{"id":137,"date":"2019-12-04T02:39:13","date_gmt":"2019-12-04T01:39:13","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nibelungenlied-gesellschaft.de\/wordpress\/?page_id=137"},"modified":"2019-12-04T02:40:22","modified_gmt":"2019-12-04T01:40:22","slug":"der-hort-der-nibelungen-auf-dem-weg-von-franken-nach-schwaben","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.nibelungenlied-gesellschaft.de\/nlg\/beitraege\/der-hort-der-nibelungen-auf-dem-weg-von-franken-nach-schwaben\/","title":{"rendered":"Der Hort der Nibelungen auf dem Weg von Franken nach Schwaben"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Hagen\n und der Hort in fr\u00fchmittelalterlich-fr\u00e4nkischen Quellen, in der\nFassung *B des Nibelungenlieds und im \u201aAugsburger Nibelungenlied\u2018\n(b)<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>von\nProf. Dr. <\/strong><strong>Klaus Wolf, Universit\u00e4t\nAugsburg<\/strong><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" width=\"980\" height=\"489\" src=\"https:\/\/www.nibelungenlied-gesellschaft.de\/nlg\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/Klaus-Wolf-1.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-139\" srcset=\"https:\/\/www.nibelungenlied-gesellschaft.de\/nlg\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/Klaus-Wolf-1.jpg 980w, https:\/\/www.nibelungenlied-gesellschaft.de\/nlg\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/Klaus-Wolf-1-300x150.jpg 300w, https:\/\/www.nibelungenlied-gesellschaft.de\/nlg\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/Klaus-Wolf-1-768x383.jpg 768w\" sizes=\"(max-width: 980px) 100vw, 980px\" \/><figcaption>Hagen versenkt den Nibelungenhort, Foto: eichfelder-artworks<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Der\nvorliegende Aufsatz versucht zun\u00e4chst, Syagrius von Soissons<a href=\"#sdfootnote1sym\"><sup>1<\/sup><\/a>\nals wesentliches Vorbild f\u00fcr die Hagen-Gestalt des Nibelungenlieds\nbesonders im Kontext der Hortfrage zu erweisen, um anschlie\u00dfend auf\ndie Eigent\u00fcmlichkeiten des schw\u00e4bischen \u201aAugsburger\nNibelungenlieds\u2018 einzugehen. Es geht dabei insbesondere um das Ende\ndes Nibelungenlieds in alter und neuerer  Fassung beziehungsweise in\nden konkreten Handschriften B und b (\u201aAugsburger Nibelungenlied\u2018)\nund deren teilweise unterschiedliche Thematisierung der Gier nach dem\nNibelungenhort, dessen Verbleib Kriemhilt am Ende von Hagen gewaltsam\nin Erfahrung bringen will. Doch der Reihe nach: Syagrius, der Spross\neiner vornehmen senatorischen Familie, herrschte von 464 bis 486 als\nletzter r\u00f6mischer Machthaber in Gallien \u00fcber Teile des heutigen\nFrankreichs und Belgiens. Daf\u00fcr konnte er sich neben seinen\nfr\u00e4nkischen Untertanen und Kriegern nicht zuletzt auf seine\nElitetruppe der <em>bucellarii<\/em>\nst\u00fctzen. Am Ende musste freilich Syagrius den kriegerischen\nfr\u00e4nkischen Einigungsbem\u00fchungen Chlodwigs weichen. Dieser lie\u00df\nseinen Gefangenen Syagrius, der ihm vom K\u00f6nig der Westgoten\nausgeliefert worden war, mit dem Schwert hinrichten, was an Hagens\nTod im Nibelungenlied erinnert. Dagegen erweisen sich andere\nhistorische Zuweisungen f\u00fcr die Hagen-Gestalt insgesamt eher weniger\nstichhaltig. So spricht sich die Forschung heute gegen Verbindungen\netwa zum r\u00f6mischen <em>magister militum<\/em>\nFlavius Aetius (um 390 bis 454), obgleich Geisel und Gegner Attilas,\nebenso aus wie gegen dessen gleichfalls bei den Hunnen vergeiselten\nSohn und nicht zuletzt gegen diverse numinose Identifizierungen, weil\nsowohl f\u00fcr Flavius Aetius wie f\u00fcr germanische Gottheiten\nphilologisch und historisch nachpr\u00fcfbare Bez\u00fcge im\nmittelhochdeutschen Text des Nibelungenlieds nicht zu finden sind.\nUnpassend ist \u00fcberdies, dass Aetius 436\/437 das Burgunderreich\nausl\u00f6schte und gerade nicht Attila, was die Verh\u00e4ltnisse im\nNibelungenlied und insbesondere Hagens Position als treuester\nGefolgsmann der Burgunder auf den Kopf stellt (auch wenn man dies als\nsagengem\u00e4\u00df weginterpretieren will). Ferner hat man etwa einen\nalanischen <em>Chagan<\/em> (ein\nTitel) Goar ebenso als Hagens Vorbild postuliert wie den 995\nverstorbenen norwegischen Herrscher Hakon I. Beide historische\nIdentifizierungen greifen nicht, weil sie v\u00f6llig spekulativ bleiben\nund die Abstammung Hagens zu sehr in die europ\u00e4ische Peripherie\nverlegen. \u00dcberdies d\u00fcrften  Alane wie R\u00f6mer als Vorbilder f\u00fcr den\ntreuen Gef\u00e4hrten des Germanen Gunther als ethnisch zu weit hergeholt\nempfunden worden sein, um sich in der Nibelungenforschung als\nhistorische Grundlage der Hagen-Figur durchzusetzen. Demgegen\u00fcber\nb\u00f6te Syagrius den Vorzug, dass er trotz r\u00f6misch-senatorischer\nHerkunft zu nicht geringem Teil \u00fcber Franken herrschte,  ja sein\nVater Aegidius sogar den Titel eins <em>Rex\nFrancorum<\/em> f\u00fchrte, w\u00e4hrend Aetius allenfalls\nzu den Hunnen, nicht jedoch zu Franken engere Beziehungen unterhielt\nund sich \u00fcberdies als starker Mann des Westr\u00f6mischen Reichs und auf\nAugenh\u00f6he mit Konstantinopel verstand. Auch das Bem\u00fchen, wenigstens\ndie geographische Herkunft Hagens \u00fcber seine Benennung im\nNibelungenlied als <em>von Tronege<\/em>\noder <em>von<\/em> <em>Tronje<\/em>\nzu eruieren, ist gescheitert, weil zahreiche Orte mehr oder minder\ngleichberechtigt die Herkunftsbezeichnung auf sich beziehen.\nBeispielsweise hat man die Ortsangabe im Nibelungenlied mit der Burg\nTroneck im Hunsr\u00fcck oder mit Kirchberg im Elsass, das im Mittelalter\nTronje hie\u00df, gleichgesetzt. Auf der anderen Seite gibt es Verfechter\ndes franz\u00f6sichen Troies an der Seine. Aber auch das antike Troja\nwurde, weil sich die Franken, jedoch ebenso die Ritter des\nHochmittelalters allgemein auf die Trojaner zur\u00fcckf\u00fchrten, f\u00fcr\nHagens Herkunft erwogen. Andere Gelehrte sahen mythische Bez\u00fcge\nzwischen Hagen und H\u00f6dr, dem blinden Begleiter von Baldr, oder\n\u00fcberf\u00fchrten Hagen gar  als Totend\u00e4mon. Nicht weniger vielf\u00e4ltig\nsind die Etymologien seines Namens, die beispielsweise ein\ngermanisches *<em>haganaz<\/em>\npostulieren, das einem Stier oder Eber entsprechen kann und f\u00fcr ein\n\u00fcberirdisches Wesen in Tiergestalt steht. Schlie\u00dflich ist auch die\nAbleitung von germanisch *<em>hag<\/em>\nin der Bedeutung \u201aDornenhecke, Umz\u00e4unung, Grenze\u2018 m\u00f6glich,\nwodurch Hagens Funktion als Grenzw\u00e4chter und K\u00f6nigsvasall\numschrieben w\u00e4re. Zu diesen Aufgaben k\u00f6nnte auch altnordisches <em>hagr<\/em>\nf\u00fcr \u201aDienstbarkeit\u2018 passen.<a href=\"#sdfootnote2sym\"><sup>2<\/sup><\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Vielversprechender\nals all diese Thesen scheint mir ein Rekurs auf die fr\u00e4nkische\nFr\u00fchgeschichte zu sein, die sich auch sonst, wie weiter unten noch\nausgef\u00fchrt wird, als Vorbild f\u00fcr das Nibelungenlied bew\u00e4hrt hat.\nIn der fr\u00e4nkischen Chronik Fredegars erfahren wir \u00fcber Syagrius,\ndessen Schicksal aufs engste mit Chlodwig verbunden war:<\/p>\n\n\n\n<p><em>Concepit\nBasina et peperit filium nomen Chlodoveum. <\/em><em>Haec\nfuit magnus et pugnator egregius, ad instar leoni fortissemus cyteris\nregibus. <\/em>[\u2026]<em>\nMortuo <\/em><em><strong>Egegio<\/strong><\/em><em>,\nreliquid <\/em><em><strong>filium\nSyagrium<\/strong><\/em><em>\nnomen<\/em> (Fredegar,\nIII, Nr. 12).<em>\nDefuncto Childerico, Chlodoveus, eiusdem filius, regnat pro eo. Anno\nautem quinto regni eius <\/em><em><strong>Syagrius\nRomanorum patricius<\/strong><\/em><em>\napud civitatem Sexonas, quam quondam pater suos tenuerat, sedem\nhabebat. Quem Chlodoveus cum Ragnachario inruens, Syagrius in lisum\ncernens exercitum, terga vertit et <\/em><em><strong>ad\nAlaricum regem Tolosa curso veloce perrexit<\/strong><\/em><em>.\nGlodoveus legatus ad Alaricum mittens, ut eum redderit; alioquin\nnoverit, sibi bellum inferre. Ad <\/em><em><strong>ille\nmetuens<\/strong><\/em><em>, ut\n<\/em><em><strong>Gothorum<\/strong><\/em><em>\npavere mus est, <\/em><em><strong>Siagrium\nvinctum legatis tradit<\/strong><\/em><em>.\nQuem Ghlodoveus <\/em><em><strong>custodiae\nmancipavit<\/strong><\/em><em>,\n<\/em><em><strong>regnumque\neius acceptum, eum gladium truncare<\/strong><\/em><em>\nprecipit. <\/em><em>Chlodoveus,\neo quod esset fanatecus, ecclesias depretare permisit<\/em>\n(Fredegar III, Nr. 15).<a href=\"#sdfootnote3sym\"><sup>3<\/sup><\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Im\nBlick auf die Hagengestalt des Nibelungenlieds sind folgende Inhalte\nzentral: Dem gro\u00dfen K\u00e4mpfer Chlodwig stand Syagrius, Sohn des\nEgegius, gegen\u00fcber. Nachdem Chlodwig den \u201aPatricius\u2018 der R\u00f6mer,\nn\u00e4mlich Syagrius, angegriffen hatte, floh dieser eilends zu Alarich\nnach Toulouse. Chlodwig verlangte von diesem die Auslieferung des\nSyagrius, was dieser, entsprechend der bekannten gotischen Feigheit,\nauch tat. Chlodwig lie\u00df seinen Feind ins Gef\u00e4ngnis werfen und mit\ndem Schwert t\u00f6ten.