{"id":653,"date":"2024-08-21T14:18:01","date_gmt":"2024-08-21T12:18:01","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nibelungenlied-gesellschaft.de\/nlg\/?page_id=653"},"modified":"2025-03-24T15:38:16","modified_gmt":"2025-03-24T14:38:16","slug":"gewalt-und-mord-im-nibelungenlied-daz-ist-der-nibelunge-not","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.nibelungenlied-gesellschaft.de\/nlg\/gewalt-und-mord-im-nibelungenlied-daz-ist-der-nibelunge-not\/","title":{"rendered":"Gewalt und Mord im Nibelungenlied: \u201adaz ist der Nibelunge n\u00f4t\u2018"},"content":{"rendered":"\n<p>Dr. Ellen Bender<\/p>\n\n\n\n<p>Gewaltt\u00e4tigkeit ist ein aktuelles Thema der Gegenwart, wie der verbrecherische russische Krieg gegen die Ukraine und das Morden in Israel und Gaza zeigen.<\/p>\n\n\n\n<p>Gewalt bis hin zum V\u00f6lkermord wird immer hemmungsloser, unmenschlicher, anti-zivilisatorischer betrieben. Menschen werden enthauptet \u2013 wie die deutsche Shani Louk von den Hamas. Das ist radikalisierte und brutalisierte Gewalt.<\/p>\n\n\n\n<p>Doch schon die Dramen der Antike strotzen nur so vor Mord und Totschlag. Konflikte wie die zwischen Juden und R\u00f6mern wurden durch Gewaltt\u00e4tigkeit geregelt. So wurde Bar Kochba, der \u201eF\u00fcrst Israels\u201c von Kaiser Hadrian gek\u00f6pft (135 n. Chr.) Blut floss in Str\u00f6men von den Stufen des j\u00fcdischen Tempels in Jerusalem. Die kriegerischen Auseinandersetzungen in Pal\u00e4stina dauerten seit der Antike und setzten sich \u00fcber das Mittelalter bis heute fort. <\/p>\n\n\n\n<p>Die Grundkonflikte der Menschheit seien immer dieselben geblieben, meint G\u00fcnter Senkel, Mitautor des St\u00fccks \u201aDer Diplomat\u2018 bei den Nibelungen-Festspielen 2024.<a id=\"_ftnref1\" href=\"#_ftn1\">[1]<\/a> Es stellt sich die Frage, wie wir mit diesen Konflikten und mit der Gewalt umgehen. Feridun Zaimoglu \u00e4u\u00dfert sich ebenfalls zum St\u00fcck \u201aDer Diplomat\u2018: \u201eEs wird in die D\u00fcsternis hineingehen\u201c, und obwohl wir uns doch alle Frieden w\u00fcnschen, lernt der Mensch nur nicht wirklich daraus. <a id=\"_ftnref2\" href=\"#_ftn2\">[2]<\/a><\/p>\n\n\n\n<p><em>Wie wird Gewalt in Literatur und Theater dargestellt?<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Schon vor \u00fcber 800 Jahren erz\u00e4hlt das Nibelungenlied von Kriegsz\u00fcgen mit Raub und Pl\u00fcnderungen, von einem mit Gewaltt\u00e4tigkeit durchgef\u00fchrten Brautwerbungsbetrug, vom Mord an Verwandten, vom abgetrennten Kopf eines Kindes, von einer zerst\u00fcckelten Frau und schlie\u00dflich vom Untergang eines ganzen Volkes.<\/p>\n\n\n\n<p><em>\u201eSi ersturben s\u00eet j\u00e6merl\u00eeche\u201c<\/em> hei\u00dft es am Anfang des Nibelungenliedes der Handschrift B (6,4) und nach 2379 Strophen, voll von Mord und Gewalt: <em>\u201ehie h\u00e2t daz maere ein ende: daz ist der Nibelunge n\u00f4t\u201c<\/em>. Nur drei gebrochene Protagonisten \u00fcberleben: Etzel, Dietrich, Hildebrand. Archaische Brutalit\u00e4t und Grausamkeit lassen die <em>h\u00f4chgez\u00eeten<\/em>, die sch\u00f6nen Feste der h\u00f6fischen Welt, vergessen und walzen mit zerst\u00f6rerischer Konsequenz alles platt. Wenn die T\u00f6tungsspirale an ihr Ende kommt, ist das Leid, die Not, grenzenlos und nicht zu begreifen.<\/p>\n\n\n\n<p><em>Zur Definition von Gewalt<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Gewalt bezeichnet die Verf\u00fcgungsgewalt \u00fcber Menschen und G\u00fcter. Gem\u00e4\u00df historischer Anthropologie ist unter Gewalt jeder Angriff auf menschliche Grundbed\u00fcrfnisse zu verstehen, Gewaltt\u00e4tigkeit ist absichtliche Verletzung menschlicher K\u00f6rper.<\/p>\n\n\n\n<p>Daniel Me\u00dfelken fragt, ob es eine&nbsp;\u201aGerechte Gewalt\u2018 gibt. <a href=\"#_ftn3\" id=\"_ftnref3\">[3]<\/a> Das Spektrum dessen, was als Gewalt bezeichnet wird, reiche von paradigmatischen F\u00e4llen wie kriegerischen Konflikten und Terrorismus \u00fcber Mord durch Erschlagen, \u00fcber Vergewaltigung und K\u00f6rperverletzungen bis hin zu Beispielen von sozialer, psychologischer oder verbaler Gewalt.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Gewalthandlungen werden als problematisch wahrgenommen, als etwas Abzulehnendes und moralisch Verwerfliches. <a href=\"#_ftn4\" id=\"_ftnref4\">[4]<\/a> Teresa Koloma Beck und Klaus Schlichte stellen die Frage nach dem Verh\u00e4ltnis von Gewalt und sozialer Ordnung. <a href=\"#_ftn5\" id=\"_ftnref5\">[5]<\/a> Die Autoren setzen ihren Fokus auf sozialwissenschaftliche Theorien.<\/p>\n\n\n\n<p>Neben der Gewaltforschung im Allgemeinen gibt es auch Untersuchungen zur Darstellung von Gewalt in der mittelalterlichen Literatur. Elisabeth Lienert sieht den Gewaltbegriff mehrdeutig:&nbsp; Mittelhochdeutsch gewalt habe immer zwei Aspekte, bezeichne Macht und Gewaltt\u00e4tigkeit. Im Nibelungenlied gehe es bei der Aus\u00fcbung von Gewalt in der Regel um Macht. <a href=\"#_ftn6\" id=\"_ftnref6\">[6]<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Betrachten wir detailliert das Ph\u00e4nomen von Mord und Gewalt im Nibelungenlied.