{"id":295,"date":"2022-02-04T12:07:13","date_gmt":"2022-02-04T11:07:13","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nibelungenlied-gesellschaft.de\/nlg\/?page_id=295"},"modified":"2022-02-04T12:45:04","modified_gmt":"2022-02-04T11:45:04","slug":"passionsspiele-gegen-reformationsdrama","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.nibelungenlied-gesellschaft.de\/nlg\/beitraege\/passionsspiele-gegen-reformationsdrama\/","title":{"rendered":"Passionsspiele gegen Reformationsdrama"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Luthers Verdikt \u00fcber die geistlichen Spiele des Mittelalters und die Wende zum fr\u00fchneuzeitlichen Drama der Reformation<\/strong><br><em>von Prof. Dr. Elke Ukena-Best, Universit\u00e4t Heidelberg<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>Beitrag anl\u00e4sslich der Luther-Festspiele 2021<\/em><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" width=\"980\" height=\"489\" src=\"https:\/\/www.nibelungenlied-gesellschaft.de\/nlg\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Elke-Ukena-Best.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-296\" srcset=\"https:\/\/www.nibelungenlied-gesellschaft.de\/nlg\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Elke-Ukena-Best.jpg 980w, https:\/\/www.nibelungenlied-gesellschaft.de\/nlg\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Elke-Ukena-Best-300x150.jpg 300w, https:\/\/www.nibelungenlied-gesellschaft.de\/nlg\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Elke-Ukena-Best-768x383.jpg 768w\" sizes=\"(max-width: 980px) 100vw, 980px\" \/><figcaption>Lorenzo Lotto\/ Susanna im Bade 1517<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Das religi\u00f6se Schauspiel, wie es sich als theatrale Institution in der sp\u00e4tmittelalterlichen Stadt am Ende des 15., Anfang des 16. Jahrhunderts etabliert hat, erf\u00e4hrt in der Fr\u00fchen Neuzeit grundlegende \u00c4nderungen. Diese sind entscheidend von Martin Luther und seiner reformatorischen Sicht auf Inhalte, dramatische Umsetzung, Intention und Auff\u00fchrungspraxis bestimmt. Zun\u00e4chst werde ich daher das geistliche Spiel des Sp\u00e4tmittelalters kurz charakterisieren und speziell eine Passage des Alsfelder Passionsspiels, die beispielhaft f\u00fcr Luthers Ablehnung steht, in den Blick nehmen (I). Es folgen Luthers Kritikpunkte mit Zitaten einiger seiner Aussagen, in denen sich die Gegnerschaft zum mittelalterlichen Spiel manifestiert (II). Schlie\u00dflich komme ich zur fr\u00fchneuzeitlichen Wende und damit zum reformatorischen Drama (III). Es wird zu zeigen sein, welche Prinzipien f\u00fcr das Innovative dieses Dramentypus und seine szenische Pr\u00e4sentation ma\u00dfgeblich sind, aber auch inwiefern das mittelalterliche geistliche Spiel im Reformationsdrama dennoch weiterwirkt. Exemplarisch wird das Bibeldrama &#8222;Susanna&#8220; von Paul Rebhun herangezogen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\">I.<\/p>\n\n\n\n<p>Zum geistlichen Spiel des Mittelalters: Die Gattungsbezeichnung &#8218;Spiel&#8216; ist der Text\u00fcberlieferung entnommen. Der Terminus &#8218;Drama&#8216; ist in diesem Zusammenhang nicht gebr\u00e4uchlich, denn es besteht kein Bezug zur aristotelischen Dramaturgie des antiken Dramas, die dem Drama der Neuzeit zugrunde liegt, im christlichen Mittelalter aber als heidnisch galt. Im geistlichen Spiel, das seinen Ursprung in der kirchlichen Liturgie des Ostersonntags hat, werden zentrale Ereignisse der christlichen Heilsgeschichte szenisch vergegenw\u00e4rtigt Sie folgen nach dem Prinzip der episodischen Reihung chronologisch aufeinander. Im Mittelpunkt stehen die neutestamentlichen Ereignisse des Lebens Jesu, seiner Passion und seiner Auferstehung, so dass die Passionsspiele und die Osterspiele gegen\u00fcber anderen Spieltypen \u00fcberwiegen &#8211; wie etwa den Weihnachtsspielen, den Legendenspielen oder den Weltgerichtsspielen. Die Auff\u00fchrungen in der Volkssprache der jeweiligen regionalen Mundart fanden an den gro\u00dfen kirchlichen Festtagen statt, besonders zu Ostern und Pfingsten. Gespielt wurde im Freien, auf dem Kirchenvorplatz oder dem Marktplatz. Die Funktionen des Textautors und des Spielleiters nahmen zumeist die st\u00e4dtischen Geistlichen wahr, w\u00e4hrend die zahlreichen Darsteller der st\u00e4dtischen B\u00fcrgerschaft angeh\u00f6rten. Das hei\u00dft, dass alle an Inszenierung, Regie und Spiel Beteiligten Laien waren. Mit professionellem Theaterspiel, das es im Mittelalter gar nicht gab, haben diese Auff\u00fchrungen nichts zu tun. Aus heutiger Sicht ist interessant, dass s\u00e4mtliche Rollen, auch die Frauenrollen &#8211; wie die Gottesmutter Maria oder Maria Magdalena &#8211; von M\u00e4nnern gespielt wurden. Als Ph\u00e4nomen der stadtb\u00fcrgerlichen Kultur erlebten die Spiele im Sp\u00e4tmittelalter bis zum Beginn des 16. Jahrhunderts ihre Bl\u00fctezeit. Besonders popul\u00e4r waren die Passionsspiele, die den Leidensweg und die Kreuzigung Jesu weit ausf\u00fchrlicher als die Bibel mit breiter Darstellung grausamer Details vorf\u00fchrten. Das Zentralgeschehen der Passion umfasst in unterschiedlicher Kombination und Ausgestaltung zum einen die Gr\u00fcndonnerstagsszenen vom letzten Abendmahl \u00fcber die Gefangennahme Jesu bis zur Verleugnung durch Petrus, zum anderen die Karfreitagsszenen von den Verh\u00f6ren durch Pilatus und Herodes \u00fcber die Kreuztragung und die Kreuzigung auf Golgatha bis zur Grablegung.<\/p>\n\n\n\n<p>Bedingt durch die thematische Perspektivierung auf die Erl\u00f6sungstat des Heilands greift das Passionsspiel stofflich aber noch weiter aus und bezieht Szenen ein, die die heilsgeschichtliche Bedeutung der Erl\u00f6sung besonders eindringlich darbieten. Der Passion vorangestellt werden markante neutestamentliche Szenen aus dem Leben Jesu wie etwa Geburt und Taufe und sein \u00f6ffentliches Wirken mit Krankenheilungen und Predigten und der Bekehrung Maria Magdalenas. Hinzu kommen alttestamentliche Geschehnisse, beginnend bereits mit der Erschaffung der Welt und der Menschen und ihrem S\u00fcndenfall.