<\/p>\n\n\n\n<p>Ganz\n\u00e4hnlich berichtet der \u201aLiber historiae Francorum\u2019: \n<\/p>\n\n\n\n<p><em><strong>Franci<\/strong><\/em><em>\nvero, relicto Childerico, <\/em><em><strong>Egidium\nprincipem Romanorum in regnum super se statuerunt<\/strong><\/em><em>,\nmalum consilium tractantes. Qui cum octo annos super eos regnaret <\/em>[\u2026]<em>\nIn illis diebus coeperunt Franci Agripinan civitatem super Renum\nvocaveruntque eam Coloniam <\/em>[=\nColonia Ulpiana Traiana, vgl. Hagen von Tronje\/Troja etc.]<em>,\nquasi coloni inhabitarent in eam. Multo populo Romanorum a parte\nEgidii illic interfecerunt; ipse Egidius fugiens evasit. <\/em>[\u2026]\n<em>Post haec igitur <\/em><em><strong>mortuus\nest Egidius<\/strong><\/em><em> Romanorum rex. <\/em><em><strong>Siagrius\nenim, filius eius, in regnum eius resedit<\/strong><\/em><em>;\nconstituit <\/em><em><strong>sedem regni sui in\nSuessionis civitate<\/strong><\/em><em>. <\/em>[\u2026]<em>\nPost hec mortuus est Childericus rex, regnavitque annis 24.\nChlodovechus, filius eius, regnum Francorum viriliter recepit. <\/em><em>Anno\nautem quinto Chlodovecho regnante, <\/em><em><strong>Siagrius,\nfilius Egidii<\/strong><\/em><em>,\nSuessionis civitate, quam pater eius tenuerat, resedebat. Super quem\nChlodovechus cum Ragnachario, parente suo, cum hoste advenit.\nConvenientesque ad bellum, <\/em><em><strong>illis\ninter se fortiter conpugnantibus<\/strong><\/em><em>,\nSiagrius lesum cernens exercitum suum, per <\/em><em><strong>fugam<\/strong><\/em><em>\nlapsus, <\/em><em><strong>ad\nAlaricum regem Gothorum aufugit<\/strong><\/em><em>\nad urbem Tolosam. Chlodovechus enim missos suos ad Alaricum dirigens,\nut <\/em><em><strong>redderet\nSiagrium<\/strong><\/em><em>; si\nautem reddere non vellet, pararetur ad proelium. <\/em><em><strong>Ille\nautem timens Francorum iram, tradidit Siagrium missos Chlodovecho<\/strong><\/em><em>.\nQui cum ei presentatus fuisset, iussit eum <\/em><em><strong>occidere<\/strong><\/em><em>,\ntotumque regnum eius ac <\/em><em><strong>thesauros<\/strong><\/em><em>\nChlodevechus recepit<\/em>\n(Liber historiae Francorum, Nr. 7-9).<a href=\"#sdfootnote4sym\"><sup>4<\/sup><\/a>\n\n<\/p>\n\n\n\n<p>Dies\nl\u00e4\u00dft sich dahingegehend zusammenfassen, dass die Franken nach\nChilderich den R\u00f6mer Aegidius als ihren K\u00f6nig erw\u00e4hlten. Diesem\nfolgte sein Sohn Syagrius in der K\u00f6nigsherrschaft, welcher f\u00fcr sich\nSoissons als k\u00f6nigliche Residenz bestimmte. Im Krieg mit Chlodwig\nund nach heftigen Zweik\u00e4mpfen untereinander entschloss sich Syagrius\nzur Flucht. Der Gotenk\u00f6nig Alarich freilich, zu dem sich Syagrius\nnach Toulouse gefl\u00fcchtet hatte, lieferte seinen Gefangenen an\nChlodwig aus. Dieser lie\u00df den Gegner t\u00f6ten und erbeutete K\u00f6nigreich\nund Sch\u00e4tze des Syagrius. Dabei ist <em>thesauros<\/em>\nim Kontext der Hortthematik das Schl\u00fcsselwort.<\/p>\n\n\n\n<p>Bei\nGregor von Tours hei\u00dft es im zweiten Buch seiner \u201aFr\u00e4nkischen\nGeschichte\u2019 \u00fcber Syagrius:<\/p>\n\n\n\n<p><em>His\nita gestis, mortuo Childerico, regnavit Chlodovechus, filius eius,\npro eo. Anno autem quinto regni eius <\/em><em><strong>Siacrius\nRomanorum rex<\/strong><\/em><em>, <\/em><em><strong>Egidi\nfilius<\/strong><\/em><em>, apud civitatem Sexonas, quam\nquondam supra, memoratus Egidius tenuerat, sedem habebat. Super quem\nChlodovechus cum Ragnechario, parente suo, quia et ipse regnum\ntenebat, veniens, campum pugnae praeparare deposcit. Sed nec iste\ndistolit ac resistere metuit. Itaque <\/em><em><strong>inter\nse utriusque pugnantibus<\/strong><\/em><em>, Syacrius\nelisum cernens exercitum, terga vertit et <\/em><em><strong>ad\nAlaricum regim Tholosa<\/strong><\/em><em> curso veluci\nperlabitur. Chlodovechus vero ad Alaricum mittit, ut eum redderit,\nalioquin noverit, sibi bellum ob eius retentionem inferri. Ad <\/em><em><strong>ille\nmetuens<\/strong><\/em><em>, ne propter eum iram Francorum\nincurrerit, ut <\/em><em><strong>Gothorum<\/strong><\/em><em>\npavere mos est, <\/em><em><strong>vinctum legatis\ntradedit<\/strong><\/em><em>. Quem Chlodovechus receptum\n<\/em><em><strong>custodiae<\/strong><\/em><em>\nmancipare praecipit; regnoque eius acceptum, cum <\/em><em><strong>gladio<\/strong><\/em><em>\nclam feriri mandavit. Eo tempore multae aeclesiae a Chlodoveco\nexercitu depraedatae sunt, quia erat ille adhuc fanaticis erroribus\ninvolutus. Igitur de quadam eclesia urceum mirae magnitudinis ac\npulchritudinis hostes abstulerant, cum reliqua eclesiastici\nministerii ornamenta<\/em> (Gregor von Tours:\nHistoria Francorum, Liber II, Nr. 27).<a href=\"#sdfootnote5sym\"><sup>5<\/sup><\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Dies\nl\u00e4sst sich folgenderma\u00dfen paraphrasieren: Syagrius, der K\u00f6nig der\nR\u00f6mer und Sohn des Aegidius, residierte in Soissons. Nach K\u00e4mpfen\nmit Chlodwig suchte er bei K\u00f6nig Alarich in Toulouse Schutz. Der\nfeige Gote lieferte jedoch aus Furcht vor den Franken den Exilanten\nan Chlodwig aus, der seinen Feind einsperren lie\u00df, sich dessen\nK\u00f6nigreichs bem\u00e4chtigte und schlie\u00dflich Syagrius mit dem Schwert\nzu exekutieren befahl.<\/p>\n\n\n\n<p>Zu\ndiesen chronikalischen Mitteilungen lassen sich in der 39. Aventiure\ndes Nibelungenlieds, die am ausf\u00fcrlichsten \u00fcber den literarischen\nHagen berichtet, parallele Handlungssequenzen ausmachen. Diese\nliterarischen Referenztexte werden hier nach Handschrift B als der\nwohl urspr\u00fcnglichsten Fassung zitiert:<a href=\"#sdfootnote6sym\"><sup>6<\/sup><\/a><\/p>\n\n\n\n<p>2323 Do sprach <strong>von Tronege Hagene<\/strong>     ich sihe dort her gan  <br> <strong>hern Dieterichen<\/strong>     der wil vns bestan  <br> [\u2026]<\/p>\n\n\n\n<p>2334 Ergip dich mir ce <strong>gisel<\/strong>     dv vnd ovch din man  <br> so wil ich behveten     so ih aller beste chan  <br> [\u2026]<\/p>\n\n\n\n<p>2337 <strong>Ich gibe iv mine triwe     vnd sicherliche hant<\/strong>  <br> daz ich mit iv rite     heim in iwer lant  <br> ich leit ivch nach den eren     <strong>oder ich gelige tot<\/strong>  <br> [\u2026]<\/p>\n\n\n\n<p>2340 Ia n\u00e6me ich di svne     sprach aber <strong>Hagene<\/strong> <br> e ich so lasterliche     vze einem <strong>gademe <\/strong> <br> fluehe meister Hildebrant     als ir hie habt getan  <br> ich w\u00e6ne daz ir chundet     baz gein vianden stan  <\/p>\n\n\n\n<p>2341 Des antwrte Hildebrant     zwiv verwizet ir mir daz  <br> <strong>nv wer was der vf einem schilde     vor dem Waskensteine saz <\/strong> <br> <strong>do im von Spanye Walther     so uil der frivnde slvch <\/strong> <br> <strong>ovch habt ir noch ce zeigen     an iv selben genuch <\/strong> <\/p>\n\n\n\n<p>2344 Iane lovgent iv des niemen     sprach Hagen &lt;der> degen  <br> ine wellez hie versvchen     mit den starchen slegen  <br> ezen si daz mir cebreste     daz <strong>Nibelunges swert<\/strong>  <br> mir ist zorn daz vnser beider     ist ce <strong>gisel<\/strong> hie gegert  <\/p>\n\n\n\n<p> 2347 Ovch vorht er <strong>Balmungen<\/strong>     ein wafen starch genvch  <br> vnder wilen <strong>Dietrich <\/strong>    mit listen wider slvch  <br> vnz daz er <strong>Hagenen<\/strong>     mit strite doch betwanch  <br> er slvch im eine wnden     div was tief vnde lanch  <\/p>\n\n\n\n<p>2349 Den schilt den liez er vallen     sin sterche div was groz  <br> <strong>Hagenen von Tronege     mit armen er besloz <\/strong> <br> des wart do betwngen     von im der chvene man  <br> [\u2026]<\/p>\n\n\n\n<p>2350 <strong>Hagenen bant Dieterich<\/strong>     vnd fvrt in da er vant  <br> di edeln <strong>kveneginne     vnd gab ir bi der hant <\/strong> <br> <strong>den chvenesten recken<\/strong>     der ie swert getrvch  <br> [\u2026]<\/p>\n\n\n\n<p>2352 Do sprach der herre Dietrich     <strong>ir svlt in lan genesen<\/strong>  <br> edliv chveneginne     vnd mach daz noch gewesen  <br> wi wol er ivch ergezzet     daz er iv hat getan  <br> ern sol des niht engelten     daz ir in seht <strong>gebvnden<\/strong> stan  <\/p>\n\n\n\n<p>2353 Do hiez si <strong>Hagenen<\/strong> fveren     an sin <strong>vngemach<\/strong>  <br> <strong>da er lach beslozen<\/strong>     vnt da &lt;niemen> sach  <br> [\u2026]<\/p>\n\n\n\n<p>2358 Der herre <strong>wart gebvnden     von Dietriches hant<\/strong> <br> <strong>swi chvenege nine solden     liden solhiv bant <\/strong> <br> [\u2026]<\/p>\n\n\n\n<p>2359 <strong>Dieterich von Berne<\/strong>     der nam in bi der hant  <br> do <strong>fvrt er