<\/p>\n\n\n\n<p><em>1. Gewalt in Tier-Tr\u00e4umen<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Bereits in den ersten Strophen wird der katastrophale Schluss des Nibelungenepos angek\u00fcndigt. Die erste von vielen Vorausdeutungen packt der Dichter in Kriemhilds Falkentraum. Im Traum schlagen und zerfleischen zwei Adler den von Kriemhild abgerichteten Falken. Die Mutter Ute deutet den Traum: Der Falke stehe f\u00fcr den zuk\u00fcnftigen Mann Kriemhilds, der einen fr\u00fchen Tod finden werde \u2013 eine d\u00fcstere Vorhersage, mit der sie recht behalten sollte. Mit diesem traurigen Schicksal konfrontiert, lehnt Kriemhild die <em>minne<\/em> ab.<\/p>\n\n\n\n<p>Schon in der ersten Aventiure des Liedes werden also auf Grund eines Traumes Mord und Gewalt thematisiert \u2013 wie auch in anderen Tier-Tr\u00e4umen des Epos: in Kriemhilds Traum von den zwei Wildschweinen, die Siegfried jagen und in Utes Traum von den toten V\u00f6geln.<\/p>\n\n\n\n<p><em>2. Pr\u00e4gung des jungen Ritters Siegfried auf Kampf und Gewalt<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Die zweite Aventiure erz\u00e4hlt von Siegfried, seinem Heranwachsen, seiner Schwertleite, von der Erziehung des jungen Ritters und seiner Pr\u00e4gung auf Kampf.<\/p>\n\n\n\n<p>Die feierliche Umg\u00fcrtung der jungen Adeligen mit dem Schwert, der Waffe des Adels, war das Symbol f\u00fcr ihre Aufnahme in den Stand der Ritterschaft, jenes Kreises von Kriegern, die sich einem festen Kodex von Verhaltensmustern verschrieben hatten. \u201eDas Rittertum war eine m\u00e4nnlich gepr\u00e4gte Kultur, in dessen Zentrum das Kriegertum und die Herrschaftsaus\u00fcbung standen.\u201c <a href=\"#_ftn7\" id=\"_ftnref7\">[7]<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Es war eine elit\u00e4re Gruppe, getragen durch ein Standesbewusstsein, das fundamental an die Aus\u00fcbung von Gewalt gebunden war. Vielleicht war die F\u00e4higkeit zur Gewaltt\u00e4tigkeit sogar der Kern der ritterlichen Identit\u00e4t. Das Schwert war ihr Symbol, und die Schwertleite signalisierte das Ende der Erziehung junger Adeliger. Die Ritterschaft war eine Kriegerelite. Die Verf\u00fcgung \u00fcber Gewalt verlieh den Kriegern nahezu uneingeschr\u00e4nkte Macht. Sie konnten sich nehmen, was sie wollten. Und genauso ist der Auftritt des Ritters Siegfried in Worms zu verstehen. Bei Siegfrieds Ankunft berichtet Hagen von der Gewaltt\u00e4tigkeit des Helden: Siegfried habe den Zwerg Alberich bezwungen und einen Drachen get\u00f6tet. Und Hagen wei\u00df noch mehr zu berichten, n\u00e4mlich dass der junge Mann aus Niederlanden au\u00dfer den beiden S\u00f6hnen K\u00f6nig Nibelungs noch zw\u00f6lf Riesen und siebenhundert M\u00e4nner erschlagen habe (94).<\/p>\n\n\n\n<p>In Worms angekommen vergisst Siegfried schnell das Motiv seiner Reise, die Erwerbung Kriemhilds und durchbricht das Begr\u00fc\u00dfungszeremoniell mit einer Kampfansage. Siegfried fordert K\u00f6nig Gunther auf, mit ihm um die Herrschaft \u00fcber Burgund zu k\u00e4mpfen. Der junge Ritter ist auf Gewalt geb\u00fcrstet. Damit best\u00e4tigt er das von Hagen entworfene Bild des <em>vreisl\u00eechen recken<\/em>, des furchterregenden K\u00e4mpfers. Doch gelingt es dem K\u00f6nigsbruder Gernot, Siegfrieds Kampfwut zu beschwichtigen. Gernot stiftet Frieden.<\/p>\n\n\n\n<p>Auf Gewaltt\u00e4tigkeit und Mord treffen wir in der vierten \u00c2ventiure beim Angriffskrieg der Sachsen und D\u00e4nen.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Herrscher der Sachsen und D\u00e4nen, Liudeger und Liudegast, erkl\u00e4ren den Burgundenk\u00f6nigen den Krieg. Siegfried sagt Gunther seine Hilfe zu.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Nibelungenlied bringt eine eingehende und detaillierte Kriegsdarstellung in verschiedenen Phasen &#8211; mit Kriegserkl\u00e4rung, dem Zug zum Kriegsschauplatz, der Sicherung der Nachhut, Befehlsverteilung, Sondierung der Front, Einzelkampf zu Pferd und zu Fu\u00df mit verschiedenen Waffen &#8211; und endet mit Verwundung, Gefangennahme und T\u00f6tung. Bemerkenswert sind die milit\u00e4rischen Fachausdr\u00fccke, die der Dichter einf\u00fcgt wie <em>scar<\/em> (183,3: Truppe) und <em>scarmeister<\/em> (172,4: F\u00fchrer einer Heeresabteilung), <em>n\u00e2hhuote<\/em> (178,4) und <em>warte<\/em> (179,2: sp\u00e4hendes Ausschauen; Vorpostendienst) und die vielen Details der mittelalterlichen Waffentechnik (214,1: <em>schiltgespenge<\/em>), die beschrieben werden. Das Heer der Angreifer ist dem der Wormser zahlenm\u00e4\u00dfig weit \u00fcberlegen. Im Nibelungenlied treten vierzigtausend Sachsen und zwanzigtausend D\u00e4nen gegen ganze eintausend Burgunden an. Siegfried \u00fcbernimmt die F\u00fchrung und tritt als \u00fcberragender K\u00e4mpfer auf. Er inspiziert als Sp\u00e4her die gegnerische Front. Bei seiner Besichtigung trifft er auf den D\u00e4nenk\u00f6nig Liudegast, den er nach kurzem, aber hartem Kampf besiegt und gefangen nimmt.<\/p>\n\n\n\n<p>188,1-4:<\/p>\n\n\n\n<p><em>Mit dr\u00eeen starken wunden die er dem k\u00fcnege sluoc<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>durch eine w\u00eeze br\u00fcnne, diu was guot genuoc.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>daz swert an s\u00eenen ecken&nbsp;&nbsp; br\u00e2ht\u2018 \u00fbz wunden bluot.