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Ereignisse nach der Passion werden zumeist durch Aufnahme von zentralen Szenen aus dem Osterspiel wiedergegeben, so dass sich eine Kombination von Passions- und Osterspiel ergibt. Die Hauptszenen des Osterspiels sind die Auferstehung Christi, seine H\u00f6llenfahrt, der Grabbesuch der drei Marien, die Begegnung des auferstandenen Christus mit Maria Magdalena und der Lauf der J\u00fcnger Petrus und Johannes zum Grabe. \u00dcberdies werden in manchen Spielen auch noch das Pfingstgeschehen und Christi Himmelfahrt vorgef\u00fchrt. Wie man sieht, eine gewaltige F\u00fclle heilsgeschichtlicher Stoffe, die das Passionsspiel zur facettenreichen, komplexen dramatischen Gro\u00dfform expandieren l\u00e4sst. Die Auff\u00fchrungen erstreckten sich vielerorts \u00fcber mehrere Tage hinweg und wirkten so intensiv, dass man sicher zu Recht von einem mittelalterlichen Massenmedium spricht.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Texte, die gesprochen und gesungen wurden, basieren auf vielf\u00e4ltigen Quellen: neben der Bibel auf der kirchlichen Liturgie des Palmsonntags, des Karfreitags und ganz besonders des Ostersonntags. Stoffliche Vorlagen bieten auch apokryphe Evangelien, also Evangelientexte, die nicht kanonisiert sind &#8211; wie etwa das weit verbreitete Evangelium Nicodemi \u2013 f\u00fcr Szenen wie die H\u00f6llenfahrt Christi, das Marienleben, die Kindheit Jesu oder die Szenen um Maria Magdalena.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Umgang der Autoren mit den zumeist erz\u00e4hlenden Vorlagen in lateinischer Sprache ist \u00fcberaus frei. Selbst bei der \u00dcberf\u00fchrung biblischer Berichte in dramatische Handlung mit Dialogen in deutschen Reimpaarversen werden oft ganz eigene, die Vorlage ver\u00e4ndernde Akzente gesetzt. Auf Wort- oder Handlungsgenauigkeit kommt es trotz der fraglos anerkannten Autorit\u00e4t der Bibel weniger an, zumal auch dann, wenn eine Szene aus unterschiedlichen Darstellungen der einzelnen Evangelien kompiliert wird.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Besonderheit der theatralen Realisierung ist die Simultanb\u00fchne, eine gro\u00dfe Fl\u00e4che, auf der s\u00e4mtliche Spielorte eines Spieltages gleichzeitig aufgebaut sind. Ihre Konzeption und Konstruktion visualisiert die christliche Weltvorstellung und l\u00e4sst \u00fcber die chronologische Ereignisfolge hinaus den theologischen Sinn des Geschehens transparent werden. Polar n\u00e4mlich stehen sich als jenseitige Handlungsorte der Himmel mit Gott und den Engeln &#8211; im Osten auf erh\u00f6hter Position &#8211; und die H\u00f6lle im Westen mit Luzifer und seinen Gefolgsteufeln gegen\u00fcber; dazwischen werden die diesseitigen, die irdischen Spielorte positioniert, womit das permanente Eingespanntsein der Menschen zwischen den transzendenten, im realen Leben ja unsichtbaren M\u00e4chten vergegenw\u00e4rtigt wird, wie auch Gott, Engel und Teufel als dramatische Figuren agieren.<\/p>\n\n\n\n<p>Wesentliches Anliegen des geistlichen Spiels, das von seiner Disposition und Inszenierung her sein Laienpublikum rational und emotional ergreift, ist neben der Glaubensverk\u00fcndigung die religi\u00f6se Belehrung, die bei den zuschauenden Menschen auf individuelle Selbstbesinnung, S\u00fcndenerkenntnis, innere Umkehr und Abwendung von der S\u00fcnde abzielt. Durch direkte und indirekte Didaxe werden moraltheologische und dogmatische Sachverhalte vermittelt. Zum einen werden die Zuschauer mit predigthaften Lehrreden direkt, frontal angesprochen. Zum anderen erhalten sie durch die gespielten, vor ihren Augen sich vollziehenden Geschehnisse der historischen Heilsgeschichte Vorbilder f\u00fcr tugendhaftes und s\u00fcndiges Verhalten. Emotional affiziert werden sie ganz besonders \u00fcber die Erregung von Mitleid \u2013 &#8218;compassio&#8216; \u2013 mit dem zu Tode gemarterten Heiland und seiner Mutter Maria, die sich mit zutiefst ersch\u00fctternden Klagen und Wehrufen an das Publikum wendet und es auffordert, mit ihr gemeinsam zu trauern. So werden die Zuschauer gleichsam in die Heilsgeschichte hereingeholt, und es wird die Grenze zwischen B\u00fchnenhandlung und Gegenwartsrealit\u00e4t aufgehoben. Hinzu kommen die in die Handlung eingebundenen liturgischen Ges\u00e4nge und Kirchenlieder, die der Auff\u00fchrung partiell ein gottesdienstliches Gepr\u00e4ge geben. Die Institution des geistlichen Spiels also ist ein sakrales Ereignis in der sp\u00e4tmittelalterlichen Stadt und erscheint als eine Erweiterung des Gottesdienstes au\u00dferhalb der Kirche. Denn durch die unmittelbare Gegenw\u00e4rtigsetzung des Heilsgeschehens in verst\u00e4ndlicher Weise werden hier der Gemeinde christliche Glaubenstatsachen zus\u00e4tzlich so vermittelt, wie es im strengen rituellen Rahmen des kirchlichen Gottesdienstes nicht m\u00f6glich ist.<\/p>\n\n\n\n<p>Um nun einen \u2013wenn auch nur sehr begrenzten &#8211; Eindruck von solchen Passagen der Passionsspiele zu vermitteln, wie sie besonders unter Luthers Verdikt standen, m\u00f6chte ich den Ausschnitt aus dem Alsfelder Passionsspiel vorstellen. Dieses Spiel geh\u00f6rt zu den textlich besonders breit entfalteten Spielen der Sp\u00e4tzeit. Es wurde in dem oberhessischen Ort Alsfeld an jeweils drei Tagen hintereinander auf einer gro\u00dfr\u00e4umigen Simultanb\u00fchne ab 1501 aufgef\u00fchrt. Darstellungsgegenstand ist das irdische Leben Jesu von seiner Taufe \u00fcber die Passion, den Kreuzestod und die Auferstehung bis hin zum Pfingstgeschehen und zur Erteilung des Missionsbefehls an die J\u00fcnger.