in gebunden<\/strong>     [\u2026]<\/p>\n\n\n\n<p>2361 Do sprach <strong>der helt von Berne<\/strong>     vil edeles chveneges wip  <br> ezen wart <strong>gisel<\/strong> mere     so guter ritter lip  <br> als ich vrowe here     iv an in gegebn han  <br> <strong>nv svlt ir di ellenden     min vil wol geniezen lan <\/strong> <\/p>\n\n\n\n<p>2362 Si iach si t\u00e6t iz gerne     do <strong>gi her Dieterich <\/strong> <br> <strong>mit weinenden ovgen     von den helden lobelich <\/strong> <br> [\u2026]<\/p>\n\n\n\n<p>2364 Do gie div chvneginne     da si Hagenen sach  <br> wi rehte fientliche     si zv dem helde sprach  <br> welt ir <strong>mir geben<\/strong> wider     [\u2026]<\/p>\n\n\n\n<p>2365 Do sprach der grimme <strong>Hagene<\/strong>     div rede ist gar verlorn  <br> vil edliv chveneginne     ia han ich des gesworn  <br> daz ich den <strong>hort<\/strong> iht zeige     [\u2026]<\/p>\n\n\n\n<p>2370 Si <strong>zoh iz von der scheiden<\/strong>     daz chvnd er niht erwern  <br> do daht si den recken     des libes wol behern  <br> si hvb im vf daz hovbt     mit dem <strong>swerte<\/strong> siz ab slvch  <br> [\u2026]<\/p>\n\n\n\n<p>2371 Waffen sprach der fverste     <strong>wi ist nv tot gelegen <\/strong> <br> von eines wibes handen<strong>     der aller beste degen<\/strong>  <br> der ie chom ce stvrme     oder ie schilt getrvch  <br> swi vient ich im w\u00e6re     <strong>ez ist mir leide genvch<\/strong>  <\/p>\n\n\n\n<p>Die\nzuvor zitierten  chronikalischen Quellen zur fr\u00e4nkischen Geschichte\nsind mit der 39. Aventiure gut vergleichbar, jener Schlussaventiure\nn\u00e4mlich, die im Handlungskern die \u00dcberw\u00e4ltigung, Gefangennahme und\nT\u00f6tung Hagens schildert, welcher bis zuletzt die Herausgabe des\nHorts verweigert. Dabei ist neben Kriemhilt der gotische Krieger\nDietrich als pr\u00e4gender, freilich im Grunde gar nicht pers\u00f6nlich\nverfeindeter, sondern sogar durchaus wohlwollender Antipode Hagens in\nder 39. Aventiure anzusehen (wie ja Syagrius auch beim Goten Alarich\nzun\u00e4chst erfolgreich um Exil nachsuchen konnte). In der letzten\nAventiure des Nibelungenlieds zeigt sich im einzelnen Hagen (alias\nder <em>rex romanorum<\/em>\nSyagrius, Sohn des <em>rex francorum<\/em>\n(H)Egegius) als der zuerst ganz unk\u00f6niglich Gefesselte, w\u00e4hrend die\nFesselung Gunthers im Nibelungenlied als (sekund\u00e4re, literarkritisch\naufschlussreiche Ungereimtheiten und Widerspr\u00fcche<a href=\"#sdfootnote7sym\"><sup>7<\/sup><\/a>\nerzeugende) Doppelung erscheint, die ohne historische Parallelen ist,\nda der dazu ins Feld gef\u00fchrte Burgundenk\u00f6nig Gundaharius auf dem\nSchlachtfeld fiel.<a href=\"#sdfootnote8sym\"><sup>8<\/sup><\/a>\nDagegen stimmen die fr\u00e4nkischen Geschichtsquellen und  das\nNibelungenlied in einer Weise derartig \u00fcberein, dass sich v\u00f6llig\nungezwungen eine \u00e4lteste Sage um das Schicksal des Frankenk\u00f6nigs\noder zumindest k\u00f6niggleichen Syagrius als Exulant am Gotenhof\npostulieren l\u00e4sst, der schlie\u00dflich doch aus Feigheit gefesselt von\nden Goten (Alarich beziehungsweise Dietrich\/Theoderich) dem\nfr\u00e4nkischen Feind \u00fcberantwortet, (hinterr\u00fccks) mit dem Schwert\nermordet und seines Hortes (<em>thesauros<\/em>)\nberaubt wird. Denn die Szene der Enthauptung Hagens \u201egeh\u00f6rt\nbekanntlich der \u00e4ltesten Sagenschicht an\u201c. <a href=\"#sdfootnote9sym\"><sup>9<\/sup><\/a>\nJedenfalls passt \u2013 wie bereits erw\u00e4hnt \u2013 das tragische und\nzugleich schm\u00e4hliche, nicht zuletzt durch den Merowinger Chlodwig\nverschuldete Schicksal des Syagrius durchaus zu jenen der\nNibelungen-Forschung hinreichend bekannten Machenschaften der\nMerowinger Brunichildis und Fredegunde samt Sigibert, die\nanerkannterma\u00dfen die Kabalen im Nibelungenlied antizipierten.<a href=\"#sdfootnote10sym\"><sup>10<\/sup><\/a>\nDie hier von mir postulierte fr\u00e4nkische Hagen-Syagrius-Sage kann\ndann auf dem Weg zum Nibelungenlied<a href=\"#sdfootnote11sym\"><sup>11<\/sup><\/a>\ndie historischen \u201aTatsachen\u2018 wirkungsvoll dramatisieren, wenn aus\ndem feigen Goten Alarich der tieftraurige Gote Theoderich oder\nDietrich wird, der \u201amit weinenden Augen\u2018 den Gefangenen seinem\nFeind ausliefert.<\/p>\n\n\n\n<p>Die\ngenannten Beobachtungen zu Parallelen zwischen den zitierten\nfr\u00e4nkischen Geschichtsquellen und der literarischen Hagen-Gestalt\nsind so evident, dass sie zu einem noch eingehenderen Vergleich von\nchronikalischen  Berichten zur fr\u00e4nkischen Geschichte mit der\nletzten Aventiure des Nibeluungenlieds einladen. Denn Syagrius als\nSohn eines <em>rex Francorum<\/em>\nwar ein besonders gef\u00e4hrlicher unter den vielen Feinden Chlodwigs,\nweil er der Macht\u00fcbernahme der Merowinger-Dynastie im Wege stand.\nSygrius floh schlie\u00dflich, von Chlodwig besiegt, zu den Goten und bat\ndort um Asyl. Er wurde jedoch gefangengenommen und ausgeliefert,\nwobei der Gotenk\u00f6nig Alarich \u2013 nach Ausweis der fr\u00e4nkischen\nQuellen \u2013 eine wenig r\u00fchmliche Rolle spielte, die im\nNibelungenlied aber in der Gestalt des Dietrich von Bern alias\nTheoderich der Gro\u00dfe ins Tragische vertieft ist. Dass der\nStaatsschatz des Syagrius offenkundig Begehrlichkeiten beim\nMerowinger Chlodwig weckte und dass Syagrius seines Schatzes beraubt\nwurde, ist in der Hortverweigerung (weniger im Hortraub) durch Hagen\nim Nibelungenlied gespiegelt, wobei dort wieder einmal Hagen und\nnicht Gunther am Ende gegen\u00fcber Kriemhilt die entscheidende Rolle\nspielt.<a href=\"#sdfootnote12sym\"><sup>12<\/sup><\/a>\nDeshalb geh\u00f6ren die Gunther-Strophen auch nicht zum Handlungskern\nder 39. Aventiure des Nibelungenlieds. Sie k\u00f6nnen \u2013 wie oben\ngeschehen \u2013 weggelassen werden, ohne dass der Handlungsfluss\ndadurch beeintr\u00e4chtigt w\u00e4re. Hier w\u00e4re auch zu beachten, dass <em>hort<\/em>\nund <em>Hagen<\/em> staben,\nnicht jedoch <em>Gunther<\/em>\nund <em>hort<\/em>. Entscheidend\nist \u00fcberdies im lateinischen wie mittelhochdeutschen Text die\nTodesart, n\u00e4mlich die Ermordung eines Wehrlosen durch das (als Waffe\njedoch ehrenvolle) Schwert (und eben nicht durch Gift oder Tod durch\nBlutsturz in der Hochzeitsnacht oder gar in einer Schlangengrube),\nwelche gleicherma\u00dfen Syagrius wie Hagen betraf. Zudem ist es von\nBelang, dass die \u2013 in romantischer Terminologie \u2013 Dingsymbole,\nwenn nicht gar Leitmotive des Nibelungenlieds, die beide Epenh\u00e4lften\n\u00fcberspannen, Hort und Schwert (Balmung) n\u00e4mlich, gleicherma\u00dfen mit\nSyagrius wie Hagen zusammenzubringen sind. Dabei sind f\u00fcr die\ndramatische Schluss-Szene des Nibelungenlieds unschwer Hagen mit\nSyagrius und der Gotenk\u00f6nig Dietrich von Bern mit dem (freilich aus\nfr\u00e4nkischer Perspektive wenig heroisch gezeichneten) Gotenk\u00f6nig\nAlarich identifizierbar. Somit geht Hagen historisch auf Syagrius von\nSoissons zur\u00fcck, der sich senatorischer Herkunft r\u00fchmen durfte.\nDies machte ihn aber im Frankenreich keineswegs zu einem Fremdk\u00f6rper,\nwie die (mit den Karolingern versippte) Agilolfinger-Dynastie lehrt,\nbei der es sich um eine fr\u00e4nkische Dynastie mit romanischen\n(senatorischen) Wurzeln handelte.<a href=\"#sdfootnote13sym\"><sup>13<\/sup><\/a>\nWeiter w\u00fcrde damit insgesamt gesehen die Hagen-Gestalt historisch\nauf die Fr\u00fchphase der Merowinger-Dynastie bezogen werden. Dies f\u00fcgt\nsich gut zu schon bislang bekannten Bez\u00fcgen des Nibelungenlieds auf\nm\u00f6rderische Kabalen der Merowinger, wodurch sich Siegfried, Br\u00fcnhild\nund Kriemhild auf das fr\u00e4nkische Fr\u00fchmittelalter zur\u00fcckf\u00fchren\nlassen. \u00dcbrigens w\u00e4ren dann auch die ber\u00fchmten <em>gentilia\ncarmina<\/em>, an denen sich Karl der Gro\u00dfe gem\u00e4\u00df\nseines Biographen Einhard erfreute, mit dem Chlodwig-Gegner (und Sohn\ndes <em>rex Francorum<\/em>\nAegidius) Syagrius-Hagen ebenso treffend in der eigenen fr\u00e4nkischen\nStammes- oder Volkssage verortet wie Sigibert-Siegfried und\nBrunichildis-Br\u00fcnhild\/Kriemhilt.<a href=\"#sdfootnote14sym\"><sup>14<\/sup><\/a>\nSogar ein burgundischer K\u00f6nig Gunther ist \u00fcber die burgundische\nPrinzessin Chrodechilde, die Gemahlin Chlodwigs, an die Franken\nansippbar.  