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>des muose der k\u00fcnec Liudegast&nbsp;&nbsp; haben tr\u00fbrigen muot.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Siegfried besiegt auch den Sachsenk\u00f6nig Liudeger, der sich in aussichtsloser Lage ergibt.<\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fcnfhundert wehrhafte M\u00e4nner m\u00fcssen als Gefangene den Marsch an den Rhein antreten. Erst das Siegesfest schlie\u00dft die Kriegsereignisse ab; die Friedensbedingungen werden festgelegt.<\/p>\n\n\n\n<p><em>3. Weibliche Gewalt<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Gewaltt\u00e4tigkeiten werden in diesem Epos aber nicht nur von M\u00e4nnern, sondern auch von Frauen ausge\u00fcbt, insbesondere von Kriemhild am Ende des Liedes. Und Br\u00fcnhild wird zwar bei ihrer Vorstellung als&nbsp;<em>edel<\/em>&nbsp;(393),&nbsp;<em>unm\u00e2zen sch\u0153ne<\/em>&nbsp;(417) und <em>minnecl\u00eeche<\/em>&nbsp;(435) beschrieben. Doch als sie ihre \u00fcberdimensionalen Kampfutensilien im Wettkampf gegen den Werber Gunther herbeiholen l\u00e4sst (436), wird sie mit dem Attribut <em>tiuveles w\u00eep<\/em>&nbsp;(438) bedacht.<\/p>\n\n\n\n<p>Br\u00fcnhild besticht durch weibliche Sch\u00f6nheit und jungfr\u00e4uliche St\u00e4rke, sie erscheint anziehend und furchtbar zugleich durch ihre riesige Kraft. Der Kraftg\u00fcrtel ist Zeichen ihrer Virginit\u00e4t. Drei Kampfspiele hat Br\u00fcnhild als Bedingung ihrer <em>minne<\/em> gestellt: Speerwurf, Steinwurf und Weitsprung.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Werber, die ihren Anforderungen nicht gen\u00fcgen, l\u00e4sst sie morden. Dennoch hat Gunther einen guten Grund, um sie zu werben: Sie ist die m\u00e4chtigste Frau der Welt, was das politische Ansehen der Burgunden im Falle des Erfolges betr\u00e4chtlich steigern w\u00fcrde. Die Ehe dient dem Machterwerb. Der K\u00f6nig bittet um Siegfrieds Hilfe bei der Brautwerbung. Siegfried erkl\u00e4rt sich dazu bereit, Gunther auf seiner Werbungsfahrt zu unterst\u00fctzen, aber er stellt seinerseits daf\u00fcr die Bedingung: Er m\u00f6chte f\u00fcr seine Dienste Kriemhild zur Frau haben. Gunther willigt ein, die Abmachung wird eidlich bekr\u00e4ftigt. Durch Magie, Tarnung und T\u00e4uschung gelingt der Werbungsbetrug der M\u00e4nner. Es kommt zur Doppelhochzeit der beiden K\u00f6nige in Worms.<\/p>\n\n\n\n<p>Br\u00fcnhild kann aber nur den <em>minnen<\/em>, der sie besiegt. Das gelingt Gunther in der ersten Hochzeitsnacht nicht. Die K\u00f6nigin h\u00e4ngt ihren Ehemann gewaltsam wie ein unbrauchbar gewordenes Kleidungsst\u00fcck an den Nagel!<\/p>\n\n\n\n<p><em>4. Gewalt gegen Frauen<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>In der zweiten Brautnacht in Worms wird Br\u00fcnhilds jungfr\u00e4uliche St\u00e4rke von Siegfried und Gunther durch k\u00f6rperliche Misshandlung und sexuelle Vergewaltigung gebrochen. Nach dem Verlust ihrer Kraft erscheint Br\u00fcnhild angepasst an die Rolle der K\u00f6nigin, die ihre Macht aus der ihres Mannes Gunther ableitet.<\/p>\n\n\n\n<p>Damit ist das Thema der gesellschaftlichen Stellung der K\u00f6nige aber nicht beendet. Br\u00fcnhild erhebt Anspruch auf Siegfried als ihren <em>eigenman<\/em>, also Dienstmann -, denn als ein solcher habe er sich ihr auf Isenstein vorgestellt. Kriemhild macht beim Frauenstreit hingegen deutlich, dass Siegfried nicht zum Dienst verpflichtet ist. Br\u00fcnhild wiederholt \u00f6ffentlich gegen\u00fcber Kriemhild den Vorwurf der unfreien Dienerin, der <em>eigendiu <\/em>(838,4). Da schleudert ihr Kriemhild einen unwahren, aber vernichtenden Trumpf entgegen: <em>\u201ewie m\u00f6hte mannes kebse werden immer k\u00fcneges w\u00eep?\u201c<\/em> (839,4): \u201eWie h\u00e4tte die Beischl\u00e4ferin eines Unfreien je die Frau des K\u00f6nigs werden k\u00f6nnen?\u201c Sie bezeichnet also Br\u00fcnhild als <em>kebse<\/em> (Hure), denn Siegfried, der doch unfrei sei, habe sie zuerst geliebt. Die Kebsenbeschimpfung bedeutet eine Beleidigung der K\u00f6nigin. Die tief getroffene Br\u00fcnhild weint und verlangt die Wiederherstellung ihres \u00f6ffentlichen Ansehens. Gunther, unter dessen Schutz sie steht, muss f\u00fcr sie Anklage gegen Siegfried erheben.<\/p>\n\n\n\n<p>Gunther l\u00e4dt Siegfried vor das K\u00f6nigsgericht (855) und bringt die Klage vor (857). Da Br\u00fcnhild die Frage nach der Wahrheit nicht gestellt hat, kann Gunther von Siegfried fordern, lediglich zu beeiden, dass er sich nicht der Defloration der K\u00f6nigin ger\u00fchmt habe. Siegfried erkl\u00e4rt sich sofort zum \u201aunverf\u00e4nglichen\u2018 Eid bereit (858 f.) und hebt die Hand zum Schwur (860,1). Gunther aber bricht das Verfahren ab und spricht ihn frei (860, 2-4). Schnell herrscht wieder Einverst\u00e4ndnis zwischen den beiden Rittern: <em>\u201ed\u00f4 s\u00e2hen zuo z\u2019ein ander die guoten ritter gemeit.\u201c<\/em> (861,4): \u201eDa blickten einander die edlen, stattlichen Ritter \u201ain stillem Einvernehmen\u2018 an.\u201c <a id=\"_ftnref8\" href=\"#_ftn8\">[8]<\/a> Es liegt wohl ganz im Interesse der M\u00e4nner, ihr betr\u00fcgerisches und gewaltt\u00e4tiges Vorgehen geheim zu halten.