdienens wegen nach Deutschland aufgemacht hat. Sie wollte\neiner Atmosph\u00e4re der Dem\u00fctigungen und Vernichtungsversuche\nentfliehen. Von Beginn an sind die Eltern von einer Liebe zu\nDeutschland durchdrungen: \u201eMeine Mutter und mein Vater hatten mir\ndiese Liebe als Kind eingeimpft, sie waren in den 1960ern aus den\nalten Verh\u00e4ltnissen herausgebrochen und nannten die ersten\nschwierigen deutschen Jahre als den Beginn eines sch\u00f6nen Lebens.\u201c \n\n<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Angst, Trauer,\nEinsamkeit<\/h4>\n\n\n\n<p>Die\naltbekannte Wut sei immer noch da, sagt Feridun Zaimoglu, \u201eaber es\nist Vieles hinzu gekommen: Die Lust zu erz\u00e4hlen, Sinn f\u00fcr\nSch\u00f6nheit, die F\u00e4higkeit, Abstand zu halten.\u201c \n<\/p>\n\n\n\n<p>2006\n\u00fcberleben Feridun Zaimoglu und seine Mutter nur knapp ein schweres\nBusungl\u00fcck in der T\u00fcrkei, bei dem die meisten Passagiere starben.\nDie Begegnung mit der Todesangst verarbeitet Zaimoglu in seinem Roman\n\u201eLiebesbrand\u201c. Seinem \u201ebesten Freund\u201c G\u00fcnter Senkel setzt er\nin diesem Buch mit der Figur des Gabriel ein literarisches Denkmal. \n<\/p>\n\n\n\n<p>Die\nRomane \u201eLiebesbrand\u201c, \u201eHinterland\u201c und \u201eRu\u00df\u201c erscheinen\nzwischen 2008 und 2011 und geh\u00f6ren zusammen. In \u201eLiebesbrand\u201c\nf\u00fchrt eine gro\u00dfe Angst in eine noch gr\u00f6\u00dfere Liebe. Diese wird\naber abgewiesen. Der Autor fl\u00fcchtet sich in dem darauffolgenden Buch\n\u201eHinterland\u201c in eine Traumwelt, \u201ein Stimmungsbilder von\nGedichten\u201c, wie er einmal sagt. Dieses Tr\u00e4umen zieht ein\nEinsamkeitsgef\u00fchl und eine Trauer nach sich, die die Geschichte von\n\u201eRu\u00df\u201c dominieren: \u201eJeder lebt da in seiner eigenen Welt und\nist nur empf\u00e4nglich f\u00fcr die eigenen Laute\u201c, sagt der Autor \u00fcber\ndiesen Roman. \n<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\"><strong>Glaube,\nGnade, das Gute<\/strong><\/h4>\n\n\n\n<p>Wie\n\u201eSiegfrieds Erben\u201c zeigen Zaimoglus vielfach ausgezeichnete\nProsawerke eine gottlose Welt. \u201eJa, h\u00f6rt denn niemand das Hohe\nLied heraus? Die Klage \u00fcber den abwesenden Gott? Mein Schreiben ist\nkeine Anklage gegen die Gesellschaft \u2013 welch gro\u00dfes\nMi\u00dfverst\u00e4ndnis\u201c, sagt Zaimoglu. Und doch untergraben\nlebensfeindliche Gef\u00fchle und Taten einiger seiner Protagonisten die\nW\u00fcrde des Menschen und lassen Be\u00e4ngstigendes und D\u00e4monisches zu.\n\u201eGegen die D\u00e4monen hilft nur der Allm\u00e4chtige\u201c, sagt Feridun\nZaimoglu. Er glaubt an einen Gott. Es ist ihm, als einem \u201enicht\nmehr praktizierenden Moslem\u201c jedoch gleich, in welcher Religiosit\u00e4t\ndieser \u201eAllm\u00e4chtige\u201c gedacht wird.<\/p>\n\n\n\n<p>Gottesglaube\nund die daraus resultierende F\u00e4higkeit zur Bew\u00e4ltigung von\nUnmenschlichem durch das Schreiben: Dieses Bem\u00fchen gibt es in der\nBiografie des Schriftstellers Zaimoglu. Und auch in der Biografie\nMartin Luthers, besonders in dessen fr\u00fchen Jahren. Zaimoglu hat sich\nmit dieser Lebensphase des Reformators intensiv besch\u00e4ftigt: \u201eMartin\nLuther war ein gro\u00dfer Geist, ein mutiger Mann, ein Streiter f\u00fcr das\nWort Gottes\u201c, sagt er. Und: \u201eLuther glaubte an die Freiheit des\nChristenmenschen, an das Evangelio. Nur durch das Evangelium, die\nfrohe Botschaft, gelangen wir zur Gnade.\u201c Zaimoglus Luther-Studien\nm\u00fcnden 2017 in den Roman \u201eEvangelio\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eDas\nGute, das Sch\u00f6ne vertreibt das B\u00f6se. Es kann Leid leichter machen.