Nicht zuletzt erfreute sich Theoderich der besonderen\nVerehrung Karls, weshalb dieser Gote (als Dietrich) gut in ein\nHeldenlied zum Ende Hagens passen w\u00fcrde. Hagen st\u00fcnde f\u00fcr das\nNibelungenlied somit quellenm\u00e4\u00dfig nicht mehr jenseits der von der\nNibelungenforschung ausgemachten bisherigen Ankn\u00fcpfungspunkte der\nwichtigsten heldenepischen Figuren mit Merowingerdynastie und\nBurgundengeschlecht. Dabei f\u00e4llt ja sofort ins Auge, dass Hagens\nName nur schlecht mit Gunther, Gernot und Giselher stabt, dagegen\n(als frikativer Guttural) durchaus mit Chlodwig. In dessen\nkriegerischer Vita kann man nicht wenige Bez\u00fcge zu Gestalten und\nBegebenheiten des Nibelungenlieds entdecken. So heiratete Chlodwig\nmit Chrodechilde die Tochter eines burgundischen K\u00f6nigs (Chilperich\nII.), dessen Sippe auch ein Sigismund angeh\u00f6rte. Ferner f\u00fchrte\nChlodwig Krieg gegen den Burgunderk\u00f6nig Gundobad, dem der Merowinger\nim Namen von dessen Bruder Godegisel entgegentrat. Ebenso bekriegte\nChlodwig die Rheinfranken unter Sigibert von K\u00f6ln, der mit Wissen\nChlodwigs durch seinen Sohn Chloderich ermordet wurde. Nicht\nauszuschlie\u00dfen ist, dass die genannten Burgunder mit Siegfried und\nvor allem mit Gunther und Giselher im Nibelungenlied eine\nAuferstehung feiern, ebenso der Rheinfranke Sigibert. So w\u00e4ren in\nder Summe neben Hagen-Syagrius wesentliche Gestalten des\nNibelungenlieds urspr\u00fcnglich Zeitgenossen K\u00f6nig Chlodwigs gewesen.<a href=\"#sdfootnote15sym\"><sup>15<\/sup><\/a>\nDem Einwand, dass ein R\u00f6mer<a href=\"#sdfootnote16sym\"><sup>16<\/sup><\/a>\nwie Syagrius nur schwer zu einem germanischen Helden wie Hagen passe,\nl\u00e4sst sich begr\u00fcndet entgegenhalten, dass ebenfalls versucht wurde,\ndie Hagen-Gestalt mit einem anderen, freilich wesentlich fr\u00fcher\nhistorisch zu verortenden R\u00f6mer zu verbinden, denn historische\nAnkn\u00fcpfungen<a href=\"#sdfootnote17sym\"><sup>17<\/sup><\/a>\nf\u00fcr Hagen hat man in der Tat schon l\u00e4ngst mit dem <em>patricius\nRomanorum<\/em> Aetius versucht, der wie Hagen\nGeisel und Gegner (jedenfalls zeitweilig) der Hunnen war. Auch er ist\nfreilich wie Syagrius alles andere als ein Germane, nur f\u00fchrt seine\nGestalt noch tiefer zur\u00fcck in die Vergangenheit des <em>Imperium\nRomanum <\/em> als Syagrius. Andererseits kann f\u00fcr\ndie Syagrier-Sippe wie bei Aetius sogar enge F\u00fchlungnahme mit dem\nBurgundischen nachgewiesen werden.<a href=\"#sdfootnote18sym\"><sup>18<\/sup><\/a>\nVon daher scheinen auch die beliebten Identifizierungen Hagens mit\ngermanischen (und ebenso keltischen) Gottheiten kaum viel\nversprechend.<a href=\"#sdfootnote19sym\"><sup>19<\/sup><\/a>\nBesser w\u00e4re es vielmehr, auch die nordischen Quellen ein wenig gegen\nden Strich zu lesen. So erscheint dann das Adlerwappen in der\n\u201aThidrekssaga\u2018<a href=\"#sdfootnote20sym\"><sup>20<\/sup><\/a>\ndurchaus r\u00f6misch, wenn man denn die entsprechenden Hinweise der Saga\n\u00fcberhaupt f\u00fcr alt halten will. Im Nibelungenlied mag man mit der\nauch sonst bei der Hagen-Forschung ausgiebig beigezogenen Phantasie\nin Kriemhilts Falkentraum und mehr noch in den beiden Adlern (<em>ar<\/em>\nist \u00fcbrigens <em>hapax legomenon<\/em><a href=\"#sdfootnote21sym\"><sup>21<\/sup><\/a>\nim Nibelungenlied) r\u00f6mische Reste der Legion\u00e4rsadler sehen. Der\nFalke freilich ist demgegen\u00fcber ein junges Motiv der h\u00f6fischen\nKultur um 1200.<a href=\"#sdfootnote22sym\"><sup>22<\/sup><\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Nicht\nunwichtig ist f\u00fcr die Hagen-Gestalt als weiterer Quellentext auch\ndas Waltharius-Epos, besonders \u201aWaltharius\u2018, V. 629: <em>genitorem\nimitaris Hagathien ipse<\/em>.<a href=\"#sdfootnote23sym\"><sup>23<\/sup><\/a>\nDabei ist <em>Hagathien<\/em>\nals dezidiert nicht-oberdeutsche, vielmehr  fr\u00e4nkische Namensform<a href=\"#sdfootnote24sym\"><sup>24<\/sup><\/a>\nzu deuten, was zum <em>rex Francorum<\/em>\nAegidius passt. Hagen erscheint hier im \u201aWaltharius\u2018  als Sohn\ndes Hagathius, woraus die \u00e4ltere Forschung Gleichsetzungen wie\nAetius\/Agathius\/Aegidius  vorgenommen hat. \u00c4hnlich ist zumindest die\nGeiselhaft bei den Hunnen, die der sp\u00e4tere <em>magister\nmilitum <\/em>Aetius wie der Hagen des \u201aWaltharius\u2018\nerdulden mussten.<a href=\"#sdfootnote25sym\"><sup>25<\/sup><\/a>\n Aber sowohl Syagrius wie Aegidius waren  <em>magister\nmilitum<\/em> wie <em>rex\nRomanorum <\/em>und <em>Francorum<\/em>,\nhatten somit auch germanischst\u00e4mmige fr\u00e4nkische Untertanen. Im\n\u201aWaltharius\u2018 wird Hagen \u00fcberdies  mir der fr\u00e4nkischen Trojasage\nin Verbindung gebracht, wonach die Franken von den Trojanern\nabstammen sollen, was sich auch in der Namensform Hagen von Troja\nmanifestiert.<a href=\"#sdfootnote26sym\"><sup>26<\/sup><\/a>\nDeshalb sind die Herkunftsbezeichnungen <em>von\nTronje<\/em> oder <em>Tronegere<\/em>\n letztlich auf das \u00e4lteste (merowingerzeitliche) fr\u00e4nkische <em>Hagen\nvon Troja<\/em> beziehbar, wobei ja der R\u00f6mer\nSyagrius \u00fcber die \u201aAeneis\u2018 letztlich auch von den Trojanern\nabstammt. Zudem ist die merowingerzeitliche Namensform Hagen von\nTroja vielleicht auch weniger alt als die in Nibelungenlied und\n\u201aThidrekssaga\u2018 begegnende Bezeichnung <em>Aldrians\nSohn.<\/em><a href=\"#sdfootnote27sym\"><sup>27<\/sup><\/a>\nSo hei\u00dft es im Nibelungenlied in Strophe 1536 (B):<a href=\"#sdfootnote28sym\"><sup>28<\/sup><\/a>\n<em>D\u00f4 sprach daz ander merew\u00eep, die hiez\nSigelint: ich will dich warnen, Hagene, daz Aldr\u00ee\u00e2nes kint<\/em>\n[\u2026]. Dabei wir mit dem <em>merew\u00eep<\/em>\neine archaische Sph\u00e4re anzitiert, wozu die auch in der\n\u201aThidrekssaga\u2018 begegnende Bezeichnung Hagens als Aldrians-Kind\npasst. Vergleichbar mit der Personenkonstellation der 39. Aventiure\nsowie der eben zitierten Strophe 1536 sind die Strophen 1744 bis 1754\n(in B), die ebenfalls von der Aldrians-Kindschaft Hagens wissen.<a href=\"#sdfootnote29sym\"><sup>29<\/sup><\/a>\nDort erscheinen auch Hagen und Dietrich von Bern eng verbunden,\nw\u00e4hrend Gunther sogar fast v\u00f6llig ausgeblendet bleibt. Zun\u00e4chst\ngibt Kriemhilt ihrer Ver\u00e4rgerung wegen Dietrichs Warnung an Hagen\nAusdruck, was wegen des Reims auf eine Nebensilbe alter Bestand des\nNibelungenlieds sein muss: <em>si sint gewarn<\/em><em><strong>\u00f4t<\/strong><\/em><em>.\n\/ Und wesse ich, wer daz taete, der m\u00fcese kiesen den <\/em><em><strong>t\u00f4t<\/strong><\/em>.\nKriemhilt h\u00e4lt sich jedoch vorl\u00e4ufig aus Furcht vor Dietrich zur\u00fcck\n(Strophe 1746 B), w\u00e4hrend sich Dietrich und Hagen (und eben nicht\nGunther) in die Arme fallen (Strophe 1747 B), was Etzels Neugier\nweckt (Strophe 1748-1749 B), die <em>ein\nKriemhilde man<\/em> teilweise stillen kann: <em>er\nist geborn von Tronege. Sin vater hiez Aldr\u00ee\u00e2n<\/em>\n(Strophe 1750 B). Dies wiederum aktiviert Etzels Erinnerung (Strophen\n1752-1754 B), der nun Aldrians und Hagens als bew\u00e4hrter\nGefolgsm\u00e4nner gedenkt, ebenso Walthers, was wiederum die Br\u00fccke zum\n\u201aWaltharius\u2018 und der dortigen Hagen-Gestalt schl\u00e4gt. All diese\nhier angef\u00fchrten patronymen Hagen-Strophen kennt nat\u00fcrlich auch das\nNibelungenlied der C-Fassung. W\u00e4hrend aber in der B-Fassung Hagen\nals Sohn des Aldrian genannt wird, erscheint er in der Fassung C dann\ngar zu <em>Adrian<\/em>\nromanisiert oder latinisiert.<a href=\"#sdfootnote30sym\"><sup>30<\/sup><\/a>\nDabei darf allerdings nicht au\u00dfer Acht gelassen werden, dass die\nfreilich wohl j\u00fcngere C-Fassung \u00fcberlieferungsgeschichtlich als die\nerfolgreichste Version des Nibelungenlieds anzusehen ist.<a href=\"#sdfootnote31sym\"><sup>31<\/sup><\/a>\nInsgesamt aber erscheint eine lateinisch-romanische Herkunft Hagens\n(Syagrius) zumindest (in den Augen des mittelalterlichen Lesers der\nC-Fassung) nicht unwahrscheinlicher. Offensichtlich hatte der\nmittelalterliche C-Redaktor auch als Zeitgenosse noch lebendigen\nHeldenliedgesangs oder einer nibelungischen <em>oral\npoetry<\/em><a href=\"#sdfootnote32sym\"><sup>32<\/sup><\/a>\nkeine Probleme mit der romanisch-klerikal klingenden Namensform\nAdrian, wobei jedoch die Aldrian-Form der B-Fassung und der\n\u201aThidrekssaga\u2018 die \u00e4ltere gewesen sein d\u00fcrfte. Die in letzterem\nWerk genannte  Elbensohnschaft Hagens (zu \u00e4ltestem <em>Albrian<\/em>?<a href=\"#sdfootnote33sym\"><sup>33<\/sup><\/a>),\ndie sich vielleicht im Nibelungenlied in seinen seherischen\nF\u00e4higkeiten bez\u00fcglich Siegfried, der Zukunft oder den <em>merew\u00eep<\/em>\nzeigt, erf\u00e4hrt in der Saga Erg\u00e4nzung durch eher s\u00fcdl\u00e4ndische Z\u00fcge\n(schwarze Haare, gro\u00dfe Nase, buschige Brauen und dunkler Bart), was\nzum dezidiert nicht germanischen Syagrius passen k\u00f6nnte. So nennt\ndie \u201aThidrekssaga\u2018 etwa Hagens <em>har suart.<\/em><a href=\"#sdfootnote34sym\"><sup>34<\/sup><\/a>\nMethodisch muss jedoch im Bewusstsein gehalten werden, dass dem\nNibelungendichter diese Informationen der \u201aThidrekssaga\u2018\nkeineswegs bekannt gewesen sein mussten.<a href=\"#sdfootnote35sym\"><sup>35<\/sup><\/a>\nFest steht dagegen, dass die Gestalt des Syagrius historisch in die\nAnf\u00e4nge des Frankenreichs f\u00fchrt, wo schon Andreas Heusler die\nUrspr\u00fcnge des Nibelungenlieds verortete.