<\/p>\n\n\n\n<p>Es handelt sich um ein unzul\u00e4ngliches Gerichtsverfahren. Der burgundischen K\u00f6nigin musste an einer von Siegfried beeideten Beseitigung des Verdachts gelegen sein. Der Herrscher aber verzichtet auf ausreichende Genugtuung f\u00fcr seine Frau.<\/p>\n\n\n\n<p>Br\u00fcnhild trifft sich mit Hagen, und dieser konspiriert in einer geheimen Zusammenkunft mit Gunthers Br\u00fcdern und M\u00e4nnern des burgundischen Hofstaates, um ein gemeinsames Ziel zu verfolgen: die Vernichtung des Beleidigers der K\u00f6nigin.<\/p>\n\n\n\n<p><em>5. Siegfrieds Gewaltt\u00e4tigkeit und Z\u00fcchtigung<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Der Konflikt verlagert sich auf die konkret k\u00f6rperliche Handlungsebene: Siegfried k\u00fcndigt die Bestrafung seiner Frau an, er will sie z\u00fcchtigen. Er nimmt sich das Recht heraus, ihr mit Gewalt \u201aangemessenes\u2018 Verhalten beizubringen.<\/p>\n\n\n\n<p>862,1-4:<\/p>\n\n\n\n<p><em>\u201eMan sol s\u00f4 vrouwen ziehen\u201c, sprach S\u00eefrit der degen,&nbsp;&nbsp;<\/em>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p><em>\u201edaz si \u00fcppecl\u00eeche spr\u00fcche l\u00e2zen under wegen.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>verbiut ez d\u00eenem w\u00eebe, der m\u00eenen tuon ich sam.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>ir gr\u00f4zen ungef\u00fcege ich mich waerl\u00eeche scham.\u201c<\/em> &nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p>\u201eMan soll Frauen so erziehen\u201c, fuhr Siegfried, der Held, fort,<\/p>\n\n\n\n<p>\u201edass sie \u00fcberm\u00fctiges Gerede bleiben lassen.<\/p>\n\n\n\n<p>Verbiet\u2018 es Deiner Frau! Ich verbiete es der meinen.<\/p>\n\n\n\n<p>Wahrlich, ich sch\u00e4me mich f\u00fcr ihre Ungezogenheit.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Die <em>\u00fcppecl\u00eechen spr\u00fcche<\/em> seiner Frau macht er ver\u00e4chtlich; sie habe <em>ungef\u00fcege<\/em>, \u201aungezogen\u2018, gehandelt. Siegfrieds Schelte an Kriemhild deckt den Zusammenhang zwischen Sprache und Gewalt auf: Durch physische Gewalt bringt er sie zum Schweigen, macht er sie mundtot. Sie wird von Siegfried <em>zerblouwen<\/em> (894,2). Sein <em>zorn<\/em> ist Ausdruck der Gewaltbereitschaft.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Die k\u00f6rperliche Z\u00fcchtigung der Frau wird als selbstverst\u00e4ndliches Recht des Mannes angesehen. Die zeitgen\u00f6ssische soziale und \u00f6konomische Wirklichkeit, die dem Mann patriarchalische Dominanz zugesteht, tritt in der mittelalterlichen Literatur h\u00e4ufig durch Beispiele sexueller N\u00f6tigung und Z\u00fcchtigung zu Tage. Hinter der h\u00f6fischen Fassade begegnet uns hausherrliche Gewaltt\u00e4tigkeit. Der Ehemann verf\u00fcgt \u00fcber den K\u00f6rper der Frau. Kriemhild wird mit Schl\u00e4gen f\u00fcr ihr \u201aGerede\u2018 bestraft. Das Verpr\u00fcgeln Kriemhilds deckt sich zweifellos mit Siegfrieds Gewaltanwendung Br\u00fcnhild gegen\u00fcber. F\u00fcr Siegfried ist die Z\u00fcchtigung von Frauen ein konsequenter Ausdruck seiner patriarchalen Denk- und Verhaltensweise.<a href=\"#_ftn9\" id=\"_ftnref9\">[9]<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Sowohl Br\u00fcnhild als auch Kriemhild werden im Nibelungenlied durch Gewaltt\u00e4tigkeit, k\u00f6rperliche und verbale Z\u00fcchtigungen ihren M\u00e4nnern unterworfen und widersetzen sich diesen physischen Machtdemonstrationen nicht. Es liegt ganz im Interesse m\u00e4nnlicher Machterhaltung, wenn Gunthers Niederlage in der Brautnacht und Siegfrieds gewaltsamer Betrug an Br\u00fcnhild geheim gehalten werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Entehrung der burgundischen K\u00f6nigin kann aber nicht r\u00fcckg\u00e4ngig gemacht werden. Nach einer so schweren Kr\u00e4nkung fordert Br\u00fcnhild die Bestrafung des Beleidigers ihrer <em><a>\u00ea<\/a>re<\/em>. Die Ehre der K\u00f6nigin ist durch Siegfrieds Weiterleben in Frage gestellt. F\u00fcr ihre Rache bedient sich Br\u00fcnhild m\u00e4nnlicher Gewalt: Fortan betreibt Hagen als Repr\u00e4sentant der Wormser Ordnung die Wiederherstellung des Ansehens des burgundischen K\u00f6nigshauses<\/p>\n\n\n\n<p><em>6. Siegfrieds Ermordung<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Das Weinen der burgundischen K\u00f6nigin hat Hagen auf den Plan gerufen. Er verlangt nach deutlicher Vergeltung. Er setzt Gewalt ein: F\u00fcr Hagen lassen sich Konflikte nur \u00fcber k\u00f6rperliche Gewalt aus der Welt schaffen. <a id=\"_ftnref10\" href=\"#_ftn10\">[10]<\/a> Siegfried muss sterben! Nach und nach gelingt es Hagen, Gunther von dem Mordplan zu \u00fcberzeugen. Der Herrscher kann die durch Hagen insistierte Forderung des burgundischen Hofes nicht ignorieren und stimmt letztlich der <em>coniuratio,<\/em> der Verschw\u00f6rung und Intrige zu.<\/p>\n\n\n\n<p>Hagen mordet hinterr\u00fccks.