\nEs gibt Licht und Dunkel. Jeder hat es in sich. Jeder macht es\nselber, das Gute oder das Niedertr\u00e4chtige\u201c, lautet Zaimoglus\nCredo. \n<\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fcr\nden Autor pers\u00f6nlich liegt das Gute im Schreiben: \u201eIch gehe\nhinaus, ich werde zur Rauchgestalt, ich setze mich an die\nSchreibmaschine, ich verfestige mich, ich erstelle etwas t\u00e4uschend\nEchtes. Besser werden, gut werden. Das ist mein Wunsch. Wann wird es\nmir gelingen? Wenn ich schreibe, als w\u00fcrde ich ein altes Volkslied\nsingen.\u201c<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\"><strong>Feridun\nZaimoglu und das Nibelungenlied<\/strong><\/h4>\n\n\n\n<p>Das\nLeben und Wirken des Dichters Zaimoglu ist durchdrungen von Kr\u00e4ften,\ndie sich im Nibelungenlied wiederfinden und die die gro\u00dfe Affinit\u00e4t\ndes modernen Autors zu dem alten Stoff einleuchten lassen.\nVerletzung, Verrat, Scheitern, Wut, Zorn, Grenz\u00fcberschreitung,\nAngst, Schmerz, Sehnsucht, Mut im Blick auf die grausame Wahrheit,\nTrauer, Einsamkeit: Diese Gef\u00fchle erscheinen weder im Nibelungenlied\nnoch in Zaimoglus Werken als belanglose Begleiter der Handlung,\nsondern sie erweisen sich in beiden F\u00e4llen als tragende Elemente.\nDem entsprechend empfindet Zaimoglu die alte Dichtung: \u201eDas\nNibelungenlied zeigt die manifestierte Angst in einer schutzlosen\nWelt. Es zeigt das B\u00f6se, das bedeutet, anderen Menschen zu schaden,\nsie zu qu\u00e4len. Psychologisch gesehen beinhaltet die\nNibelungen-Geschichte eine Emanation der W\u00fcnsche, Tagtr\u00e4ume,\nTriebe. Sie bietet eine Verfestigung all dieser inneren Bilder, der\nverborgenen Triebe, die einen, unabh\u00e4ngig von sich, anfallen und\nbewohnen.\u201c  \n<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Quellen:<\/strong><br>Wikipedia: Feridun Zaimoglu<br>Munzinger-Archiv online: Feridun Zaimoglu<br>Karin E. Yesilada: Feridun Zaimoglu, in: KLG 6\/10, 95 NLg<br>Pressemappe: Feridun Zaimoglu vom Verlag Kiepenheuer &amp; Witsch, K\u00f6ln<br>Interview mit Feridun Zaimoglu am 19. April 2018 in Worms<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201eSiegfrieds Erben\u201c F\u00fcr die Wormser Nibelungen-Festspiele 2018 verfassten Feridun Zaimoglu und G\u00fcnter Senkel die Textvorlage. Mit ihrem St\u00fcck \u201eSiegfrieds Erben\u201c bieten sie eine Fortsetzung des alten Nibelungenliedes und zeigen, wie die zehn Personen weiterleben, die das gro\u00dfe Morden an Etzels Hof \u00fcberstanden haben. Ute, Brunhild und ihr Sohn waren in Worms geblieben und leben dort &#8230; <span class=\"more\"><a class=\"more-link\" href=\"https:\/\/www.nibelungenlied-gesellschaft.de\/nlg\/beitraege\/feridun-zaimoglu-biografisches-von-magdalen-frank\/\">[Read more&#8230;]<\/a><\/span><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"parent":18,"menu_order":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":{"footnotes":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nibelungenlied-gesellschaft.de\/nlg\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/85"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nibelungenlied-gesellschaft.de\/nlg\/wp-json\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nibelungenlied-gesellschaft.de\/nlg\/wp-json\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nibelungenlied-gesellschaft.de\/nlg\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nibelungenlied-gesellschaft.de\/nlg\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=85"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/www.nibelungenlied-gesellschaft.de\/nlg\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/85\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":89,"href":"https:\/\/www.nibelungenlied-gesellschaft.de\/nlg\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/85\/revisions\/89"}],"up":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nibelungenlied-gesellschaft.de\/nlg\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/18"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nibelungenlied-gesellschaft.de\/nlg\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=85"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}