<a href=\"#sdfootnote36sym\"><sup>36<\/sup><\/a>\nSprachlich ist der Name <em>Hagen<\/em>\nsogar durchaus von <em>Syagrius<\/em>\nableitbar, wenn die im Lateinischen sprachlich betonte Antepaenultima\n<em>-ag-<\/em> sich\nverselbst\u00e4ndigt, was so im Ostgermanischen (vgl. Alarich in den oben\nzitierten fr\u00e4nkischen Quellen)  mit anlautendem <em>Ag-<\/em>\nein \u00fcblicher Namensbestandteil ist und im fr\u00e4nkischen eine\nEntsprechung mit anlautendem velaren Frikativlaut hat.<a href=\"#sdfootnote37sym\"><sup>37<\/sup><\/a>\nIst somit die Gleichsetzung des literarischen Hagen mit dem\nhistorischen Syagrius sprach- und ereignisgeschichtlich einigerma\u00dfen\nplausibel begr\u00fcndet, so w\u00e4re darauf aufbauend zu fragen, wieso der\nR\u00f6mer Syagrius ein im Vergleich zum R\u00f6mer Aetius besseres\ngeschichtliches Vorbild f\u00fcr Hagen sein soll. Immerhin sprechen f\u00fcr\nFlavius Aetius als historisches Urbild Hagens eine Reihe gewichtiger\nGr\u00fcnde: Der <em>magister militum<\/em>\nAetius wie sein Sohn Carpilio waren Geiseln am Hunnenhof. Der\nHeermeister bek\u00e4mpfte Attila, aber er bediente sich auch Attilas f\u00fcr\ninnerr\u00f6mische Konflikte, nutzte dementsprechend hunnische S\u00f6ldner\nf\u00fcr eigene Zwecke, ja kn\u00fcpfte mit dem Hunnen Ruga freundschaftliche\nBande, die sich f\u00fcr Geschichtsschreiber auf den Begriff <em>amicitia<\/em>\nbringen lie\u00dfen. Nicht auszuschlie\u00dfen ist, dass im Nibelungenlied\ndiese aufgeschlossene Hunnenpolitik des Aetius, die von Ruga und\nanderen erwidert wurde, im anf\u00e4nglichen Wohlwollen Etzels Hagen\ngegen\u00fcber gespiegelt ist.<a href=\"#sdfootnote38sym\"><sup>38<\/sup><\/a>\nHinzu kommt, dass Gallien eine wesentliche Machtgrundlage f\u00fcr Aetius\ndarstellte, eben jenes Gallien, das auch zum Nukleus des\nFrankenreichs der Merowinger wurde. Schlie\u00dflich bediente sich Aetius\n\u2013 analog der respektvollen, um nicht zu sagen freundschaftlichen\nBeziehung zwischen Hagen und Dietrich von Bern im Nibelungenlied \u2013\nauch eines Dietrich als Verb\u00fcndeten, n\u00e4mlich des (in S\u00fcdgallien\nresidierenden) Westgotenk\u00f6nigs Theoderichs I. als (zun\u00e4chst\nfreilich unentschossenen) Kampfgef\u00e4hrten gegen Attilas Hunnen. In\nder f\u00fcr Attila verh\u00e4ngnisvollen (bez\u00fcglich ihres genauen Ablaufs\nallerdings umstrittenen) Schlacht auf den Katalaunischen Feldern\nk\u00e4mpften Franken, die als Stamm f\u00fcr die Genese des Nibelungenstoffs\neine wichtige Rolle spielen, sowohl auf Seiten Attilas wie auf Seiten\ndes Aetius.<a href=\"#sdfootnote39sym\"><sup>39<\/sup><\/a>\nAuch wenn die historisch deutliche Verbindung des Aetius zu Attila,\nden Hunnen und Burgundern dazu beigetragen haben mag, dass einzelne\nZ\u00fcge seiner Biographie auf Hagen \u00fcbergingen, spricht in der Summe\nf\u00fcr die \u00e4tiologische Priorit\u00e4t des Syagrius bez\u00fcglich Hagen\ndessen erheblich engere Bindung an die fr\u00e4nkische Geschichte und die\nEreignisse um Chlodwig sowie die Merowingerdynastie (von der Aetius\nzeitlich deutlich getrennt ist). Einzigartig ist die passgenaue\nEntsprechung von Exil bei einem Goten, schm\u00e4hlicher Gefangensetzung,\nErmordung mit dem Schwert und Hortmotiv, die sich so eben Punkt f\u00fcr\nPunkt und in genau dieser Konstellation bei Syagrius und Hagen (39.\nAventiure) findet, aber nicht bei Aetius. Jedenfalls ist das\nnibelungische Leitmotiv des Horts bei Aetius ohne Entsprechung. Die\ngenaue \u00dcbereinstimmung der Todesumst\u00e4nde bei Syagrius und Hagen\nscheint mir das entscheidende Argument f\u00fcr die gr\u00f6\u00dfere Bedeutung\ndes Syagrius als historisches Hagen-Vorbild im Gegensatz zu Aetius.\nEbenso halte ich mit dem Wissen um die Verkn\u00fcpfung Syagrius-Hagen an\nder schon immer beobachteten pr\u00e4genden Bedeutung der fr\u00e4nkischen\nUrspr\u00fcnge des Nibelungenlieds fest, wobei historisch die Franken\nsowohl Burgunder wie R\u00f6mer und ebenso Westgoten im ehemaligen\nGallien besiegt beziehungsweise integriert haben. Von daher k\u00f6nnen\nauch Sagen der Burgunder, die um Attila und Aetius und die durch\nbeide zugef\u00fcgten Niederlagen kreisten, sp\u00e4ter bei den Franken ihren\nHeldenliedern integriert worden sein.<a href=\"#sdfootnote40sym\"><sup>40<\/sup><\/a>\nDamit w\u00e4ren in die Hagen-Gestalt des Nibelungenlieds nicht nur Z\u00fcge\ndes Aetius, sondern eben auch, wenn nicht sogar in st\u00e4rkerem Ma\u00dfe,\ndes Syagrius eingegangen, wobei es sich bei beiden um R\u00f6mer\nhandelte, die in Gallien, dem urspr\u00fcnglichen Kernland des\nMerowingerreichs, agierten. Wegen dieser geographischen Koinidenz ist\nes auch vorstellbar, dass biographische Details von Aetius wie\nSyagrius gleicherma\u00dfen zur Hagen-Gestalt der Sage verschmolzen.<\/p>\n\n\n\n<p>Gerade\ndie mit Aetius und Syagrius aufscheinende zweifache und damit\nheterogene historische Herkunft Hagens f\u00fcgt sich nun gut ins Bild zu\n\u00e4lteren Beobachtungen Walter Haugs bez\u00fcglich\nder Hagen-Figur: \u201eHagen ist die wohl die am schwersten zu deutende\nFigur des Werkes. Es \u00fcberlagern sich in ihm in besonderer Weise\nmehrere Schemata. Er ist zun\u00e4chst der einzige, der sich weigert, die\nh\u00f6fische Form zu einem blo\u00dfen Mittel gesellschaftlicher Vers\u00f6hnung\nzu machen; er akzeptiert die Rollenhaftigkeit der gesellschaftlichen\nExistenz nicht. Er steht damit gewisserma\u00dfen noch auf dem alten\nheroischen Standpunkt. [\u2026] Wirklich glaubhaft gemacht wird das alte\nMotiv jedoch von einer j\u00fcngeren Thematik her, durch die die\nHagen-Figur im Laufe ihrer Geschichte \u00fcberformt worden sein mu\u00df: es\nist die Thematik des treuen Vasallen, die vermutlich aus der\nfranz\u00f6sischen Chanson de geste-Tradition stammt.\u201c<a href=\"#sdfootnote41sym\"><sup>41<\/sup><\/a>\nDiese Tradition aber f\u00fchrt geographisch nach Westen, nach\nFrankreich, oder historisch gefasst: letztlich auf den Boden des\nalten Gallien, wo auch schon Aetius und Syagrius als Kriegsherren\nwirkten. Damit erhielt die literarische Hagen-Gestalt ihre Pr\u00e4gung\nim heutigen Frankreich. So w\u00e4re im Detail die Hagen-Figur in zwei\nhistorischen Heerf\u00fchrern der gallischen Sp\u00e4tantike wie in\nliterarischen Traditionen  der altfranz\u00f6sichen Epik begr\u00fcndet.\nGleichwohl d\u00fcrfte bez\u00fcglich der sp\u00e4tantik-r\u00f6mischen Heerf\u00fchrer\nder Anteil des Syagrius, von der letzten Aventiure des\nNibelungenlieds aus betrachtet, entscheidender an der Genese der\nHagen-Gestalt beteiligt gewesen sein. H\u00e4lt man weiter aus all den\ngenannten Gr\u00fcnden an der Gleichsetzung von Syagrius und Hagen fest,\ndann ergibt sich nachstehende literaturgeschichtliche Folgerung,\nwonach das Nibelungenlied historisch mit der Hagen-Gestalt einen\nwesentlichen Handlungstr\u00e4ger der Konkursmasse des r\u00f6mischen Reichs\nzu verdanken h\u00e4tte. Dabei befindet sich Syagrius-Hagen in bester\nGesellschaft, wenn man ihn mit Artorius-Artus vergleicht. Syagrius\nwie Artorius w\u00e4ren gleicherma\u00dfen als selbst\u00e4ndig agierende \u201aletzte\nR\u00f6mer\u2018 anzusprechen, die in den Wirren der V\u00f6lkerwanderungszeit\nzu legend\u00e4ren oder (gattungsgeschichtlich besser:) sagenhaften\nHeerf\u00fchrern aufstiegen sowie in ihrem zuletzt tragischen Tun selbst\nzum Mythos und Gegenstand der hochmittelalterlichen h\u00f6fischen\nLiteratur wurden. Von daher ist eine Geburt der volkssprachigen\nLiteratur Frankreichs und Deutschlands aus den Resten des r\u00f6mischen\nReichs durchaus postulierbar, wenn  Artorius-Artur als Bestandteil\nder Geschichtsschreibung und als literarische Gestalt im Artusroman\nbei Chr\u00e9stien de Troyes und Hartmann von Aue lebendig wird.<a href=\"#sdfootnote42sym\"><sup>42<\/sup><\/a>\nDazu passend erscheint Syagrius-Hagen  als verbindende Gestalt beider\nTeile des Nibelungenlieds, als Protagonist in \u201aKudrun\u2018<a href=\"#sdfootnote43sym\"><sup>43<\/sup><\/a>\nund \u201aWaltharius\u2018 sowie im \u201aRosengarten\u2018.<a href=\"#sdfootnote44sym\"><sup>44<\/sup><\/a>\nHagen wird so insgesamt im deutschsprachigen Raum so zur verbindenden\nZentralgestalt in wichtigen Vertretern der Gattung<a href=\"#sdfootnote45sym\"><sup>45<\/sup><\/a>\nHeldenepik. Mit der hier allerdings romanisierten\nHagen-Syagrius-Figur, mit ihrer letztlich franz\u00f6sischen Provenienz\n(Soissons) k\u00f6nnte einerseits \u2013 wie dies Joachim Heinzle<a href=\"#sdfootnote46sym\"><sup>46<\/sup><\/a>\noft getan hat \u2013 erneut eine Abkehr vom Konzept des deutschen\n\u201eNationalepos\u201c Nibelungenlied postuliert werden, andererseits ist\ndie Ethnogese der Deutschen, ebenso die Ethnogenese etwa der Baiern,\nschon l\u00e4ngst vom Germanenmythos des 19. Jahrhunderts befreit.