<\/p>\n\n\n\n<p>Unter dem Vorwand, er wolle Siegfried auf dem Schlachtfeld besch\u00fctzen, entlockt Hagen Kriemhild das Geheimnis von Siegfrieds verwundbarer Stelle. Bei einem Jagdausflug im Odenwald r\u00e4umt Hagen die Waffen Siegfrieds, als er an einer Quelle trinkt, beiseite und durchst\u00f6\u00dft heimt\u00fcckisch mit einem Speer von hinten das Kreuz, das Kriemhild auf das Gewand gestickt hat. &#8211; F\u00fcr Hagen ist die Rache am Beleidiger der Ehre seiner K\u00f6nigin existenznotwendig. Au\u00dferdem r\u00e4umt er mit der Ermordung Siegfrieds einen Rivalen um die Macht aus dem Weg.<\/p>\n\n\n\n<p><em>7. Hagens Mordtaten und Kriemhilds Gewaltexzess<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Kriemhilds Rache f\u00fcr die Ermordung Siegfrieds ist der entscheidende Ausl\u00f6ser der Gewalt im zweiten Teil des Epos. Die Witwe heiratet den Hunnenk\u00f6nig, um sich an Hagen und ihren Br\u00fcdern zu r\u00e4chen. Ihre m\u00f6rderische Politik beginnt mit der Einladung der Burgunden an den Etzelhof. Beim Zug der Burgunden zu K\u00f6nig Etzel \u00fcbernimmt Hagen die F\u00fchrung, obwohl er alle davor warnt, ins Hunnenland zu reisen, weil er die Rache Kriemhilds bef\u00fcrchtet, aber aus Treue zu seinem K\u00f6nig dann doch mitreist. Als der Zug am zw\u00f6lften Morgen die Hochwasser f\u00fchrende Donau erreicht, entdeckt Hagen auf der Suche nach einem F\u00e4hrmann die weissagenden Frauen. Er erf\u00e4hrt die t\u00f6dliche Wahrheit \u00fcber das Ende der Reise. Er schl\u00e4gt dem F\u00e4hrmann, der die Burgunden nicht \u00fcber die Donau setzen will, brutal den Kopf ab und wirft ihn in den Strom. Er zerst\u00f6rt das Boot des F\u00e4hrmanns und zeigt damit: Es wird keine R\u00fcckkehr geben! Das ist Treue zum eigenen Schicksal. Hagen bleibt sich selbst treu. Den Angriff der bayrischen Markgrafen Gelfrat und Else, die ihren toten F\u00e4hrmann r\u00e4chen wollen, wehrt er blutig mit seinem Schwert ab: Das Schwert ist f\u00fcr Hagen Symbol f\u00fcr \u201arechte\u2018 Gewalt!<\/p>\n\n\n\n<p>Der in atemberaubender Manier \u00fcber zw\u00f6lf \u00c2ventiuren erz\u00e4hlte Untergang der Burgunden am Hunnenhof startet und endet mit der Konfrontation von M\u00f6rder und R\u00e4cherin. Kriemhild provoziert eine Konfrontation mit Hagen und dem Spielmann Volker, als die beiden, auf einer Bank vor Etzels Palas sitzend, der K\u00f6nigin den Gru\u00df verwehren. Die Hunnenk\u00f6nigin tritt Hagen entgegen, er weigert sich, ihr die geb\u00fchrende Ehre zu erweisen und steht nicht vor ihr auf. Auf seinen Knien liegt provozierend Siegfrieds Schwert Balmung. Offen gibt er zu: Ja, er habe Siegfried ermordet. Als die K\u00f6nigin die sie begleitenden Hunnen zum Kampf auffordert, ziehen diese sich voller Angst vor Hagen zur\u00fcck.<\/p>\n\n\n\n<p>Hagen und Volker \u00fcbernehmen die Nachtwache.<\/p>\n\n\n\n<p>Am n\u00e4chsten Morgen zeigt sich Etzel verwundert, als er bemerkt, dass die Burgunden bewaffnet zum M\u00fcnster ziehen. Er bietet ihnen an: <em>\u201eich solz iu gerne b\u00fcezen\u201c<\/em> (1862,1), \u201eich werde ihnen gerne Genugtuung verschaffen, die sie f\u00fcr richtig halten.\u201c Er ist, ganz Herrscher, seinen G\u00e4sten wohl gesonnen. Sein Auftritt ist dem Anliegen der Schlichtung verpflichtet.<\/p>\n\n\n\n<p>Danach wird auf Volkers Rat hin ein Turnier veranstaltet, bei dem Volker vor den Augen des Herrscherpaares einen eitel herausgeputzten Hunnen t\u00f6tet (1889 ff.) Auch hier bet\u00e4tigt sich Etzel als Schlichter. Er beschwichtigt seine Leute, um die Gastfreundschaft zu wahren. &#8211; Aber man ist nicht friedenswillig!<\/p>\n\n\n\n<p>Kriemhild kauft sich Bl\u00f6del, den Bruder des Hunnenk\u00f6nigs Etzel: Mit der Aussicht auf Reicht\u00fcmer und eine sch\u00f6ne Witwe \u00fcberredet sie ihn, f\u00fcr sie in den Kampf zu ziehen. W\u00e4hrend des Festbanketts zu Ehren der G\u00e4ste \u00fcberf\u00e4llt Bl\u00f6del mit tausend Hunnen die Herberge, in der Dankwart und die burgundischen Knappen zu Tisch sitzen. Die Gewalt eskaliert. Unz\u00e4hlige Leichen pflastern Dankwarts R\u00fcckzug, als er blut\u00fcberstr\u00f6mt in den Festsaal st\u00fcrzt und den Tod der Knappen herausschreit. Damit hat der Nibelungendichter eine Situation geschaffen, in der es nicht mehr gelingt, zum Frieden zur\u00fcckzukehren.<\/p>\n\n\n\n<p>Kriemhild hat Etzels Sohn Ortlieb an die Festtafel bringen lassen. Etzel berichtet voller Stolz \u00fcber seinen Sohn und schmiedet Zukunftspl\u00e4ne. Hagen erhebt sich und spricht.<\/p>\n\n\n\n<p>1960,1-4:<\/p>\n\n\n\n<p><em>\u201eIch h\u00e2n vernomen lange&nbsp;&nbsp;&nbsp; von Kriemhilde sagen,<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>daz si ir herzeleide&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; wolde niht vertragen.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>nu trinken wir die minne&nbsp;&nbsp;&nbsp; unde gelten\u2019s k\u00fcneges w\u00een.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>der junge vogt der Hiunen,&nbsp;&nbsp; der muoz der aller \u00earste s\u00een.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>\u201eIch habe schon lange \u00fcber Kriemhild sagen h\u00f6ren,<\/p>\n\n\n\n<p>dass sie ihr Herzeleid nicht verwinden kann.<\/p>\n\n\n\n<p>Nun trinken wir auf das Ged\u00e4chtnis der Toten und bringen den Wein des K\u00f6nigs dazu als Opfer dar.<\/p>\n\n\n\n<p>Dem jungen Vogt der Hunnen gilt der erste Trunk.