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Beispieltext stammt aus dem Passionsteil und verdeutlicht die von Luther kritisch gesehene Vorf\u00fchrung des menschlichen Leidens Christi. Es ist eine kurze Sequenz aus der umfangreichen, \u00fcber tausend Verse umfassenden Kreuzigungsszene,die den biblisch gebotenen Stoff eminent \u00fcberschreitet und mit exzessiver Brutalit\u00e4t gestaltet ist. Nach der Kreuztragung auf Golgatha angelangt, werden Jesus die Kleider weggenommen, und man wirft ihn auf das noch am Boden befindliche Kreuz. Nun folgt in h\u00f6chst detaillierter Darstellung, wie er an das Kreuz genagelt wird. Die Peiniger Jesu, vier r\u00f6mische Soldaten, verwenden extra stumpfe N\u00e4gel, damit die entstehenden Wunden besonders gro\u00df werden. Zuerst wird die rechte Hand angenagelt. Da der K\u00f6rper Jesu den Ma\u00dfen des Kreuzes aber nicht entspricht, werden ihm die Arme mit Stricken ausgerenkt und so weit auseinandergezerrt, bis dann auch die linke Hand richtig sitzt und durchbohrt werden kann, und dasselbe geschieht mit dem durch beide F\u00fc\u00dfe zu schlagenden Nagel. Dann wird das Kreuz mit dem blut\u00fcberstr\u00f6mten Christus zum Schrecken und Entsetzen der Anwesenden aufgerichtet. Die h\u00f6hnische Erbarmungslosigkeit der Kommentare seiner Peiniger, denen die Juden assistieren, sind auf verbaler Ebene die Entsprechung zu ihrem Handeln und demonstrieren in aller Krassheit die entmenschlichte Haltung der Christusfeinde. Mit dem Beginn der grausamen Annagelung (V. 5594- 5605) soll das Verfahren der dramatischen Umsetzung veranschaulicht werden:<\/p>\n\n\n\n<p>Der zweite der vier r\u00f6mischen Soldaten, die die Kreuzigung ausf\u00fchren, l\u00e4sst sich die Marterwerkzeuge aush\u00e4ndigen:<\/p>\n\n\n\n<p><em>Gebet her stumper nagel dry,<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>hamer vnd zangen auch da by.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>an hende vnd an fusz byndet em strenge<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>vnd recket en nach des cruczes lenge<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>bys an der locher zeychen,<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>das beyn vnd fusz dar an reichenn,<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>das die neyl da dorch dringenn.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>szo magk em wol misselingenn. <\/em>(V. 5594-5601)<\/p>\n\n\n\n<p>(Gebt mir drei stumpfe N\u00e4gel und dazu Hammer und Zange! An H\u00e4nde und F\u00fc\u00dfe bindet ihm Stricke und streckt ihn entsprechend der L\u00e4nge des Kreuzes bis zu den Markierungen der L\u00f6cher, so dass Arme und F\u00fc\u00dfe dorthin kommen, damit die N\u00e4gel sie durchdringen k\u00f6nnen! So mag es ihm [= Jesus] wohl schlecht ergehen!)<\/p>\n\n\n\n<p>Ein Handwerker reicht ihm die verlangten Gegenst\u00e4nde:<\/p>\n\n\n\n<p><em>Hye synt stumper neyl dry,<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>hamer vnd zangen hon ich auch da by. <\/em>(V. 5602-5603)<\/p>\n\n\n\n<p>(Hier sind drei stumpfe N\u00e4gel, und auch Hammer und Zange habe ich dabei!)<\/p>\n\n\n\n<p>W\u00e4hrend er mit dem Hammer den Nagel durch seine rechte Hand schl\u00e4gt, spricht der Peiniger zu Jesus: <em>Dissen neyl slan ich durch dyn recht hant,<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>pyn vnd smerczen wirt dir do von bekannt. <\/em>(V. 5604-5605)<\/p>\n\n\n\n<p>(Diesen Nagel schlage ich durch deine rechte Hand, das wird dir Qualen und Schmerzen bereiten!)<\/p>\n\n\n\n<p>Die den Handlungsablauf bestimmenden Figurenreden lassen erkennen, in welcher performativen Breite, Drastik und angestrebten Realit\u00e4tsn\u00e4he die szenischen Vorg\u00e4nge dem Publikum dargeboten wurden. Vergleicht man die Angaben zur Kreuzigung in den biblischen Evangelien, so stellt man fest, dass dort keinerlei Einzelheiten mitgeteilt werden und die N\u00e4gel nur an sp\u00e4terer Stelle im Johannes-Evangelium Erw\u00e4hnung finden (\u00dcbersetzung der im Mittelalter g\u00fcltigen lateinischen Vulgata): Mt 27,35: <em>Nachdem sie ihn aber gekreuzigt hatten<\/em> [\u2026]; Mc 15,24: <em>Und nachdem sie ihn gekreuzigt hatten<\/em> [\u2026]; Lc 23,33: [\u2026] <em>so kreuzigten sie ihn daselbst<\/em>; Jo 19,18: <em>Da kreuzigten sie ihn<\/em>; Hinweis auf die N\u00e4gel Jo 20,25 (Episode vom ungl\u00e4ubigen Thomas): <em>Wenn ich nicht an seinen H\u00e4nden das Mal der N\u00e4gel sehe und meine Finger in den Ort der N\u00e4gel<\/em> [\u2026] <em>lege<\/em> [\u2026].<\/p>\n\n\n\n<p>Die textliche und szenische Ausgestaltung der Passionsereignisse besorgt der \u00fcblicherweise auch als Spielleiter fungierende Autor, der das im Zuge einer langen regionalen Spieltradition \u00fcberlieferte Textmaterial f\u00fcr die aktuelle Auff\u00fchrung durch Modifizierung, Erg\u00e4nzung oder Erweiterung aufbereitet. Innerhalb der auf deutschsprachigem Gebiet verbreiteten, durch einen gemeinsamen Grundtext verbundenen &#8218;Spiellandschaften&#8216; geh\u00f6rt das Alsfelder Passionsspiel (zusammen mit den Passionsspielen von Frankfurt\/Main, Friedberg, Fritzlar und Mainz) zur rheinfr\u00e4nkisch-hessischen Spielgruppe. Vergleichender Untersuchungen erm\u00f6glichen es, die Tendenzen und Schwerpunkte der jeweils spezifischen Bearbeitungsverfahren recht genau zu ermitteln und durch Einbezug der historischen Gegebenheiten des jeweiligen Auff\u00fchrungsortes wichtige Erkenntnisse zur Entwicklungsgeschichte des geistlichen Spiels zu gewinnen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\">II.