<a href=\"#sdfootnote47sym\"><sup>47<\/sup><\/a>\nIm Herzogtum Baiern aber l\u00e4sst sich die Begeisterung f\u00fcr den\nNibelungenstoff \u00fcber die Namensgebungen in Adelssippen, darunter die\nmit Pilgrim verwandten Huosi, fr\u00fch beobachten.<a href=\"#sdfootnote48sym\"><sup>48<\/sup><\/a>\n\n<\/p>\n\n\n\n<p>\nWas aber Schwaben anbelangt, so gibt es gar eine eigene\nVersion des Nibelungenlieds, die nicht nur als einzige durchgehend\nbebildert ist, sondern in Bildprogramm und letzter Textredaktion\nsogar eindeutig nach Augsburg in der vornehmen Gossembrot-Familie zu\nlokalisieren ist. Dabei weist der Text f\u00fcr die hier interessierende\nletzte Aventiure, Kriemhilts Hortforderung und die Ermordung Hagens\nsowie Kriemhilts T\u00f6tung durch Hildebrand, charakteristische\nAbweichungen vom B-Text auf. Gerade die Goldgier Kriemhilts wird im\nschwankhaften Sondergut (also in der B-Fassung nicht vorhanden) des\n\u201aAugsburger Nibelungenlieds\u2018 besonders betont, wobei Kriemhilt\nHildebrands Schwerthieb zun\u00e4chst nicht bemerkt und sich gierig nach\neiner hingeworfenen M\u00fcnze b\u00fcckt, worauf die K\u00f6nigin entzwei\nbricht, was man in einem Augburger Nibelungenlied als indirekten und\nrecht burlesken Hinweis auf den bekannten Geiz der Schwaben (miss-)\nverstehen k\u00f6nnte:<\/p>\n\n\n\n<p>Das schwert daz schnaid so drate, daz sy sein nit empfant,<br>daz sy het ger\u00fcret vnsanft. sy sprach ze hant:<br>\u201eDein waffen ist verplawen. du solt es von dir legen.<br>es zimpt nicht wol ze tragen aim als zierlichen degen.\u201c<br>Da zoch er von dem vinger ain ring rot guldein.<br>er warf ir in f\u00fcr die f\u00fcsse. er sprach: \u201ehebt ir daz vingerlein<br>Auf von der erden, so habt ir war, edel wip.\u201c<br>sy naigt sich nach dem gold. da viel enzway ir werder leib.<a href=\"#sdfootnote49sym\"><sup>49<\/sup><\/a><\/p>\n\n\n\n<p>\n\t<a href=\"#sdfootnote1anc\">1<\/a><sup>\u0002<\/sup>\n\tVgl. dazu Penny MacGeorge: Late Roman Warlords,  Oxford 2002. \u2013\n\tEin guter \u00dcberblick bei Herwig Wolfram: Die Germanen. 9.,\n\t\u00fcberarbeitete Auflage. M\u00fcnchen 2009, S. 106-115.<\/p>\n\n\n\n<p>\n\t<a href=\"#sdfootnote2anc\">2<\/a><sup>\u0002<\/sup>\n\tEine Zusammenstellung der neueren Forschung bei Claudia Brinker-von\n\tder Heyde: Hagen \u2013 ein Held mit vielen Gesichtern!, in:\n\tAmsterdamer Beitr\u00e4ge zur \u00e4lteren Germanistik 51 (1999), S.\n\t105-124.<\/p>\n\n\n\n<p>\n\t<a href=\"#sdfootnote3anc\">3<\/a><sup>\u0002<\/sup>\n\tMGH. Scriptores Rerum Merovingicarum. Tomus II. Fredgarii et aliorum\n\tchronica. Hannover. 1878, S. 97-98.<\/p>\n\n\n\n<p>\n\t<a href=\"#sdfootnote4anc\">4<\/a><sup>\u0002<\/sup>\n\tMGH. Scriptores Rerum Merovingicarum. Tomus II. Fredgarii et aliorum\n\tchronica, Hannover. 1878., S. 248-251.<\/p>\n\n\n\n<p>\n\t<a href=\"#sdfootnote5anc\">5<\/a><sup>\u0002<\/sup>\n\tMGH. Scriptorum rerum Merovingicarum. Tomi I. Pars I, Hannover 1884,\n\tS.  88.<\/p>\n\n\n\n<p>\n\t<a href=\"#sdfootnote6anc\">6<\/a><sup>\u0002<\/sup>\n\tZitiert im folgenden nach der Transkription von B durch Hermann\n\tReichert (Universit\u00e4t Wien), die im <em>WWW<\/em> zur Verf\u00fcgung\n\tgestellt ist: Transskription der Handschrift B durch Hermann\n\tREICHERT:\n\t<a href=\"https:\/\/www.hs-augsburg.de\/~harsch\/germanica\/Chronologie\/12Jh\/Nibelungen\/nib_b_00.html\">https:\/\/www.hs-augsburg.de\/~harsch\/germanica\/Chronologie\/12Jh\/Nibelungen\/nib_b_00.html<\/a>.\n\t\n\t<\/p>\n\n\n\n<p>\n\t<a href=\"#sdfootnote7anc\">7<\/a><sup>\u0002<\/sup>\n\tEinen deutlichen Hinweis auf verschieden alte Textschichten liefern\n\tliterarkritisch zu eruierende und zu n\u00fctzende Widerspr\u00fcche, nur\n\tdass ich gest\u00fctzt auf den \u00e4tiologischen Zusammenhang\n\tHagen-Syagrius, anders als Johnson, die T\u00f6tung Hagens\/H\u00f6gnis f\u00fcr\n\tprim\u00e4r und Gunthers\/Gunnars f\u00fcr sekund\u00e4r halte: \u201eDie Themen der\n\tRache und der Verweigerung des Hortes waren vom Dichter auf lange\n\tSicht vorbereitet. Aber \u00fcberzeugt es oder schl\u00e4gt die Struktur\n\tdoch an anderer Stelle leck? Fragw\u00fcrdig wird nunmehr die Logik der\n\tHandlungsweise Hagens, durch die er den Tod Gunthers herbeif\u00fchrt,\n\tdem er mit blinder Treue immer diente. Auch hier gibt es\n\terz\u00e4hlgenetische Abhilfe: In der \u201aAtklakvida\u2018 stirbt als\n\tletzter Gunnar, der Atli den Hort verweigert, bis er das Herz H\u00f6gnis\n\tvor sich sieht. Warum kehrt das \u201aNibelungenlied\u2018 die Reihenfolge\n\tum? Der Gunnar der \u201aAtlakvida\u2018 ist nicht der schwache des\n\t\u201aNibelungenlieds\u2018. H\u00e4lt Hagen, der durch Prophezeiung des\n\tMeerweibs (Str. 1574) wei\u00df, da\u00df keiner lebend davonkommt, diesen\n\tGunther f\u00fcr nicht ganz zuverl\u00e4ssig? Zieht er es daher vor, selbst\n\tals letzter H\u00fcter des Horts Kriemhilds Rache zu verfallen oder\n\tverlangt es die k\u00fcnstlerische Symmetrie der Rache f\u00fcr die\n\tErmordung Siegrieds?\u201c Vgl. L. Peter Johnson: Die h\u00f6fische\n\tLiteratur der Bl\u00fctezeit (1160\/70-1220\/30) (Geschichte der deutschen\n\tLiteratur von den Anf\u00e4ngen bis zum Beginn der Neuzeit II\/1),\n\tT\u00fcbingen 1999, S. 302. \u2013 Nach meiner \u00dcberzeugung kehren dagegen\n\tdie nordischen Textquellen die urspr\u00fcngliche Reihenfolge um. Schon\n\tdas nordische Bildmotiv von Gunnar in der Schlangengrube muss nicht\n\teinmal besonders alt sein, sondern d\u00fcrfte sich j\u00fcngster,\n\tchristlicher Vermittlung verdanken; Sigmund Oehrl: Zur Deutung\n\tanthropomorpher und theriomorpher Bilddarstellungen auf den\n\tsp\u00e4twikingerzeitlichen Runensteinen Schwedens (Wiener Studien zur\n\tSkandinavistik 16), Wien 2006, S.  6, 73-74, 107-111 u. \u00f6.<\/p>\n\n\n\n<p>\n\t<a href=\"#sdfootnote8anc\">8<\/a><sup>\u0002<\/sup>\n\tVgl. Ursula Schulze: Das Nibelungenlied (Universal-Bibliothek\n\tLiteraturstudium 17604), Stuttgart 1997, S. 60-62.<\/p>\n\n\n\n<p>\n\t<a href=\"#sdfootnote9anc\">9<\/a><sup>\u0002<\/sup>\n\tVgl. Joachim Heinzle: Gnade f\u00fcr Hagen? Die epische Struktur des\n\tNibelungenliedes und das Dilemma der Interpreten, in: Nibelungenlied\n\tund Klage. Sage und Geschichte, Struktur und Gattung, hg. von Fritz\n\tPeter Knapp, Heidelberg 1987, S. 257-276, hier S. 258.<\/p>\n\n\n\n<p>\n\t<a href=\"#sdfootnote10anc\">10<\/a><sup>\u0002<\/sup>\n\tVgl. den \u00dcberblick bei Otfried Ehrismann: Das Nibelungenlied,\n\tM\u00fcnchen 2005, S. 15-16.<\/p>\n\n\n\n<p>\n\t<a href=\"#sdfootnote11anc\">11<\/a><sup>\u0002<\/sup>\n\tZur M\u00f6glichkeit von Vorg\u00e4ngerdichtungen des Nibelungenlieds vgl.\n\tJoachim Heinzle: Die Nibelungen. Lied und Sage, Darmstadt 2005, S.\n\t50-51.<\/p>\n\n\n\n<p>\n\t<a href=\"#sdfootnote12anc\">12<\/a><sup>\u0002<\/sup>\n\t\u201eHagen tritt aus dem Schatten der burgundischen K\u00f6nige hervor, da\n\ter nach der Annahme der Einladung an den Hunnenhof den Untergang f\u00fcr\n\tunvermeidlich h\u00e4lt. Seine Provokationen bestimmen nun das Geschehen\n\tam Hof Etzels, und er f\u00fchrt die Regie des Untergangs\u201c, so\n\tHans-Jochen Schiewer: Modernisierungen und Popularisierungen. Der\n\tNibelungenstoff vom 12. bis zum 21. Jahrhundert, in: Mitteilungen\n\tdes Deutschen Germanistenverbandes. 56 (2009), S. 437-458, hier S.\n\t446.<\/p>\n\n\n\n<p>\n\t<a href=\"#sdfootnote13anc\">13<\/a><sup>\u0002<\/sup>\n\tVgl. die immer noch grundlegende Darstellung zu Bayerns \u00e4ltestem\n\tHerrscherhaus durch J\u00f6rg Jarnut: Agilolfingerstudien.\n\tUntersuchungen zur Geschichte einer adligen Familie im 6. und 7.\n\tJahrhundert (Monographien zur Geschichte des Mittelalters 32),\n\tStuttgart 1986, hier besonders S. 92.<\/p>\n\n\n\n<p>\n\t<a href=\"#sdfootnote14anc\">14<\/a><sup>\u0002<\/sup>\n\tVgl. ausf\u00fchrlich dazu Wolfgang Haubrichs: Die Anf\u00e4nge. Versuche\n\tvolkssprachiger Schriftlichkeit im fr\u00fchen Mittelalter (ca.\n\t700-1050\/60). 2., durchgesehende Auflage (Geschichte der deutschen\n\tLiteraur von den Anf\u00e4ngen bis zum Beginn der Neuzeit I\/1), T\u00fcbingen\n\t1995, S. 106-114.<\/p>\n\n\n\n<p>\n\t<a href=\"#sdfootnote15anc\">15<\/a><sup>\u0002<\/sup>\n\tVgl. Klaus Rosen: Die V\u00f6lkerwanderung. 4., durchgesehene Auflage,\n\tM\u00fcnchen 2009, S. 82-88.  \u2013  Vgl. Kay Peter Jankrift: Das\n\tMittelalter. Ein Jahrtausend in 12 Kapiteln, Ostfildern 2004, S.\n\t74-78. \u2013 Vgl. Karl Bosl: Europa im Mittelalter. Weltgeschichte\n\teines Jahrtausends (Sonderausgabe),Wien 1970, S. 56-71.<\/p>\n\n\n\n<p>\n\t<a href=\"#sdfootnote16anc\">16<\/a><sup>\u0002<\/sup>\n\tDie R\u00f6mer spielen seit jeher in der Nibelungen-Forschung eine gro\u00dfe\n\tRolle: Popul\u00e4r ist die These, dass Arminius-Siegfried den r\u00f6mischen\n\tLegion\u00e4rs-Drachen im Teutoburger Wald besiegt habe, was als\n\twesentliche Grundlage des Nibelungenlieds zu gelten h\u00e4tte; vgl.