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p><em>minne trinken<\/em> (<em>minne<\/em> im Sinne von Erinnerung, Ged\u00e4chtnis) ist ein Ged\u00e4chtnistrunk; Minnetrinken ist in seiner pervertierten Metaphorik Anlass f\u00fcr eine Todesszene: Der Trunk gilt der Erinnerung an Siegfried, auf den Hagen in den ersten beiden Versen anspielt; der vierte Vers gilt Ortlieb. Das Freundschaftsritual des Minnetrinkens pervertiert in der Enthauptung Ortliebs zum Racheritual. Hagen enthauptet das kleine Kind. Der Kindskopf fliegt durch die Luft, so dass er im Scho\u00df seines Vaters (in Handschrift B) bzw. seiner Mutter (in Handschrift C) landet. Mit diesem Mord setzt der Tronjer das gro\u00dfe Schlachten in Gang.<\/p>\n\n\n\n<p>Etzel w\u00e4re nun pers\u00f6nlich zur Blutrache verpflichtet, tut jedoch, gel\u00e4hmt vor Entsetzen, nichts! Gunther und seine Verwandten t\u00f6ten im Saal alles, was ihnen in die Quere kommt. Volker w\u00fctet durch die hunnischen Reihen und spielt mit seiner Fiedel zum Totentanz auf. Dietrich von Bern br\u00fcllt. Durch seine Stimmgewalt gelingt es ihm, den erbitterten Streit im Saal zu unterbrechen und sich selbst und seine Gefolgsleute zu retten: Gunther gew\u00e4hrt ihm freien Abzug. Sch\u00fctzend f\u00fchrt der Berner auch das K\u00f6nigspaar hinaus. Daraufhin t\u00f6ten Gunther und seine Getreuen alle Hunnen im Saal.<\/p>\n\n\n\n<p>Iring, der Markgraf von Th\u00fcringen, startet einen Angriff auf Kriemhilds \u00e4rgsten Feind Hagen, dem er eine Verletzung beibringt, was ihm auch das Lob der K\u00f6nigin verschafft. Iring l\u00e4uft zu einem zweiten Angriff los, den Hagen grausam retourniert: Er greift sich den zu seinen F\u00fc\u00dfen liegenden Speer und wirft ihn nach Iring, so dass das Geschoss in dessen Kopf stecken bleibt. Volker erschl\u00e4gt Irnfried, Hagen Hawart, und das Blut str\u00f6mt durch die Abflussl\u00f6cher der Palasmauer in die Rinnsteine. Immer wieder neue K\u00e4mpfer rekrutieren die Hunnen: Zwanzigtausend Krieger greifen auf Befehl des K\u00f6nigspaares die Nibelungen erneut an. Doch auch dieser Angriff wird abgewehrt.<\/p>\n\n\n\n<p>Gegen Abend versuchen die kampfesm\u00fcden Burgunden mit den Gegnern zu verhandeln. Kriemhilds Bruder Gernot fleht, wenigstens im Freien k\u00e4mpfen zu d\u00fcrfen, damit das Ende schneller komme (2096f.). Kriemhild verweigert diese Bitte mit dem Hinweis, dadurch k\u00fchlten die R\u00fcstungen der Burgunden schneller ab und sie h\u00e4tten bessere Bedingungen. Perfide ist ihr Vorschlag: Wenn die Burgunden ihr Hagen auslieferten, so wolle sie die M\u00f6glichkeit nicht ausschlie\u00dfen, dass sie danach ihren Br\u00fcdern das Leben schenke. 2104,1-4:<\/p>\n\n\n\n<p><em>\u201eWelt ir mir Hagenen einen&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; ze g\u00eesel geben,<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>sone wil ich niht versprechen,&nbsp;&nbsp; ich welle iuch l\u00e2zen leben,<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>wande ir s\u00eet m\u00eene bruoder&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; unde einer muoter kint:<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>s\u00f4 red ich ez n\u00e2ch der suone&nbsp;&nbsp; mit disen helden, die hie sint.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>\u201eWollt ihr mir Hagen als Geisel ausliefern,<\/p>\n\n\n\n<p>so will ich nicht ausschlie\u00dfen, dass ich euch am Leben lasse,<\/p>\n\n\n\n<p>denn ihr seid meine Br\u00fcder, und wir sind Kinder derselben Mutter.<\/p>\n\n\n\n<p>Dann bewege ich diese Recken hier zum Frieden.\u201c&nbsp;Aber die F\u00fcrsten wollen sich nicht von ihrem Lehnsmann trennen. Sie schw\u00f6ren sich gegenseitige Treue: Das ist die Verpflichtung des Vasallenvertrages und der Loyalit\u00e4t bis in den Tod.<\/p>\n\n\n\n<p>Mit der Verweigerung ihrer Bedingung sieht sich Kriemhild provoziert, Etzels Palas in Brand zu setzen. Ihre Rache stiftet den totalen Krieg. Grausig ist die Saalbrandbeschreibung: Die Burgunden werden in eine Halle getrieben, die Kriemhild an allen Ecken in Brand stecken l\u00e4sst. Die Burgunden dr\u00e4ngen sich gegen die W\u00e4nde und halten ihre Schilde \u00fcber den Kopf, um sich vor den herabst\u00fcrzenden, brennenden Deckenbalken zu sch\u00fctzen. So \u00fcberleben sie. Die Hitze hat sie durstig gemacht. Sie trinken das Blut der (eigenen) Toten, und Hagen sagt, es sei k\u00f6stlicher als Wein! Die G\u00e4ste kapitulieren nicht, obwohl sie wissen, dass sie sterben werden. Ein neuer Angriff von zw\u00f6lfhundert Hunnenkriegern wird trotzig abgeschlagen.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Weg in den Untergang geht also weiter. Der dritte Tag l\u00e4utet die Runde der gro\u00dfen Krieger ein, die Nibelungen m\u00fcssen jetzt gegen ihre Freunde antreten.