<\/p>\n\n\n\n<p>Inwiefern sich Martin Lutherund mit ihm die reformatorische Bewegung gegen diese geistlichen Spiele gewandt hat, ist nun anhand seiner polemischen Aussagen zu zeigen. Da alle diese Vorw\u00fcrfe im Begr\u00fcndungszusammenhang der lutherischen Theologie stehen, ist vorab darauf hinzuweisen, dass im Rahmen dieses Vortrags die komplexen theologischen Sachverhalte nicht differenziert dargestellt werden k\u00f6nnen und sollen &#8211; es ist ja kein theologischer Vortrag &#8211; sondern nur soweit, wie sie zum Verst\u00e4ndnis der Eigenheiten des Reformationsdramas n\u00f6tig sind. Luther hat zu diesem Thema keine spezielle Abhandlung verfasst, sondern sich in unterschiedlichen Kontexten zu verschiedenen Aspekten wie Glaubenspostulaten, Textauswahl und Inszenierungspraxis ge\u00e4u\u00dfert. Festzuhalten ist, dass er dem geistlichen Spiel, insoweit es eine Realisierungsform christlicher Gl\u00e4ubigkeit war, nicht von vornherein negativ gesonnen war. Seine Anerkennung galt der intendierten religi\u00f6sen Didaxe im propagandistisch genutzten Rahmen der Auff\u00fchrung. Darauf ist sp\u00e4ter noch zur\u00fcckzukommen.<\/p>\n\n\n\n<p>Allerdings gab es glaubensbedingt prinzipielle Einw\u00e4nde, die Luther teils sehr drastisch erhob. Besonders sprach er sich gegen die Passionsspiele aus, in denen Christus verzerrt dargestellt werde, n\u00e4mlich als leidender Mensch, der zu beklagen und zu beweinen sei. Daraus resultiert entsprechend reformatorischer Vorstellung ein ganz anderer religi\u00f6ser Stellenwert der Passion f\u00fcr den Christenmenschen. Zu dieser aus seiner Sicht falschen Haltung des Mitleids mit dem Leiden Christi \u00e4u\u00dfert sich Luther in seinem &#8222;Sermon von der Betrachtung des heyligen leydens Christi&#8220; von 1519 (WA 2, S. 136-142). Ich zitiere daraus, muss mich aber auf einzelne Textstellen beschr\u00e4nken.<\/p>\n\n\n\n<p>Zur &#8218;compassio&#8216;, dem im geistlichen Spiel nachdr\u00fccklich eingeforderten Mitleiden mit Christus und Maria, sagt er: <em>Sie haben eyn mitleyden mit Christo \/ yhn zu clagen vnd zu beweynen \/ alsz eynen vnschuldigen menschen \/ gleych wie die weyber \/ die Christo von Ierusalem nach folgeten \/ vnd von yhm gestrafft wurden \/ Sie sollten sich selb beweynen vnd yhre kinder [Lk 23,27] Der art seynd die \/ die mitten \/ yn der passion \/ weyt ausz reyszen \/ vnd von dem abschied Christi zu Bethanien \/ vnd von der Iunckfrawen Marien schmertzen \/ viel eyntragen \/ vnd kummen auch nit weyter \/<\/em> (S. 136; Sie haben Mitleid mit Christus, beklagen und beweinen ihn als einen unschuldigen Menschen \u2013 so wie die Frauen, die Christus von Jerusalem aus nachfolgten und von ihm gescholten wurden, sie sollten sich selbst und ihre Kinder beweinen. Solcher Art sind diejenigen, die weit von der Mitte der Passion abschweifen und vieles vom Abschied Christi in Bethanien und den Schmerzen der Jungfrau Maria hinzusetzen, aber doch nicht weiterkommen.)<\/p>\n\n\n\n<p>Christus selbst also habe sich, wie es das Lukas-Evangelium von der Kreuztragung (Lk 23,27) berichtet, deutlich gegen die emotionale Anteilnahme in Form des erwiesenen Mitleids ausgesprochen und habe das als Abschweifung vom Kern der Passion bezeichnet. Dazu geh\u00f6re auch das Mitleiden mit den Seelenqualen Marias, der Mutter des Heilands. Denn das Mitleid, das die menschliche Qual Christi beklagt und mittr\u00e4gt, verhindert die Erkenntnis des eigenen Anteils an Jesu Leiden. Der Mensch n\u00e4mlich soll in der Marter Christi seine pers\u00f6nlichen S\u00fcnden erkennen: <em>wan du die negel Christi sihst durch seyn hend dringen \/ glaub sicher das deynn werck \/ seynd. \/\/ sichstu seyn doerenn kron \/ glaub \/ es seyn deyn boesz gedancken<\/em> (S. 137; Wenn du die N\u00e4gel Christi durch seine H\u00e4nde dringen siehst, glaube sicher, dass es deine Werke sind; siehst du seine Dornenkrone, glaube, es seien deine b\u00f6sen Gedanken).<\/p>\n\n\n\n<p>Aus dieser Sicht erw\u00e4chst dem Gl\u00e4ubigen der individuelle Nutzen des Leidens Christi, n\u00e4mlich: <em>der nutz des leydens Christi \/ gar daran gelegen ist \/ das der mensch zu seyns selb erkentnisz kumme \/ vnd fuor yhm selbs erschrecke vnd zurschlagenn werden \/ Vn wo der mensch nit da hyn kommet \/ ist yhm das leyden Christi noch nit recht nuz worden<\/em>. (S. 138; Der Nutzen des Leidens Christi liegt ganz und gar darin, dass der Mensch zur Erkenntnis seiner selbst kommt und vor sich selbst erschrickt und niedergeschmettert wird. Wenn aber der Mensch nicht dahin kommt, ist ihm das Leiden Christi noch nicht in der richtigen Weise zum Nutzen geworden). Das aber kann nur durch das Begreifen der eigenen s\u00fcndhaften Existenz geschehen, aus der Gottes Gnade den Menschen erl\u00f6sen kann. Hier konturieren sich der reformatorische &#8217;sola fide&#8216;- und der &#8217;sola gratia\u2018-Gedanke \u2013 allein der Glaube und allein die Gnade: Die Rechtfertigung des Menschen ist nur durch den der g\u00f6ttlichen Gnade vorausgehenden Glauben m\u00f6glich.<\/p>\n\n\n\n<p><a><\/a> Und noch eine letzte erhellende Aussage: <em>Dan die vbeltether die Iuden \/ wie sie nu gott gerichtet vnd vortrieben hatt \/ seynd sie doch deyner sunde diener gewest \/ vnnd du bist warhafftig der \/ der durch seyn sunde gott seynen sun erwurget vnd gecreutziget hatt.<\/em> (S. 138; Denn die \u00dcbelt\u00e4ter, die Juden, wie Gott sie nun gerichtet und vertrieben hat, sind doch deiner S\u00fcnde Diener gewesen, und du bist wahrhaftig derjenige, der durch seine S\u00fcnde Gottes Sohn get\u00f6tet und gekreuzigt hat). Ein harter Vorwurf, der im Rahmen dieser Passionsauffassung die Mitleidshaltung gegen\u00fcber Christus und Maria als Ausdruck falschen Glaubens erscheinen l\u00e4sst.