\n\tOtto H\u00f6fler: Siegfried, Arminius und der Nibelungenhort\n\t(Sitzungsberichte der philosophisch-historischen Klasse der\n\t\u00d6sterreichischen Akademie der Wissenschaften 332), Wien 1978.<\/p>\n\n\n\n<p>\n\t<a href=\"#sdfootnote17anc\">17<\/a><sup>\u0002<\/sup>\n\tZum Verh\u00e4ltnis von Heldenepik und historischer \u00dcberlieferung vgl<strong>.\n\t<\/strong>grunds\u00e4tzlich Jan-Dirk M\u00fcller: Das Nibelungenlied. 3. neu\n\tbearbeitete und erweiterte Auflage (Klassiker-Lekt\u00fcren 5), Berlin\n\t2009, S. 19-29. \u2013 Vgl. auch Cordula Kropik: Reflexionen des\n\tGeschichtlichen. Zur literarischen Konstituierung\n\tmittelhochdeutscher Heldenepik (Jenaer Germanistische Forschungen.\n\tNeue Folge 24), Heidelberg 2008.<\/p>\n\n\n\n<p>\n\t<a href=\"#sdfootnote18anc\">18<\/a><sup>\u0002<\/sup>\n\tDurch Sidonius Apollinaris wird das Burgundische \u201eum 470 als\n\teigenst\u00e4ndige Sprache bezeugt\u201c, welche \u201eSyagrius, ein r\u00f6mischer\n\tSenator, lernen\u201c k\u00f6nne. Vgl. Wolfgang Haubrichs: Ein namhaftes\n\tVolk \u2013 Burgundische Namen und Sprache des 5. Und 6. Jahrhunderts,\n\tin: Die Burgunder. Ethnogenese und Assimilation eines Volkes, hg.\n\tvon Volker Gall\u00e9, Worms 2008, S. 135-184, hier S. 165-166.<\/p>\n\n\n\n<p>\n\t<a href=\"#sdfootnote19anc\">19<\/a><sup>\u0002<\/sup>\n\tVgl. die reichlich spekulative Arbeit von Norbert L\u00f6nnendonker: Als\n\tdie G\u00f6tter noch jung waren. Namenkundliche Untersuchungen zur\n\tNibelungensage, Berlin 2003.<\/p>\n\n\n\n<p>\n\t<a href=\"#sdfootnote20anc\">20<\/a><sup>\u0002<\/sup>\n\tVgl. zu den Adlerwappen Hagens und Gunthers (gekr\u00f6nter Adler) und\n\tzu Kriemhilts Falkentraum den Kommentar von Siegfried Grosse: Das\n\tNibelungenlied. Mittelhochdeutsch\/Neuhochdeutsch. Nach dem Text von\n\tKarl Bartsch und Helmut de Boor ins Neuhochdeutsche \u00fcbersetzt und\n\tkommentiert (Universal-Bibliothek 644), Stuttgart 1997, S. 733-734.<\/p>\n\n\n\n<p>\n\t<a href=\"#sdfootnote21anc\">21<\/a><sup>\u0002<\/sup>\n\tVgl. die Vokabelstatistik von Hermann Reichert: Konkordanz zum\n\tNibelungenlied nach der St. Galler Handschrift. Band 1 (Philologica\n\tGermanica 27\/1), Wien 2006, S. 25.<\/p>\n\n\n\n<p>\n\t<a href=\"#sdfootnote22anc\">22<\/a><sup>\u0002<\/sup>\n\tVgl. dazu Sigrid Schwenk: H\u00f6fische Jagd, in: \u201eUns ist in alten\n\tM\u00e4ren\u2026\u201c. Das Nibelungenlied und seine Welt, hg. von der\n\tBadischen Landesbibliothek Karlsruhe und dem Badischen Landesmuseum\n\tKarlsruhe, Darmstadt 2003,  S. 110-118, wonach die B\u00e4renjagd im\n\tNibelungenlied im Vergleich zur Falkenjagd, die in \u201aDe arte\n\tvenandi cum avibus\u2018 Friedrichs II. thematisiert wird,\n\tarchaischeren Charakters sei. \u2013 Zum Falken als Motiv des dem\n\tNibelungenlied benachbarten donaul\u00e4ndischen Minnesangs\n\t(K\u00fcrenberger, Dietmar von Aist) vgl.: Fr\u00fcheste deutsche\n\tLieddichtung. Mittelhochdeutsch\/Neuhochdeutsch. Herausgegeben,\n\t\u00fcbersetzt und kommentiert von Horst Brunner (Universal-Bibliothek\n\t18388), Stuttgart 2005, S. 34-37, 84-85, 199, 215.<\/p>\n\n\n\n<p>\n\t<a href=\"#sdfootnote23anc\">23<\/a><sup>\u0002<\/sup>\n\tWaltharius and Ruodlieb, edited and translated by Dennis M. Kratz\n\t(Garland Library of Medieval Literature A 13), New York and London\n\t1984, S. 32. \u2013 \u201eIm Waltharilied hei\u00dft Hagens Vater \u201aHagathien\u2019\n\toder \u201aAgacien\u2019\u201d, ebenso sei dort \u201edie Herkunft Hagens, wie\n\tdie Abstammung der sigambrischen Merowingerk\u00f6nige des\n\tFrankenreiches, vom alten Trojerstamm abgeleitet\u201d; ferner nenne\n\tWalther von Aquitanien, nachdem er Hagen \u201ebeim Kampf am\n\tWasgenstein ein Auge ausgeschlagen hat, scheeler Sigamber\u201c; all\n\tdies seien \u201eArgumente f\u00fcr die merowingische Abstammung des Hagen\n\tvon Troja\u201c;  so Norbert Lapp: Faszination Nibelungen.\n\tKarolingerzeit \u2013 Nibelungenzeit, Frankfurt am Main 2005, S. 155. \u2013\n\tF\u00fcr Mario Bauch: Wer waren die Nibelungen wirklich? Die\n\thistorischen Hintergr\u00fcnde der germanischen Heldensagen, Berlin\n\t2006, S. 394 sei der \u201eName Hagathie\u201c (f\u00fcr \u201eHagens Vater\u201c im\n\t\u201eWalthariusepos\u201c) als \u201eAbleitung von Egetius oder Aegidius\u201c\n\taufzufassen. So aber hie\u00df nach den fr\u00e4nkischen Geschichtsquellen\n\tder Vater des Syagrius, was bisher offenbar niemandem im Kontext mit\n\tHagen aufgefallen ist.<\/p>\n\n\n\n<p>\n\t<a href=\"#sdfootnote24anc\">24<\/a><sup>\u0002<\/sup>\n\tVgl. die neuere Arbeit von Gustav Adolf Beckmann: Gualter del Hum \u2013\n\tGaiferos \u2013 Waltharius (Beihefte zur Zeitschrift f\u00fcr Romanische\n\tPhilologie 359), Berlin\/New York 2010, S. 134-135, Anm. 42.<\/p>\n\n\n\n<p>\n\t<a href=\"#sdfootnote25anc\">25<\/a><sup>\u0002<\/sup>\n\tVgl. schon Richard Heinzel: Ueber die Nibelungensage. Wien 1885, S.\n\t4-5: \u201eHagen und Aetius haben bei den Hunnen gelebt, Waltharius,\n\tNibelungenlied, Thidreksaga,  \u2013  beide als Geiseln und in jungen\n\tJahren, Aetius auch als Gesandter, sp\u00e4ter einmal fast als\n\tFl\u00fcchtling, \u2013 als Geisel auch Aetius\u2018 Sohn Carpilio [\u2026] Auch\n\tder Name, nicht Hagens, aber seines Vaters Hagathie Waltharius 629\n\tk\u00f6nnte eine Umdeutschung des f\u00fcr Aetius wiederholt gebrauchten\n\tAgetius, Agitius, Aegidius sein. Der Name Haguno w\u00e4re dann im\n\tHinblick auf den Namen des Vaters gew\u00e4hlt\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p>\n\t<a href=\"#sdfootnote26anc\">26<\/a><sup>\u0002<\/sup>\n\tVgl. schon Roswitha Wisniewski: Die Darstellung des\n\tNiflungenunterganges in der Thidrekssaga. Eine quellenkritische\n\tUntersuchung (Hermaea 9), T\u00fcbingen 1961, S. 254-255.<\/p>\n\n\n\n<p>\n\t<a href=\"#sdfootnote27anc\">27<\/a><sup>\u0002<\/sup>\n\tVgl. zu Aldrian in der Thidrekssaga Ulrich M\u00fcller [u. a.] (Hg.):\n\tThe Nibelungen Tradition. An Encyclopedia. New York and\n\tLondon 2002, S. 50.<\/p>\n\n\n\n<p>\n\t<a href=\"#sdfootnote28anc\">28<\/a><sup>\u0002<\/sup>\n\tZitiert nach: Das Nibelungenlied. Nach der St. Galler Handschrift\n\therausgegeben und erl\u00e4utert von Hermann Reichert, Berlin\/New York\n\t2005, S. 219.<\/p>\n\n\n\n<p>\n\t<a href=\"#sdfootnote29anc\">29<\/a><sup>\u0002<\/sup>\n\tVgl. die Ausgabe von Reichert, 2005 (wie Anm. 28), S. 243-244.<\/p>\n\n\n\n<p>\n\t<a href=\"#sdfootnote30anc\">30<\/a><sup>\u0002<\/sup>\n\tVgl. Das Nibelungenlied nach der Handschrift C herausgegeben von\n\tUrsula Hennig (Altdeutsche Textbibliothek 83). T\u00fcbingen 1973, S.\n\t377 im Namenregister.<\/p>\n\n\n\n<p>\n\t<a href=\"#sdfootnote31anc\">31<\/a><sup>\u0002<\/sup>\n\tDazu ausf\u00fchrlich Joachim Heinzle: Mi\u00dferfolg oder Vulgata? Zur\n\tBehandlung der *C-Version in der \u00dcberlieferung des\n\t\u201aNibelungenlieds\u2018, in: Bl\u00fctezeit. Festschrift f\u00fcr L. Peter\n\tJohnson zum 70. Geburtstag, hg. von Mark Chinka, Joachim Heinzle und\n\tChristopher Young, T\u00fcbingen 2000, S. 207-220.<\/p>\n\n\n\n<p>\n\t<a href=\"#sdfootnote32anc\">32<\/a><sup>\u0002<\/sup>\n\tVgl. zur Hagen-Gestalt im Kontext der <em>oral poetry<\/em> Edward R.\n\tHaymes: Das Nibelungenlied. Geschichte und Interpretation (UTB\n\t2070), M\u00fcnchen 1999, S. 99-115. Die von Haymes beschworene\n\theroische Tradition muss man durchaus nicht auf germanische Helden\n\tbeschr\u00e4nken, wenn man etwa davon ausgeht, dass die fr\u00e4nkische\n\tStammessage auch einen (\u00fcber seinen Vater) <em>rex Francorum<\/em>\n\tSyagrius integrieren konnte. Jedenfalls werden so die von Haymes\n\tdurchaus gew\u00fcrdigten ausf\u00fchrlichen Hinweise der \u201aThidrekssaga\u2018\n\tauf Hagens merkw\u00fcrdiges Aussehen nicht nur mythologisch, sondern\n\tauch ethnisch interpretierbar.<\/p>\n\n\n\n<p>\n\t<a href=\"#sdfootnote33anc\">33<\/a><sup>\u0002<\/sup>\n\tAusf\u00fchrlich dazu Gerd Backenk\u00f6hler: Untersuchungen zur Gestalt\n\tHagens von Tronje in den mittelalterlichen Nibelungendichtungen.\n\tDiss. masch., Bonn 1961, S. 36-51.<\/p>\n\n\n\n<p>\n\t<a href=\"#sdfootnote34anc\">34<\/a><sup>\u0002<\/sup>\n\tVgl. Thidriks Saga af Bern, hg. von Hendrik Bertelsen,  Kopenhagen\n\t1905, S. 343.<\/p>\n\n\n\n<p>\n\t<a href=\"#sdfootnote35anc\">35<\/a><sup>\u0002<\/sup>\n\tVgl. hier grundlegend und insbesondere zur Hagen-Gestalt Joachim\n\tHeinzle: Zweimal Hagen oder: Rezeption als Sinnunterstellung, in:\n\tDie Nibelungen. Ein deutscher Wahn, ein deutscher Alptraum. Studien\n\tund Dokumente zur Rezeption des Nibelungenstoffs im 19. und 20.\n\tJahrhundert, hg. von Joachim Heinzle und Anneliese Waldschmidt\n\t(Suhrkamp Taschenbuch 2110), Frankfurt am Main 1991, S. 21-40, hier\n\tS. 31.<\/p>\n\n\n\n<p>\n\t<a href=\"#sdfootnote36anc\">36<\/a><sup>\u0002<\/sup>\n\tVgl. zum fr\u00e4nkischen Ursprung des Nibelungenstoffs Andreas Heusler:\n\tNibelungensage und Nibelungenlied. Die Stoffgeschichte des deutschen\n\tHeldenepos. F\u00fcnfte Ausgabe, Dortmund 1955, passim.