<\/p>\n\n\n\n<p>Von Seiten eines Hunnen tr\u00e4gt Markgraf R\u00fcdiger seine bisherige Neutralit\u00e4t den Vorwurf der Feigheit ein, da er angesichts der gro\u00dfen Macht, die Etzel ihm gegeben hat, doch verpflichtet sei, f\u00fcr diesen zu k\u00e4mpfen. Der Hunne sagt dies direkt zu Kriemhild. Erz\u00fcrnt schl\u00e4gt R\u00fcdiger den Hunnen mit einem Schwerthieb tot. Etzel und Kriemhild fordern die Erf\u00fcllung der Lehnspflicht und der geleisteten Eide. Bei dieser Unterredung knien sie vor R\u00fcdiger nieder. Eine solche Geste der Selbsterniedrigung des Rangh\u00f6heren war auch in der realen zeitgen\u00f6ssischen Kommunikation durchaus bekannt: Man denke hier an den Fu\u00dffall Barbarossas vor Heinrich dem L\u00f6wen beim Italienzug in Chiavenna 1176. &#8211; Es ist letztlich der Eid bei der Werbung um Kriemhild in Worms, der R\u00fcdiger in den Kampf gegen seine Verwandten, Freunde und Schutzbefohlenen zwingt. Dies unterstreicht auch die von Kriemhild systematisch geplante Rache: Der Mord an ihrem Gatten Siegfried legitimiere die Blutrache, die sie R\u00fcdiger seinerzeit schw\u00f6ren lie\u00df.<\/p>\n\n\n\n<p>Am Ende geht es hinein in die D\u00fcsternis des sich grausam und blutig vollziehenden Untergangs des Volkes der Nibelungen. Etzel und Kriemhild entlassen R\u00fcdiger nicht aus seinen Verpflichtungen. K\u00f6nig Gernot wird gegen ihn antreten, und beide erschlagen sich gegenseitig. Alle Krieger des Markgrafen fallen.<\/p>\n\n\n\n<p>Das exzessive gegenseitige Totschlagen findet kein Ende. Der Tod R\u00fcdigers fordert das Eingreifen der Dietrichhelden heraus. Der Streit entsteht aus der Weigerung der Burgunden, R\u00fcdigers Leiche herauszugeben. Besonders Wolfhart von den Amelungen tut sich hervor mit seiner blindw\u00fctenden Gewalt; er stachelt das Morden an. Volker erschl\u00e4gt Sigestab, daraufhin t\u00f6tet Hildebrand Volker, Dankwart f\u00e4llt durch Helfrich, Giselher und Wolfhart bringen sich gegenseitig um. Von den Burgunden bleiben nur Gunther und Hagen am Leben und von den Amelungen Hildebrand, der allein zu Dietrich, seinem Herrn, zur\u00fcckkehrt.<\/p>\n\n\n\n<p>Nach dem Tod der Getreuen muss Dietrich von Bern in die furchtbare Auseinandersetzung eingreifen, er legt sich die R\u00fcstung an und zieht in den Kampf. Selbst in dieser Sp\u00e4tphase macht Dietrich K\u00f6nig Gunther noch ein Angebot: \u201eErgib dich mir zusammen mit deinem Gefolgsmann. Ich werde dich dann sch\u00fctzen, so gut ich kann. Ich gebe euch mein Wort und verspreche in die Hand, dass ich mit euch in euer Land reite. Ich gebe euch Geleit, wie es die Ehre fordert oder ich sterbe\u2026.\u201c (2340,1-4). Dietrich m\u00f6chte eigentlich Gewalt vermeiden und fordert beide Nibelungen auf, sich zu ergeben; noch einmal zeigt er seinen Friedenswillen und seine Achtung vor den Gegnern. Es ist Hagen, der dieses Angebot ablehnt mit dem Argument, sich zu ergeben zieme sich f\u00fcr ihn und Gunther nicht.<\/p>\n\n\n\n<p>Die g\u00e4ngigen (Konflikt-)Regeln bieten keine L\u00f6sung mehr. Hagen k\u00e4mpft gegen Dietrich, um seinen K\u00f6nig zu sch\u00fctzen. Dietrich vermag den Tronjer zu b\u00e4ndigen, fesselt ihn und \u00fcbergibt ihn Kriemhild mit der ausdr\u00fccklichen Anweisung, sein Leben zu schonen. Dietrich \u00fcberw\u00e4ltigt auch K\u00f6nig Gunther, der von Hagen getrennt gefangengenommen wird.<\/p>\n\n\n\n<p>Mit der Konfrontation zwischen M\u00f6rder und R\u00e4cherin schlie\u00dft sich der Kreis. Kriemhild verlangt von Hagen die R\u00fcckgabe des Hortes, in diesem Falle k\u00f6nne er unversehrt nach Worms zur\u00fcckkehren. Doch Hagen verweist auf seinen Eid, nichts \u00fcber den Verbleib des Hortes zu sagen, solange einer der K\u00f6nige am Leben sei. Daraufhin l\u00e4sst sie ihren Bruder t\u00f6ten. Gunther wird enthauptet. Kriemhild tr\u00e4gt seinen Kopf an den Haaren herbei und pr\u00e4sentiert ihn Hagen. Er verr\u00e4t den Schatz nicht; dass er allein den Ort nun wisse und sonst niemand auf der Welt, ist sein letzter Trumpf. Kriemhild zieht Siegfrieds Schwert aus der Scheide und vollzieht mit Balmung ihre Rache an Hagen. Sie schl\u00e4gt ihm eigenh\u00e4ndig den Kopf ab.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Konsequenzen der Rache treffen schlie\u00dflich die R\u00e4cherin selbst. Hildebrand f\u00fchrt den Vergeltungsschlag aus. &#8211; Etzel, Dietrich und Hildebrand sind die einzigen \u00dcberlebenden des Massakers. Ihnen bleiben nur Weinen und Klagen. Und mit ihrer Trauer endet das Lied.<\/p>\n\n\n\n<p><em>Schluss: triuwe und r\u00e2che als existenzielle Notwendigkeit<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Berge von Leichen, Str\u00f6me von Blut, fragmentierte K\u00f6rper, zerst\u00f6rte Hallen, eine vollst\u00e4ndig vernichtete Gesellschaft und weinende Helden, das ist alles, was im Nibelungenlied \u00fcbrig bleibt von einer Gewaltt\u00e4tigkeit, die vor niemandem und nichts Halt macht. Menschenleben bedeuten nichts: Ohne Trost, ohne Perspektive, ohne Hoffnung. Ratlos l\u00e4sst das Lied die Rezipienten zur\u00fcck. Christliches Gedankengut wie Reue, Einsicht, Schuldanerkenntnis, also Vergebung, Verzeihung, sei es im weltanschaulichen oder im soziopolitischen Bereich, sucht man in diesem Inferno vergebens. Den Menschen fehlt ein positives Ziel. Christliches wird nicht verinnerlicht, ist nur als Bestandteil des h\u00f6fischen Alltags gegenw\u00e4rtig, sogar beim Gottesdienst tr\u00e4gt man das Schwert!<\/p>\n\n\n\n<p>Die Spirale der Gewalt verselbst\u00e4ndigt sich im Nibelungenlied, da der Konflikt nicht durch Einlenken und durch eine Genugtuungsleistung geregelt wird. Bis schlie\u00dflich die entmenschlichte Kriemhild die Gewaltspirale <em>\u201ean ein ende\u201c<\/em> (2369,1) bringt.