<\/p>\n\n\n\n<p>In seiner Fastenpostille, einer Predigtsammlung von 1525 (WA 17,2), wendet sich Luther gegen &#8222;narrenteyding&#8220; (Narrengeschw\u00e4tz) und &#8222;affenspiel&#8220; (Affentheater), was den in der Predigt und im geistlichen Spiel verhandelten ernsten Inhalten zur blo\u00dfen Unterhaltung der unaufmerksamen Zuh\u00f6rer und Zuschauer hinzugef\u00fcgt wird, und nennt ein solches Verfahren, das den Glauben verunglimpft, &#8222;unchristlich&#8220;: <em>Und sonderlich ist das unchristlich, wo man solche narrenteyding treybt ynn der gemeynde, da man zu samen kompt Gotts wort zu h\u00f6ren und die schrifft zu lernen, \/\/ wie sichs denn alle zeyt begibt, wo viel zu samen komen, ob sie gleich zu erst anfahen von ernsten sachen, doch bald fallen auff leichtfertige, lose, lecherliche teydinge, \/\/damit man die zeyt verleuret und bessers verseumet. Wie denn bisher geschehen ist, das man auffs osterfest eyn nerrisch lecherlich geschwetz unter die predigt gemengt hat, die schlefferigen damit wacher zu machen. Und da man zu Weynachten das kindlin gewigt und mit reymen affenspiel getrieben hat, gleich wie auch mit den heyligen Dreyk\u00f6nigen, mit der passio Christi, mit Dorothea und andern heyligen geschehen ist.<\/em>&#8220; (S. 208f.; Und besonders ist das unchristlich, wenn man in der Gemeinde derartiges Narrengeschw\u00e4tz verbreitet, wo man zusammenkommt, um Gottes Wort zu h\u00f6ren und die heilige Schrift zu verstehen, wie es denn immer wieder vorkommt, wo viele zusammenkommen, wenn die auch zun\u00e4chst mit ernsten Dingen anfangen, doch bald auf leichtfertiges, freches und l\u00e4cherliches Geschw\u00e4tz verfallen, mit dem man die Zeit verliert und Wichtiges vers\u00e4umt. So, wie es bisher geschehen ist, dass man am Osterfest ein n\u00e4rrisch-l\u00e4cherliches Geschw\u00e4tz in die Predigt eingef\u00fcgt hat [Rekurs auf den kultischen Brauch des &#8218;Osterlachens&#8216; am Ostersonntag anl\u00e4sslich des Sieges Christi \u00fcber H\u00f6lle, Teufel und Tod], um die Schl\u00e4frigen damit aufzuwecken. Und da man zu Weihnachten das Kindlein gewiegt und mit Reimen Affentheater getrieben hat, wie es auch mit den heiligen Dreik\u00f6nigen, mit der Passion Christi, mit Dorothea und anderen Heiligen geschehen ist). Wegen einer unzul\u00e4ssigen Verweltlichung der ernsten Sachverhalte, wie Luther sie in den gereimten Spieltexten vorfindet, werden hier das Weihnachtsspiel mit dem Brauch des Kindelwiegens, das Dreik\u00f6nigsspiel, die Passion Christi und die Legendenspiele als &#8222;affenspiel&#8220; diffamiert und abqualifiziert.<\/p>\n\n\n\n<p>In der Kritik steht auch das aufwendige Inszenierungsspektakel, das, ganz besonders in der Kreuzigungsszene, zur Profanierung des heiligen Geschehens gef\u00fchrt habe und dessen Ernst und religi\u00f6s-theologischer Tragweite man so nicht gerecht werden konnte. Der Vorf\u00fchrung mit angemessener Andacht und Ernsthaftigkeit zu folgen und sich auf ihre religi\u00f6se Substanz zu konzentrieren, war dem sich vor der Simultanb\u00fchne und um sie herum bewegenden und von den Schaueffekten gefesselten Publikum kaum m\u00f6glich.<\/p>\n\n\n\n<p>Und schlie\u00dflich ist nach dem strengen reformatorischen Leitprinzip &#8217;sola scriptura&#8216;, der alleinigen G\u00fcltigkeit der heiligen Schrift, die weite Entfernung vom biblischen Text, wie etwa am Beispiel des Alsfelder Spiels ersichtlich, und die Vielfalt au\u00dferbiblischer Quellen keineswegs zu billigen. So \u00e4u\u00dfert sich Luther in seiner &#8222;Dritten Predigt auff den Ostertag&#8220; von 1530 (WA 37) zur Darstellung von Christi H\u00f6llenfahrt, die in den Osterspielen (wie \u00fcbrigens auch in den bildlichen Darstellungen der Sakralkunst) real aufgefasst und dramatisch in einer gro\u00dfen Szene ausgef\u00fchrt wird. Die Ereignisse der H\u00f6llenfahrt aber sind, wie schon erw\u00e4hnt, nicht in der Bibel, sondern im apokryphen Evangelium Nicodemi enthalten und insofern f\u00fcr die Reformatoren absolut nicht verbindlich. Aus reformatorischer Sicht wird die H\u00f6llenfahrt nur geistig, nicht leiblich vollzogen. Luther meint, man solle sich dar\u00fcber keine tieferen Gedanken machen, weil <em>es ja nicht leiblich geschehen ist, sintemal er [= Christus] die drey tage ja im grabe ist blieben<\/em> (S. 63). Mehr ist den kanonischen Evangelien dazu nicht zu entnehmen. Daraus resultiert weiter auch, dass Luther keine eigenst\u00e4ndige Theologie der H\u00f6lle entwickelt und das Fegefeuer negiert hat.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\">III.<\/p>\n\n\n\n<p>Wenden wir uns nun angesichts all dessen, was von Luther als &#8222;lecherey&#8220;, &#8222;affenspiel&#8220;, &#8222;narrenteyding&#8220; oder gar &#8222;unchristlich&#8220; abgewertet wurde, dem Reformationsdrama zu, um der Frage nachzugehen, welches seine zentralen Kriterien der Intention, Stoffauswahl, dramatischen Form, religi\u00f6sen Inhalte und Auff\u00fchrungspraxis sind.<\/p>\n\n\n\n<p>Wie bereits kurz angesprochen, stand Luther dem religi\u00f6sen Schauspiel nicht prinzipiell ablehnend gegen\u00fcber. Als wirksames Instrument zur Verbreitung reformatorischer Glaubensmaximen, verbunden teils auch mit scharfer Polemik gegen die Altgl\u00e4ubigen, konnte das Medium Theater f\u00fcr die Christenlehre und den Glaubenskampf funktionalisiert werden. Luthers Vorgabe f\u00fcr die zu dramatisierenden Stoffe leitet sich aus dem schon erw\u00e4hnten reformatorischen &#8217;sola scriptura&#8216;- Diktum her, wonach allein die heilige Schrift, also die Bibel, die Autorit\u00e4t f\u00fcr die Heilsbotschaft, die Heilstatsachen und die Heilsgeschichte ist. Von daher schloss Luther nichtbiblische Stoffe und ihre Quellen, wie sie so umfangreich und vielgestaltig das mittelalterliche Spiel pr\u00e4gen, kategorisch aus. Aufgrund seiner Bedenken gegen\u00fcber der Darstellung des Christuslebens mit der Entheiligung des Gottesohnes im B\u00fchnenspektakel fielen aber auch diese Passagen aus den kanonischen Evangelien als Dramenvorlagen aus. Das Stoffreservoir f\u00fcr die Dramatisierung biblischer Stoffe sollte nach Luthers Empfehlung vor allem das Alte Testament sein. Neben alttestamentlichen Stoffen -wie etwa Tobias, Judith, Esther, Susanna oder Abraham &#8211; werden aber auch neutestamentliche Gleichnisse herangezogen, in denen Christus selbst ja keine handelnde Figur ist, z. B. das Gleichnis vom verlorenen Sohn, das Gleichnis vom reichen Mann und armen Lazarus oder das Gleichnis vom gro\u00dfen Abendmahl. Zum gr\u00f6\u00dften Teil also sind die reformatorischen Schauspiele Bibeldramen.