<\/p>\n\n\n\n<p>\n\t<a href=\"#sdfootnote37anc\">37<\/a><sup>\u0002<\/sup>\n\t\u201eBildungen auf <em>Hag-<\/em> sind auch im Norden bezeugt; in der\n\tostgermanischen \u00dcberlieferung lassen sie sich nicht von <em>Ag-<\/em>\n\tscheiden. Dazu treten erweiterte Formen in dt. <em>Hagnger<\/em> (St.\n\tGallen) [\u2026]. Wfrk. <em>Chagnerich<\/em> ist f\u00fcr das Jahr 693 bezeugt\n\t[\u2026] der Grabstein von Gaillardon erweist <em>Chagnoaldus<\/em> schon\n\tf\u00fcr die Zeit um 500\u201c; Gottfried Schramm: Namenschatz und\n\tDichtersprache. Studien zu den zweigliedrigen Personennamen der\n\tGermanen (Erg\u00e4nzungshefte zur Zeitschrift f\u00fcr vergleichende\n\tSprachforschung auf dem Gebiet der indogermanischen Sprachen 15),\n\tG\u00f6ttingen 1957, S. 154.<\/p>\n\n\n\n<p>\n\t<a href=\"#sdfootnote38anc\">38<\/a><sup>\u0002<\/sup>\n\tVgl. die Strophen 1752-1754 nach B.<\/p>\n\n\n\n<p>\n\t<a href=\"#sdfootnote39anc\">39<\/a><sup>\u0002<\/sup>\n\tZur komplexen Hunnen- und Germanenpolitik des Aetius sowie zu den\n\tAetius betreffenden Kabalen am r\u00f6mischen Kaiserhof (in West und\n\tOst) vgl. Timo Stickler: Die Hunnen, M\u00fcnchen 2007, S. 45-114.<\/p>\n\n\n\n<p>\n\t<a href=\"#sdfootnote40anc\">40<\/a><sup>\u0002<\/sup>\n\tZur Integrationsleistung der Heldensage grundlegend Joachim Heinzle:\n\tWandlungen und Neuans\u00e4tze im 13. Jahrhundert (1220\/30-1280\/90). 2.,\n\tdurchgesehene Auflage (Geschichte der deutschen Literatur von den\n\tAnf\u00e4ngen bis zum Beginn der Neuzeit II\/2), T\u00fcbingen 1994, S.  53:\n\t\u201eHistorische Gestalten zusammenzubringen, die in Wirklichkeit zu\n\tverschiedenen Zeiten lebten (Hermanerich \u2013 Attila \u2013 Theoderich),\n\tist ein Verfahren, das man auch sonst beobachten kann, wo Geschichte\n\tin heroische Erz\u00e4hlung umgeformt wird: es f\u00fchrt dazu, da\u00df\n\turspr\u00fcnglich eigenst\u00e4ndige Stoffkreise zu einer geschlossenen\n\tHeldenwelt integriert werden, die man einem besonderen Zeitalter\n\tzuordnet, eben dem Heldenzeitalter\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p>\n\t<a href=\"#sdfootnote41anc\">41<\/a><sup>\u0002<\/sup>\n\tZitiert nach Walter Haug: Montage und Individualit\u00e4t im\n\tNibelungenlied, in: Nibelungenlied und Nibelungenklage. Neue Wege\n\tder Forschung, hg. von Christoph Fasbender, Darmstadt 2005, S.\n\t13-29, hier S. 23-24.<\/p>\n\n\n\n<p>\n\t<a href=\"#sdfootnote42anc\">42<\/a><sup>\u0002<\/sup>\n\tVgl. zu den Anf\u00e4ngen der Artus-Figur den \u00dcberblick bei Volker\n\tMertens: Der deutsche Artusroman (Universal-Bibliothek 17609),\n\tStuttgart 1998, S. 9-24.<\/p>\n\n\n\n<p>\n\t<a href=\"#sdfootnote43anc\">43<\/a><sup>\u0002<\/sup>\n\tDie Identit\u00e4t der Hagen-Gestalt in Nibelungenlied und \u201aKudrun\u2018-Epos\n\tist grunds\u00e4tzlich nicht zwingend, vgl. Kudrun.\n\tMittelhochdeutsch\/Neuhochdeutsch. Herausgegeben, \u00fcbersetzt und\n\tkommentiert von Uta St\u00f6rmer Caysa (Universal-Bibliothek 18639),\n\tStuttgart 2010, S. 578. \u2013 Noch dezidierter Werner Hoffmann:\n\tKudrun, in: Interpretationen. Mittelhochdeutsche Romane und\n\tHeldenepen, hg. von Horst Brunner (Universal-Bibliothek 8914).\n\tStuttgart 1993, S. 293-310, hier S. 298: \u201eDie Jugendgeschichte\n\tHagens ist sicherlich die Erfindung des <em>Kudrun<\/em>-Dichters, d.\n\th. des Mannes, dem die gedankliche Konzeption der Gesamtdichtung und\n\tihre narrative Gestaltung zuzuschreiben sind.\u201c \u2013 Freilich ist\n\tdamit noch nichts \u00fcber den Erkenntnisstand des mittelalterlichen\n\tPublikums bez\u00fcglich der verschiedenen Hagen-Figuren gesagt.<\/p>\n\n\n\n<p>\n\t<a href=\"#sdfootnote44anc\">44<\/a><sup>\u0002<\/sup>\n\tVgl. hier besonders den intertextuellen Ansatz bei Gunda Lange:\n\tNibelungische Intertextualit\u00e4t. Generationenbeziehungen und\n\tgenealogische Strukturen in der Heldenepik des Sp\u00e4tmittelalters\n\t(Trends in Medieval Philology 17), Berlin\/New York 2009, S. 240-242.<\/p>\n\n\n\n<p>\n\t<a href=\"#sdfootnote45anc\">45<\/a><sup>\u0002<\/sup>\n\tZur Gattungsproblematik beim Nibelungenlied vgl. etwa Otfried\n\tEhrismann: Nibelungenlied. Epoche \u2013 Werk \u2013 Wirkung. M\u00fcnchen\n\t1987, S. 224-228.<\/p>\n\n\n\n<p>\n\t<a href=\"#sdfootnote46anc\">46<\/a><sup>\u0002<\/sup>\n\tVgl. Joachim Heinzle (Hg.): Die Nibelungen. Ein deutscher Wahn, ein\n\tdeutscher Alptraum. Studien und Dokumente zur Rezeption des\n\tNibelungenstoffs im 19. und 20. Jahrhundert (Suhrkamp Taschenbuch\n\t2110), Frankfurt am Main 1991.<\/p>\n\n\n\n<p>\n\t<a href=\"#sdfootnote47anc\">47<\/a><sup>\u0002<\/sup>\n\tVgl. das Vorwort (1946) von Veit Valentins \u201aGeschichte der\n\tDeutschen\u2018 (New York 1946, hier zitiert nach dem Wiederabdruck\n\tK\u00f6ln 1991, S. 14): \u201eDie Geschichte des deutschen Volkes beginnt\n\tnicht mit den Cimbern und Teutonen und auch nicht mit Hermannn, dem\n\tCherusker. Es ist Zeit, mit den alten Legenden aufzur\u00e4umen. Das\n\tdeutsche Volk, wie es heute besteht, ist ein verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig\n\tsp\u00e4tes Erzeugnis der Mischung verschiedenster ethnischer\n\tBestandteile, wobei das germanische Element nur eines von\n\tverschiedenen gleichwertigen Elementen gewesen ist.\u201c \u2013 Vgl. auch\n\tWolfgang Haubrichs: Baiern, Romanen und andere. Sprachen, Namen,\n\tGruppen s\u00fcdlich der Donau und in den \u00f6stlichen Alpen w\u00e4hrend des\n\tfr\u00fchen Mittelalters, in: Zeitschrift f\u00fcr bayerische\n\tLandesgeschichte 69 (2006), S. 395-465. \u2013 Vgl. zur Ethnogenese\n\tauch Hubert Fehr: Germanen und Romanen im Merowingerreich.\n\tFr\u00fchgeschichtliche Arch\u00e4ologie zwischen Wissenschaft und\n\tZeitgeschehen (Reallexikon der Germanischen Altertumskunde.\n\tErg\u00e4nzungsb\u00e4nde 68), Berlin\/New York 2010.<\/p>\n\n\n\n<p>\n\t<a href=\"#sdfootnote48anc\">48<\/a><sup>\u0002<\/sup>\n\tVgl. zu den Namensgebungen die einschl\u00e4gige Studie von Wilhelm\n\tSt\u00f6rmer: Nibelungentradition als Haus\u00fcberlieferung in\n\tfr\u00fchmittelalterlichen Adelsfamilien? Beobachtungen zu\n\tNibelungennamen im 8.\/9. Jahrhundert vornehmlich in Bayern, in:\n\tNibelungenlied und Klage. Sage und Geschichte, Struktur und Gattung,\n\thg. von Fritz Peter Knapp, Heidelberg 1987, S. 1-20.<\/p>\n\n\n\n<p>\n\t<a href=\"#sdfootnote49anc\">49<\/a><sup>\u0002<\/sup>\n\tVgl. zum Nibelungenlied der Gossembrots jetzt den neuesten\n\tForschungsstand und die Gesamtedition bei Michaela Eser: Augsburger\n\tNibelungenlied und -klage. Edition und Untersuchung der\n\tNibelungen-Handschrift b (Editio Bavarica II), Regensburg 2015,\n\tpassim und S. 464 (Textzitat).<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hagen und der Hort in fr\u00fchmittelalterlich-fr\u00e4nkischen Quellen, in der Fassung *B des Nibelungenlieds und im \u201aAugsburger Nibelungenlied\u2018 (b) von Prof. Dr. Klaus Wolf, Universit\u00e4t Augsburg Der vorliegende Aufsatz versucht zun\u00e4chst, Syagrius von Soissons1 als wesentliches Vorbild f\u00fcr die Hagen-Gestalt des Nibelungenlieds besonders im Kontext der Hortfrage zu erweisen, um anschlie\u00dfend auf die Eigent\u00fcmlichkeiten des schw\u00e4bischen &#8230; <span class=\"more\"><a class=\"more-link\" href=\"https:\/\/www.nibelungenlied-gesellschaft.de\/nlg\/beitraege\/der-hort-der-nibelungen-auf-dem-weg-von-franken-nach-schwaben\/\">[Read more&#8230;]<\/a><\/span><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"parent":18,"menu_order":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":{"footnotes":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nibelungenlied-gesellschaft.de\/nlg\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/137"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nibelungenlied-gesellschaft.de\/nlg\/wp-json\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nibelungenlied-gesellschaft.de\/nlg\/wp-json\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nibelungenlied-gesellschaft.de\/nlg\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nibelungenlied-gesellschaft.de\/nlg\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=137"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.nibelungenlied-gesellschaft.de\/nlg\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/137\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":140,"href":"https:\/\/www.nibelungenlied-gesellschaft.de\/nlg\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/137\/revisions\/140"}],"up":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nibelungenlied-gesellschaft.de\/nlg\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/18"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nibelungenlied-gesellschaft.de\/nlg\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=137"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}