<\/p>\n\n\n\n<p>Eine Katastrophen-Erkl\u00e4rung entzieht sich dem Diskurs und kann nicht befriedet werden. Frieden kann nicht gestiftet werden, auch nicht durch die Intervention Dietrichs von Bern, weil die Protagonisten des Epos auf ihrer sozialen Identit\u00e4t insistieren, f\u00fcr Hagen ist das die <em>triuwe<\/em> als Lehnstreue und Treue zum eigenen Schicksal, f\u00fcr Kriemhild ist es die Rache; und diese Identit\u00e4t behaupten beide als existenzielle Not, die nicht verhandelbar ist: <em>\u201edaz ist der Nibelunge n\u00f4t\u201c<\/em> (2379,4). <em>n\u00f4t<\/em> (mhdt.) ist Drangsal, M\u00fche, Kampfnot, ist N\u00f6tigung, ist Notwendigkeit: Gewalt wird hier in gewisser Weise zur Notwendigkeit erkl\u00e4rt als eine gewaltt\u00e4tige De-Humanisierung und Entzivilisierung der Gesellschaft.<\/p>\n\n\n\n<p>Gewalt und Mord sind nicht ordnungsstiftend, sondern destruktiv. Die Gesellschaftskritik des Nibelungenliedes besteht in der Aufl\u00f6sung der <em>ordo<\/em>, der Ordnungsgarantien der hier entworfenen Welt. Das Nibelungenlied verarbeitet allerdings das Trauma der Katastrophe, indem es das Geschehen und seine Folgen, den Verlust der <em>ordo<\/em>, in der dem Epos folgenden Klagedichtung dennoch ordnend erz\u00e4hlt, aber auch die Grenzen einer m\u00f6glichen Sinnstiftung schmerzhaft sichtbar macht.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref1\" id=\"_ftn1\">[1]<\/a> Johannes G\u00f6tzen, <em>Ein Diplomat und K\u00f6nig ohne Krone<\/em>, in: Wormser Zeitung vom 06.12.2023, S. 11<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref2\" id=\"_ftn2\">[2]<\/a> A.a.O.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref3\" id=\"_ftn3\">[3]<\/a> Daniel Me\u00dfelken, <em>Gerechte Gewalt? Zum Begriff interpersonaler Gewalt und ihrer moralischen Bewertung<\/em>, Paderborn, 2012<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref4\" id=\"_ftn4\">[4]<\/a> So Jan Philipp Reemtsma, <em>Vertrauen und Gewalt. Versuch \u00fcber eine besondere Konstellation der Moderne<\/em>, Hamburger Edition, 2013<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref5\" id=\"_ftn5\">[5]<\/a> Teresa Koloma Beck und Klaus Schlichte,&nbsp;<em>Theorien der Gewalt zur Einf\u00fchrung<\/em>, Hamburg: Junius, 2014<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref6\" id=\"_ftn6\">[6]<\/a> Elisabeth Lienert, <em>Gender Studies, Gewalt und das \u201aNibelungenlied<\/em>\u2018, in: Gerold B\u00f6nnen und Volker Gall\u00e9 (Hrsg.), <em>Der Mord und die Klage. Das Nibelungenlied und die Kulturen der Gewalt, Dokumentation des vierten Symposiums der Nibelungenliedgesellschaft Worms e.V.,<\/em> vom 11. bis 13. Oktober 2002, S. 145 \u2013 162 (S. 146)<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref7\" id=\"_ftn7\">[7]<\/a> Christoph Mauntel, <em>Pr\u00e4gung auf Kampf. Die Erziehung des ritterlichen Adels<\/em>, in: Gerd Althoff u.a. (Hrsg.), <em>Krieg im Mittelalter<\/em>, Darmstadt 2017 (Sonderband), S. 27-36 (S. 28)<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref8\" id=\"_ftn8\">[8]<\/a> U. Schulze, <em>Das Nibelungenlied nach der Handschrift C der Badischen Landesbibliothek Karlsruhe. Mittelhochdeutsch und Neuhochdeutsch<\/em>, hrsg. und \u00fcbersetzt von Ursula Schulze, D\u00fcsseldorf und Z\u00fcrich 2005, S. 283 (zu Strophe 869)<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref9\" id=\"_ftn9\">[9]<\/a> Aber trotz aller Hinweise auf ein \u00fcberm\u00fctiges Verhalten Siegfrieds tangiert sein Zornesausbruch ihre Liebe nicht. Siegfried selbst bezeichnet Kriemhild als seine <em>triutinne<\/em>, seine Geliebte (919,1; 923,1). \u2013 Umgekehrt ist f\u00fcr Kriemhild ihr Lebensgl\u00fcck auf Siegfried ausgerichtet, den einzigartigen Helden, der \u00fcber seinen Tod hinaus ihr ganzes Leben beherrscht.<\/p>\n\n\n\n<p><a id=\"_ftn10\" href=\"#_ftnref10\">[10]<\/a> Claudia Brinker-von der Heyde, <em>Hagen \u2013 v\u00e2lant oder trost der Nibelungen? Zur Unertr\u00e4glichkeit ambivalenter Gewalt im \u201aNibelungenlied\u2018 und ihrer Bew\u00e4ltigung in der \u201aKlage\u2018<\/em>, in: Gerold B\u00f6nnen und Volker Gall\u00e9 (Hrsg.), <em>Der Mord und die Klage<\/em>, a.a.O., S. 122 \u2013 144 (S. 125)<\/p>\n\n\n\n<p><mark style=\"background-color:#8ed1fc\" class=\"has-inline-color\"><strong>Anmerkung: <\/strong>Bei diesem Vortrag handelt es sich um eine Version des Vortrages &#8222;&#8220;Si ersturben s\u00eet j\u00e6merl\u00eeche\u201c: Gewaltt\u00e4tigkeit und Ermordung im Nibelungenlied&#8220; von Frau Dr. Ellen Bender &#8211; gehalten am 18. April 2024 in der Akademie Meran. <\/mark><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Dr. Ellen Bender Gewaltt\u00e4tigkeit ist ein aktuelles Thema der Gegenwart, wie der verbrecherische russische Krieg gegen die Ukraine und das Morden in Israel und Gaza zeigen. Gewalt bis hin zum V\u00f6lkermord wird immer hemmungsloser, unmenschlicher, anti-zivilisatorischer betrieben. Menschen werden enthauptet \u2013 wie die deutsche Shani Louk von den Hamas. 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