<\/p>\n\n\n\n<p>Im Gegensatz zur offenen Form der episodischen Reihung im geistlichen Spiel, in das immer wieder weitere Episoden eingef\u00fcgt werden konnten, konzentriert sich das Reformationsdrama auf die Dramatisierung jeweils einzelner Episoden, deren Handlung in sich geschlossen ist. Als formales Aufbauprinzip wurde die Einteilung in f\u00fcnf Akte mit Prolog und Epilog vom lateinischen Humanistendrama \u00fcbernommen, das im akademischen Umkreis von Universit\u00e4ten und Lateinschulen gepflegt wurde. Dabei handelt es sich f\u00fcr das deutsche Reformationsdrama allerdings mehr um \u00e4u\u00dferliche Formkriterien, denn die Gliederung des Handlungsverlaufs nach steigender Handlung, H\u00f6hepunkt mit Peripeti und fallender Handlung war in den erz\u00e4hlenden Vorlagetexten h\u00e4ufig nicht angelegt und wurde &#8211; wegen der Bibeltreue &#8211; auch nicht unbedingt angestrebt. Bei der Umwandlung der biblischen Vorlage in ein auff\u00fchrungsgerecht dialogisiertes Schauspiel hatten die Autoren auf gr\u00f6\u00dftm\u00f6gliche N\u00e4he zum Wortlaut des Originaltextes zu achten. Pr\u00e4textfremde Elemente, die notwendigerweise zu einer Dramatisierung geh\u00f6rten, mussten stets auf das zentrale Thema und die religi\u00f6se Botschaft des St\u00fccks ausgerichtet sein und durften nicht etwa als unterhaltendes, wom\u00f6glich durch Spannungssteigerung vom religi\u00f6s-didaktischen Anliegen ablenkendes Beiwerk eingebracht werden.<\/p>\n\n\n\n<p>So bezieht das Reformationsdrama seine Legitimation aus der ihm zugewiesenen Funktion eines Mediums der \u00dcbermittlung religi\u00f6s-theologischer und moralisch-lebenspraktischer Belehrung im Sinne der neuen Glaubensrichtung, der s\u00e4mtliche Gestaltungsaspekte untergeordnet sind. Die Handlung soll insofern vorbildhaft sein, als sie die Best\u00e4tigung der g\u00f6ttlichen Ordnung demonstriert, in der sich der Mensch zeitlebens bew\u00e4hren muss.<\/p>\n\n\n\n<p>Vor diesem f\u00fcr das Reformationsdrama konstituierenden Hintergrund wird verst\u00e4ndlich, dass die handlungstragenden Figuren als Exempelfiguren und damit als Typen, nicht als individuelle Charaktere gezeichnet sind. Sie sind eindeutig Gute oder B\u00f6se und dienen als Vorbild oder auch als abschreckendes Gegenbild, indem sie bestimmte Grunds\u00e4tze reformatorischer Ethik und Moral verk\u00f6rpern oder konterkarieren. Im Sinne der intendierten Didaxe ist die Bewertung des Verhaltens und Handelns der Figuren ein substantielles Element, das durch den Prolog und den Epilog, ausf\u00fchrliche exegetische Kommentare und handlungsimmanent durch Figurenreden realisiert wird. Daher gelten die Methoden der Zuschauerlenkung im Reformationsdrama einer dezidiert rationalen, nicht \u2013 wie im geistlichen Spiel \u2013 auch emotional-identifikatorischen Rezeption. Jeder Zuschauer soll von den Figuren f\u00fcr sich selbst lernen; er soll sich nicht gef\u00fchlsm\u00e4\u00dfig ergreifen lassen, nicht mitleiden oder mittrauern, sich nicht mitf\u00fcrchten oder \u00e4ngstigen. Wenn Figuren unschuldig in schwerste Bedr\u00e4ngnis, oft in Todesgefahr geraten und sich standhaft und glaubensstark bew\u00e4hren m\u00fcssen, so sind ihre Klagen nicht auf die &#8218;compassio&#8216; der Zuschauer ausgerichtet, sondern darauf, ihnen beispielhaft vorzuf\u00fchren, wie ein Mensch dazu gelangt, sein Schicksal mit Gottvertrauen und in der Hoffnung auf Gottes Hilfe zu ertragen. Hinzu kommt, dass das Publikum durch den ausf\u00fchrlichen didaktischen Prolog bereits das Vorwissen hat, dass die Geschichte, so schlimm es darin auch zugehen mag, letztlich durch Gottes gnadenhaftes Eingreifen zu einem guten Ende kommt.<\/p>\n\n\n\n<p>Das reformatorische Bibeldrama ist mit seiner ideellen &#8217;sola scriptura&#8216;-Basis und seiner Ausdeutung des Bibeltextes als Exempel ein breitenwirksames Instrument zur Verk\u00fcndigung von Gottes Wort in gleicher Weise wie die Predigt, nur eben in der performativen Realisationsform des Theaters. Als Elemente des protestantischen Gottesdienstes, dessen zentraler Teil ja die Predigt ist, wurden in die Dramatisierungen auch liturgische Teile einbezogen, n\u00e4mlich das Gebet als Bitt-, Dank-, Lob- oder Klagegebet und liturgische Formeln wie etwa die Begr\u00fc\u00dfung des Publikums als die &#8218;in Christi Namen&#8216; versammelte Gemeinde und der Kirchengesang in Form von Psalmen und Kirchenliedern. Man kann also durchaus sagen, dass das Bibeldrama als eine besondere Form von Gottesdienst konzipiert war und als solcher von den Zuschauern verstanden wurde.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Auff\u00fchrungen dieser Dramen erzielten eine gro\u00dfe Breitenwirkung in allen protestantischen Gegenden, auch in kleineren Ortschaften. Sie waren ganz \u00fcberwiegend an die Schulen gebunden, von daher spricht man auch vom protestantischen Schuldrama. Die Auff\u00fchrungen fanden in gr\u00f6\u00dferen R\u00e4umen, z. B. in Rath\u00e4usern, oder auf st\u00e4dtischen Pl\u00e4tzen statt. Mit ihnen sollte \u2013 wie mit den mittelalterlichen Spielen \u2013 die gesamte Bev\u00f6lkerung erreicht werden, gerade auch die ungebildeten Zuschauer, die die Bibel und die Erbauungsliteratur selbst nicht lesen konnten. Verfasser der Textb\u00fccher waren Pfarrer, Lehrer, oder auch Stadtschreiber. Gegen\u00fcber der Wortpredigt hat das dramatische Spiel den Vorteil, die religi\u00f6sen Inhalte zu veranschaulichen, sie als lebendige Handlung zu zeigen und damit leichter fassbar zu machen. Doch war es ein Grundsatz der protestantischen Theaterpraxis, die Inszenierung schlicht zu gestalten und keine Illusion zu erzeugen, um nicht vom gesprochenen Wort abzulenken. Darsteller waren haupts\u00e4chlich die Sch\u00fcler, aber es konnten auch Spieler aus der B\u00fcrgerschaft mitwirken. Als wichtige Veranstaltung f\u00fcr das gesellschaftliche Leben einer Stadt verband eine \u00f6ffentliche Theaterauff\u00fchrung das Stadtregiment, die Schule, die Kirche und die Bev\u00f6lkerung \u2013 hier wieder analog zum geistlichen Spiel.<\/p>\n\n\n\n<p>Abschlie\u00dfend komme ich nun zum &#8222;Susanna&#8220;-Drama. Als Bibeltext ist die alttestamentliche Susanna-Geschichte im Buch Daniel, Kap. 13, in der Septuaginta, der Bibel in griechischer Alltagssprache, doch nicht in der hebr\u00e4ischen Bibel \u00fcberliefert. Gleichwohl nahm Luther sie in einen Anhang zu seiner Bibel\u00fcbersetzung auf. Er sch\u00e4tzte sie als wichtigen glaubensvermittelnden Text ein und platzierte sie vor den Beginn des Neuen Testaments. Der von Luther zur Dramatisierung empfohlene Susanna-Stoff war im 16. Jahrhundert \u00fcberaus beliebt und wurde von mehreren Autoren verarbeitet.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Verfasser der hier vorgestellten &#8222;Susanna&#8220;, der Pfarrer Paul Rebhun, lebte von etwa 1500 bis 1546 und wohnte w\u00e4hrend seines Studiums in Wittenberg zeitweise im Hause Luther, so dass er mit Luthers Ansichten zu Schauspiel und Theater durchaus vertraut war. Die &#8222;Susanna&#8220; wurde unter seiner Leitung erstmals 1535 in Kahla, sp\u00e4ter auch in Zwickau und in Oelsnitz aufgef\u00fchrt, wo Rebhun als Pastor t\u00e4tig war.<\/p>\n\n\n\n<p>Die biblische &#8222;Susanna&#8220;-Erz\u00e4hlung berichtet von der frommen und gottesf\u00fcrchtigen Susanna, die ein tugendhaftes Leben als Ehefrau und Mutter zweier Kinder f\u00fchrt. Ihre Sch\u00f6nheit hat die L\u00fcsternheit der beiden alten Richter geweckt, die sie \u2013 notfalls unter Zwang \u2013 verf\u00fchren wollen. Sie nutzen Susannas Gewohnheit aus, zu einer bestimmten Tageszeit in ihrem Garten ein Bad zu nehmen, indem sie sich im Garten verstecken und zur gegebenen Zeit auf Susanna eindringen. Sie stellen sie vor die Alternative: Entweder Susanna erf\u00fcllt ihnen ihr sexuelles Begehren, oder man werde behaupten, sie im Garten beim Liebesspiel mit einem jungen Mann ertappt zu haben. Susanna bleibt standhaft, worauf die beiden Alten sie wegen Ehebruchs verklagen und Susanna zum Tode verurteilt wird. Da greift Gott ein, indem er den jungen Daniel zu Hilfe schickt. Dieser \u00fcberf\u00fchrt die beiden Alten der L\u00fcge, so dass die unschuldige Susanna gerettet wird, die wahren Schuldigen aber mit dem Tod durch Steinigung bestraft werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Als Textbeispielziehe ich die Rede der Susanna aus der 2. Szene des 3. Aktes heran. Es handelt sich um Susannas Entscheidungsrede, nachdem die beiden Richter ihr die Alternative Unzucht oder Tod er\u00f6ffnet haben. Susanna stellt die zwei M\u00f6glichkeiten sachlich abw\u00e4gend gegeneinander und f\u00e4llt ihre Entscheidung \u2013 nat\u00fcrlich \u2013 gegen das b\u00f6se Ansinnen der Richter. Dann wendet sie sich an Gott, den gerechten Richter, dem sie ihr Schicksal befiehlt und den sie um Rettung bittet. Die Emotionalit\u00e4t ist hier deutlich reduziert; Susannas Angst geht in ihrem Gottvertrauen auf. Der zugrundeliegende Prosatext aus der Lutherbibel ist kurz und pr\u00e4gnant: <em>DA erseuffzet Susanna \/ vnd sprach \/ Ah wie bin ich in so grossen engsten \/ Denn wo ich solchs thu \/ So bin ich des tods \/ Thu ichs aber nicht \/ so kome ich nicht aus ewren henden. Doch wil ich lieber vnsch\u00fcldig in der Menschen hende komen \/ denn wider den HERRN s\u00fcndigen<\/em>. (Dan 13,22-23)<\/p>\n\n\n\n<p>Die entsprechende Rede der Susanna als dramatis persona (V. 125-150) folgt inhaltlich genau dem Bibeltext, f\u00fchrt aber dessen Fakten weiter aus und vermittelt so dem Publikum eing\u00e4ngig die implizierte Belehrung. Susannas Gottesanrufung, die Rebhun hinzugef\u00fcgt hat, gibt ein nachdr\u00fcckliches Beispiel f\u00fcr das von allen Gl\u00e4ubigen geforderte unverbr\u00fcchliche Gottvertrauen. Mit den Versen 125-128 verleiht sie ihrer Angst Ausdruck und legt ihre dilemmatische Situation dar: <em>Die angst hat mich beyder seit<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>Verstrickt mit kumer und mit leydt<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>Ich greiff zu welchem ort ich woll<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>So steckts mit gf\u00e4rlickeit gantz voll<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>1. Reaktionsm\u00f6glichkeit (Vers 129-130): <em>Dann so ich thue nach eurm gepot<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>So werde ich zu theil dem todt<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>2. Reaktionsm\u00f6glichkeit (Vers 131-136): <em>So abr ich euch thue widerstandt<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>So fall ich euch in eure handt<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>Und werd eur straff enpfliehen nicht<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>Dann ungerecht seind eur gericht<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>Die unschuld hat bey euch kein stadt<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>Wenn euch der grym besessen hat<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Nun verk\u00fcndet sie ihre Entscheidung, den Tod durch die Richter zu erleiden, um s\u00fcndenfrei bleiben zu k\u00f6nnen (Vers 137-144):<\/p>\n\n\n\n<p><em>Vil besser aber ist mir das<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>Das ich mein leben fahren la\u00df<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>Und leid von euch den todt mit gwalt<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>Dann das ich mich ver\u00df\u00fcndign salt<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Sie bekennt sich zu Gott, dem gerechten Richter, der beim J\u00fcngsten Gericht ihre S\u00fcndenlosigkeit mit Gerechtigkeit bewerten wird (Vers 141-144):<\/p>\n\n\n\n<p><em>Vor got meins herren angesicht<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>Der aller menschen werck ansicht<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>Unnd die <\/em><em>[<\/em><em>= die Werke] wirt all zu seiner zeyt<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>Auch richten mit gerechtigkeit<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Sie schlie\u00dft mit der Gottesanrufung (Vers 145-148):<\/p>\n\n\n\n<p><em>Dar\u00fcmb o got und herre mein<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>La\u00df dir mein not bevolen sein<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>Errette mich von dieser handt<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>Yhr frevel ist dir wol bekandt<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Ab Vers 149 ruft sie das Gesinde herbei, und die dramatische Handlung nimmt ihren Fortgang: <em>Wo seit yhr ytzt yhr knecht und meid<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>Kumt kumt und helfft mir aus dem leidt<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>\u00dcber ihre biblische Bedeutung hinaus erf\u00fcllt die Figur der Susanna eine mehrfache Exempelfunktion. Sie beweist ihre Gottesfurcht, indem sie sich an das g\u00f6ttliche Gebot der ehelichen Treue h\u00e4lt und sich nicht der Unzucht hingibt, auch wenn sie wei\u00df, dass das ihr Todesurteil bedeutet. Sie hadert nicht, sondern tr\u00e4gt das ihr von Gott auferlegte Schicksal in Geduld, der von den Reformatoren besonders propagierten Tugend &#8218;patientia&#8216;, mit Gottergebenheit und Gottvertrauen. Sie selbst fordert am Schluss des Dramas ihre Mitspieler \u2013 und damit alle Zuschauer \u2013 auf, ihr Schicksal exemplarisch zu sehen (5. Akt, 6. Szene, Vers 489-495):<\/p>\n\n\n\n<p><em>Last das euch zum exempel sein<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>Das yhr stets f\u00fcrchtet Gott den herrn<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>Yhn liebt \/ vertrawt \/ und halt inn ehrn<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>Dann yhr ja ytzt habt gsehen frey<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>Wie Gott der her mir gstanden bey<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>Mich hat errett meinem lebn<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>Und mich gesund euch widergebn<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Rebhuns szenischen Ausweitungen der biblischen Vorlage mit den selbstgeschaffenen Sprechtextpassagen stehen insgesamt im Dienste der belehrenden Aufgabe, indem die Charakteristik der Handlungstr\u00e4ger genauer und deutlicher und die Profilierung des Gegensatzes zwischen den Guten und den B\u00f6sen sch\u00e4rfer wird. Dass er sich der Verantwortung gegen\u00fcber der Heiligen Schrift wohl bewusst ist, kann man daran erkennen, dass er in seinem Textbuch alle Hinzuf\u00fcgungen zum Bibeltext akribisch markiert hat.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Wie dargelegt wurde, nutzen die Autoren der Reformationsdramen das Potential der eminent sozialen Funktion und Wirkung eines Schauspiels und seiner Auff\u00fchrung, wie sie es vom geistlichen Spiel des Mittelalters her kannten, f\u00fcr ihre reformatorische Glaubenspropaganda. Die Weitergabe christlicher Lehre im Gewand des Theaters wird in der Reformationszeit als wichtiges Mittel der Kommunikation mit dem Publikum und somit einer wirkungsvollen Strategie der Publikums\u00fcberzeugung \u00fcbernommen. Aufgrund der strikten und einseitigen Ausrichtung auf die glaubensp\u00e4dagogische Funktion des Schauspiels sind es die diesbez\u00fcglichen dramatischen Verfahren, die das reformatorische Drama vom geistlichen Spiel &#8211; mit entsprechenden Modifizierungen \u2013 adaptiert. Neben der religi\u00f6sen Grundhaltung, dem Stofflichen und dem Inhaltlichen gibt es Unterschiede in der Auff\u00fchrung selbst: W\u00e4hrend das geistliche Spiel seine Zuschauer mit der Vorf\u00fchrung des Heilsgeschehens an diesem durch emotionales Miterleben selbst partizipieren l\u00e4sst und immer wieder die Gegenwartsrealit\u00e4t in die heilsgeschichtliche Vergangenheit integriert, bleibt im reformatorischen Drama zugunsten der an der Predigt orientierten Konzentration auf die Wirkkraft des gesprochenen Wortes die Distanz zum historischen Geschehen der B\u00fchnenhandlung und somit der biblischen Vergangenheit gewahrt.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Textquellen:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><em>Alsfelder Passionsspiel, hg. von Johannes Janota, T\u00fcbingen 2002.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>D. Martin Luther, Die gantze Heilige Schrifft Deutsch, Wittenberg 1545, hg. von Hans Volz u. a., Darmstadt 1972.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>D. Martin Luthers Werke. Kritische Gesamtausgabe, Weimar 1883-2000 (WA).<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>Paul Rebhun, Susanna. Ein Geistlich Spiel von der Gottf\u00fcrchtigen und keuschen Frauen Susannen (1536), hg. von Hans-Gert Roloff, Stuttgart 1967.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>\u00dcbersichtsartikel (mit weiterf\u00fchrender Literatur) im Metzler Lexikon Literatur, 3 Aufl. Stuttgart\/Weimar 2007:<\/p>\n\n\n\n<p><em>Elke Ukena-Best, Geistliches Spiel (Sp. 270-271); Passionsspiel (Sp. 574); Osterspiel (Sp. 562); Christoph Fasbender, Reformationsdrama (Sp. 634); Helmut Weidhase, Reformationsliteratur (Sp. 634-635).<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Luthers Verdikt \u00fcber die geistlichen Spiele des Mittelalters und die Wende zum fr\u00fchneuzeitlichen Drama der Reformationvon Prof. Dr. Elke Ukena-Best, Universit\u00e4t Heidelberg Beitrag anl\u00e4sslich der Luther-Festspiele 2021 Das religi\u00f6se Schauspiel, wie es sich als theatrale Institution in der sp\u00e4tmittelalterlichen Stadt am Ende des 15., Anfang des 16. 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